Vor dem Saisonstart

Sargent hat in Werders Sturmzentrum die Nase vorn

Werder-Trainer Marcus Anfang setzt in einer Formation nur auf einen Stürmer. Dabei kristallisiert sich immer mehr ein Favorit bei ihm heraus.
18.07.2021, 10:39
Lesedauer: 2 Min
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Von Daniel Cottäus und Carsten Sander
Sargent hat in Werders Sturmzentrum die Nase vorn

Traf auch im Testspiel gegen Rotterdam: Werder-Stürmer Josh Sargent.

Gumzmedia

Nein, seine Startelf für das Spiel gegen Hannover 96 hat Markus Anfang noch nicht im Kopf. Sagt er jedenfalls. Auch in der Frage, wer beim Zweitliga-Saisonauftakt am kommenden Sonnabend den zentralen Angreifer in seinem 4-3-3-System geben wird, will sich der Trainer des SV Werder Bremen öffentlich noch nicht festlegen. Und dennoch dürfte es einen klaren Favoriten in seinen Überlegungen geben: Josh Sargent. Dafür sprechen zumindest die Eindrücke aus den letzten Testspielen der Sommer-Vorbereitung.

Während des Testspiel-Doppelpacks gegen Feyenoord Rotterdam durfte Sargent am Samstag in der zweiten Partie des Tages (1:2) auflaufen, im altehrwürdigen Stadion De Kuip und gegen die A-Besetzung des Gegners, während sein ärgster Konkurrent im Kampf um den Stammplatz - Niclas Füllkrug - zuvor gegen die Rotterdamer B-Elf (3:3) auf einem Nebenplatz hatte spielen müssen. Durchaus ein Fingerzeig, den Anfang aber nicht so verstanden wissen wollte. 

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„Wir haben die Mannschaften so zusammengebaut, wie sie zusammen gepasst haben und müssen davon wegkommen, von  stärkerer und schwächerer Mannschaft zu sprechen", sagte der Coach - und hielt fest: "Wir spielen nur mit einem Stürmer und können nur einen aufstellen." Entschieden sei mit Blick auf den Pflichtspielstart noch gar nichts. Theoretisch könnte einer der Spieler den Verein ja auch noch verlassen. Aktuell spricht allerdings nichts dafür. Gerade bei Sargent soll es für Werder mittlerweile eine ernsthafte Option sein, den Spieler noch ein Jahr lang zu halten, sollte kein wirklich attraktives Angebot mehr reinkommen.

Werbung in eigener Sache hat der US-Amerikaner gegen Rotterdam jedenfalls betrieben, sein Treffer zum zwischenzeitlichen 1:1 war aus der Kategorie "eiskalt". Bereits gegen den FC Oberneuland hatte der 21-Jährige, der nach einem verlängerten Urlaub erst später in die Vorbereitung eingestiegen war, mit einem Dreierpack auf sich aufmerksam gemacht. Allerdings ließ er gegen Rotterdam auch eine Großchance aus - ebenso wie Füllkrug, der den Ball sogar zweimal aus besten Positionen nicht im Tor unterbrachte. "Ich hätte mir gewünscht, dass beide das Tor machen", sagte Anfang, der sich insgesamt aber zufrieden zeigte mit seiner Offensive: "Wir haben bislang kein Spiel gehabt, in dem wir kein Tor gemacht haben. Das nehme ich dankend mit."

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Anteil daran hatte übrigens auch Johannes Eggestein, der im ersten Test gegen Rotterdam zweimal und insgesamt in der Vorbereitung viermal erfolgreich war - in Anfangs Überlegungen aber nach wie vor keine Rolle zu spielen scheint. Theoretisch könnte der 23-Jährige auch eine Option für das Sturmzentrum sein, die Zeichen deuten aber vielmehr in Richtung Trennung. Mit Lob für Eggestein hielt sich Anfang nach dem ersten Rotterdam-Spiel jedenfalls merklich zurück: „Die Situationen haben wir herausgespielt, und er hat sie verwertet. Er hat das gut gemacht." Auf die Frage, ob die Tore eventuell Eggesteins Situation verbessert haben könnten, sagte der Coach: "Es ist immer müßig, darüber zu reden. Wenn wir danach entscheiden, dann  triffst du Woche für Woche Entscheidungen, aber keine langfristigen." Nach dem längerfristigen Ausfall von Leonardo Bittencourt (Knieverletzung) könnten sich die Chancen des jungen Angreifers aber doch noch einmal verbessern: Auf dem linken Flügel ist jetzt schließlich ein Platz frei geworden.

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