„Bild“ meldet konkretes Interesse

Füllkrug vor Rückkehr zu Werder?

Sieben Jahre spielte Niclas Füllkrug bei Werder, seinen Durchbruch feierte er anderswo. Laut „Bild“ soll der Mittelstürmer nun unmittelbar vor einer Rückkehr an die Weser stehen.
06.04.2019, 12:03
Lesedauer: 2 Min
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Von (mw)
Füllkrug vor Rückkehr zu Werder?
nordphoto

Frank Baumann und Gunther Neuhaus dürften in den vergangenen Monaten eine ganze Menge Gespräche geführt haben: Werder-Sportchef Baumann und Neuhaus, Inhaber der Berater-Firma „think forward“, befassten und befassen sich schließlich mit der Zukunft von Maximilian und Johannes Eggestein, dem Bruderpaar, das derzeit beispielhaft für die Bremer Jugendarbeit steht, dessen Zukunft aber weiterhin offen ist.

Wie die „Bild“ berichtet, soll aber noch ein weiterer von Neuhaus' Klienten Gesprächsthema am Verhandlungstisch gewesen sein: Niclas Füllkrug, einst selbst eines der vielversprechendsten Talente der Werder-Jugend, stehe demnach kurz vor einer Rückkehr nach Bremen. Nach Mein-Werder-Informationen besteht tatsächlich ein Bremer Interesse an einer Rückholaktion. Der 26-Jährige Mittelstürmer war im Sommer 2006 von den Sportfreunden Ricklingen in die Nachwuchsabteilung des SVW gewechselt, hatte sich dort zum U-Nationalstürmer gemausert und bis 2013 in 25 Pflichtspielen für die Werder-Profis drei Tore erzielt – zwei in der Liga, eines im Pokal.

Spätstarter als Schnäppchen?

Den Durchbruch schaffte der 1,89 Meter große Angreifer nach einer mäßig erfolgreichen Leihe zu Greuther Fürth dann in Nürnberg, wo Füllkrug zu einem der besten Angreifer der zweiten Bundesliga heranreifte. Im Sommer 2016 ließ Werder eine Rückkaufklausel verstreichen, für kolportierte 2,2 Millionen Euro wechselte Füllkrug zu Hannover 96. Dort erzielte der Torjäger in der vergangenen Saison 14 Bundesliga-Treffer, fehlt in dieser Saison aber mit einem Knorpelschaden seit Dezember.

Ohne Füllkrug befindet sich Hannover nach 27 Spieltagen auf dem letzten Tabellenrang, sechs Punkte hinter dem Relegationsplatz und elf Punkte hinter dem sicheren Nichtabstieg auf Platz 15. Bei einem Abstieg könnte Füllkrug die 96er für eine festgeschriebene Ablösesumme von 12 Millionen Euro verlassen. Wie die „Bild“ berichtet, stehe für die Rückholaktion allerdings eine Ablösesumme von „unter zehn Millionen“ im Raum – sowie eine Einigung schon in den nächsten Tagen.

Lange Verletzungshistorie, hohe Qualität

Seinen Torriecher hat Füllkrug bereits auf hohem Niveau bewiesen, noch dazu bringt der Stürmer mit seiner physischen Wucht und seiner Fähigkeit, im Sturmzentrum die Bälle festzumachen, eine Komponente mit, die der Mannschaft von Florian Kohfeldt so derzeit nicht zur Verfügung steht. Sportlich wirkt ein Füllkrug-Transfer also plausibel. Das sieht auch Jörg Seidel so: Der Gründer des Unternehmens „Goalimpact“, das die Qualität eines Spielers anhand seines positiven oder negativen Einflusses auf die Tordifferenz einer Mannschaft ermittelt, attestiert dem Bremer Eigengewächs die Klasse für Werders Startelf. „Füllkrug hat sich super entwickelt“, betont Seidel – auch unabhängig von dessen reinen Knipser-Qualitäten, da die Datenanalyse des „Goalimpact“ nicht mit Scorerwerten arbeitet, sondern sich allein daran orientiert, ob ein Team besser oder schlechter als erwartet abschneidet, wenn ein bestimmter Spieler auf dem Feld steht (mehr dazu hier).


Allerdings wäre eine Verpflichtung für Werder nicht ohne Risiken: Immer wieder warfen Verletzungen Füllkrug zurück, sein aktueller Knorpelschaden ist bereits der dritte in seiner Karriere. Außerdem stehen Werder derzeit neun Spieler für die vordersten drei Positionen zur Verfügung – eine Überbesetzung, die selbst mit einem gleichzeitigen Abgang Aron Johannssons, der nur geringe Chancen auf eine Vertragsverlängerung besitzt, nicht gelöst wäre. Möglich also, dass die Verpflichtung eines weiteren Angreifers auch Konsequenzen für die Zukunft anderer Bremer Offensivkräfte hätte.

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