Preise Warum Werder-Fans mehr für Bier und Bratwurst zahlen müssen

Werder-Fans müssen ab Samstag mehr Geld für Bier und Bratwurst zahlen. Der Catering-Betreiber hebt die Preise deutlich an. Das sind die Gründe.
08.08.2022, 18:18
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Warum Werder-Fans mehr für Bier und Bratwurst zahlen müssen
Von Mario Nagel

Ein kühles Bier, eine knackige Bratwurst - für viele Fußball-Fans gehört diese Kombination zu einem Stadionbesuch dazu. Das ist auch bei vielen Anhängern des SV Werder Bremen nicht anders. Wenn das Weserstadion am Samstag vor dem Spiel gegen den VfB Stuttgart (15.30 Uhr) erstmals in der neuen Bundesliga-Saison seine Pforten öffnet, werden die Zuschauer allerdings etwas tiefer in die Tasche greifen müssen, um sich zu stärken. Die Food Affairs GmbH, die für das dortige Catering zuständig ist, hebt die Preise für Getränke und Essen zur neuen Spielzeit deutlich an.

Vor allem beim Bier wird es für die Werder-Fans erheblich teurer: Ein halber Liter kostet künftig 5,50 Euro statt der bisherigen 4,90 Euro. Damit sind die Grün-Weißen im Bundesliga-Vergleich gemeinsam mit dem FC Bayern München Spitzenreiter. Die Preise für Softdrinks (0,5 Liter) steigen in der Arena dagegen etwas moderater von 4,50 Euro auf 4,80 Euro, ein halber Liter Wasser kostet weiterhin 4,00 Euro. Am Grill wechselt ebenfalls mehr Geld den Besitzer. Für eine Bratwurst müssen künftig 3,70 Euro statt 3,50 Euro gezahlt werden, eine Currywurst ist für 4,00 Euro statt 3,80 Euro zu haben. Der Preis für eine Portion Pommes steigt um zehn Cent auf jetzt 3,30 Euro, eine Portion Falafel kostet dagegen auch weiterhin 4,50 Euro.

Food-Affairs-Regionalleiter und Stadionmanager Björn Thies begründet die angepassten Preise im Gespräch mit der DeichStube mit deutlich gestiegenen Energie-, Personal- und Zuliefererkosten. „Dem Fan fallen die Preiserhöhungen natürlich unangenehm auf, aber es müssen auch die Zusammenhänge gesehen werden. Unsere Zulieferer haben ihre Preise im Schnitt um 20 bis 30 Prozent erhöht und gleichzeitig sind bei uns die Personalkosten gestiegen.“

Die knapp 600 Mitarbeiter, die an jedem Spieltag im Wohninvest Weserstadion im Einsatz sind, werden in der neuen Saison stündlich mit mindestens 13,50 Euro entlohnt. „Damit liegen wir deutlich über dem aktuellen Tariflohn von 11,00 Euro pro Stunde in der Bremer Gastronomie“, sagt Thorsten Lieder, Abteilungsleiter Public bei Food Affairs. Die bessere Bezahlung sei dem Unternehmen ein Anliegen gewesen und nicht dem Personalmangel in der Gastronomie-Branche geschuldet. „Wir haben viele Studierende unter unseren Mitarbeitenden, die sich natürlich genau überlegen, welchen Nebenjob sie sich aussuchen, um im Monat 450 Euro zu verdienen. Mit dem höheren Stundenlohn wollen wir ihnen die Möglichkeit geben, diese Summe auch zu erreichen.“

Bei zwei Heimspieltagen des SV Werder im Monat sei bereits mehr als die Hälfte der 450 Euro zu verdienen, dazu würde das Personal bei Bedarf auch für weitere Veranstaltungen, zum Beispiel in der ÖVB-Arena, angefragt, erklären die Verantwortlichen. „Am Zulauf merken wir, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben. Trotzdem suchen wir auch weiterhin nach Personal“, schildert Lieder. Problem: Vielen potenziellen Mitarbeitern sei die Aussicht auf den Pandemie-Herbst zu heiß, weil es eventuell zu Zuschauerbeschränkungen oder Geisterspielen kommen könnte. „Um im Herbst besser planen zu können, wäre es für uns und unser Geschäft wünschenswert, wenn aus der Politik ein klares Signal kommen würde“, sagt Lieder. Trotz der Corona-Pandemie und Energiekrise sollen die angepassten Preise für Essen und Getränke im Stadion für diese Saison stabil bleiben, erzählt Björn Thies.

Food Affairs achte im Zuge dessen auch auf mögliche Einsparungen, vor allem bei den Energiekosten. „Wir haben auch schon früher darauf geachtet, wo wir sparen können, aber die Energiekrise hat auf jeden Fall die Sinne geschärft“, bekräftigt Thies. Erst vor kurzem hatte Werder mitgeteilt, dass die Kühlschränke zwischen den Spieltagen abgeschaltet werden und die Klima-Anlage in den Büroräumen in diesem Sommer nicht in Betrieb genommen wird. Bei Food Affairs wurden daher Kühllager für Produkte, bei denen die Kühlkette nicht unterbrochen werden darf, zusammengelegt.

Ein Blick auf das Bundesliga-Ranking der Bier- und Bratwurstpreise zeigt unterdessen, dass es auch deutlich günstiger geht als in Bremen. So zahlen die Fans von Eintracht Frankfurt lediglich 4,40 Euro für einen halben Liter Bier - und damit über einen Euro weniger als die Werder-Anhänger. Auch beim 1. FC Union Berlin, VfB Stuttgart und Borussia Mönchengladbach ist das Bier mit 4,50 Euro verhältnismäßig günstig. Bei der Bratwurst landet Werder dagegen mit einem Preis von 3,70 Euro im Mittelfeld. Am teuersten ist die Wurst mit 5,00 Euro bei Bayern München, am günstigsten mit 3,00 Euro beim 1. FC Union Berlin.

Zur Sache

1. FC Bayern München: Bier 5,50 Euro, Bratwurst 5,00 Euro

2. SV Werder Bremen: Bier 5,50 Euro, Bratwurst 3,70 Euro

3. Hertha BSC Berlin: Bier 4,90 Euro, Bratwurst 4,20 Euro

4. 1. FC Köln: Bier 4,90 Euro, Bratwurst 4,10 Euro

5. VfL Wolfsburg: Bier 4,90 Euro, Bratwurst 3,80 Euro

6. 1. FSV Mainz 05: Bier 4,90 Euro, Bratwurst 3,50 Euro

7. VfL Bochum: Bier 4,80 Euro, Bratwurst 3,50

8. TSG Hoffenheim: Bier 4,70 Euro, Bratwurst 3,90 Euro

9. RB Leipzig: Bier 4,70 Euro, Bratwurst 3,70 Euro

10. Borussia Dortmund: Bier 4,70 Euro, Bratwurst 3,30 Euro

11. Bayer Leverkusen: Bier 4,60 Euro, Bratwurst 3,90 Euro

12. SC Freiburg: Bier 4,60 Euro, Bratwurst 3,30 Euro

13. FC Schalke 04: Bier 4,60 Euro, Bratwurst 3,10 Euro

14. VfB Stuttgart: Bier 4,50 Euro, Bratwurst 3,80 Euro

15. Borussia Mönchengladbach: Bier 4,50 Euro, Bratwurst 3,50 Euro

16. FC Augsburg: Bier 4,50 Euro, Bratwurst 3,50

17. 1. FC Union Berlin: Bier 4,50 Euro, Bratwurst 3 Euro

18. Eintracht Frankfurt: Bier 4,40 Euro, Bratwurst 3,80 Euro

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