Spielbericht Zwei späte Tore: Füllkrug schießt Werder zum Sieg in Bochum

Es war ein Geduldsspiel: Im Duell zwischen Werder Bremen und dem VfL Bochum dauerte es bis in die Schlussphase, ehe Niclas Füllkrug die Bremer mit zwei Treffern zum Sieg schoss.
03.09.2022, 17:31
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Daniel Cottäus

Lange hat es gedauert, und zittern musste der SV Werder Bremen zwischenzeitlich auch gehörig, doch am Ende war der Auswärtssieg beim VfL Bochum perfekt. Durch zwei späte Tore von Niclas Füllkrug haben die Bremer am Samstagnachmittag einen 2:0 (0:0)-Erfolg beim Bundesliga-Schlusslicht eingefahren. Einmal mehr hatten es dabei vor allem die letzten Minuten der Partie in sich gehabt – und wie. „Wir sind wieder für unseren Glauben an uns selbst belohnt worden“, strahlte Füllkrug, der es nach fünf Spieltagen nun bereits auf fünf Saisontore bringt. Werders Cheftrainer Ole Werner sprach derweil von einem „sehr turbulenten Spiel mit dem besseren Ende für uns“.  

Lesen Sie auch

Mit seiner Startaufstellung hatte der Bremer Coach für eine kleine Überraschung gesorgt: Vier-Millionen-Euro-Einkauf Jens Stage saß erstmals nur auf der Bank. Für den Dänen rückte Niklas Schmidt in die erste Elf. An seiner Seite im offensiven Mittelfeld vertrat Romano Schmid den verletzten Leonardo Bittencourt – die restliche Anfangsformation blieb im Vergleich zur wilden 3:4-Niederlage gegen Eintracht Frankfurt unverändert. Werners Appell vor dem Bochum-Spiel: „Wir sind alle gefordert, insgesamt weniger klare Torchancen für den Gegner zuzulassen.“ Es dauerte nach dem Anpfiff allerdings nicht lange, und Werder geriet hinten gleich wieder in Not.

Schon nach wenigen Sekunden kam Bochums trickreicher Angreifer Takuma Asano zum Abschluss – Werder-Keeper Jiri Pavlenka musste zur Ecke klären. Nur Augenblicke später zielte Kevin Stöger am langen Pfosten vorbei (2.). Vor rund 25.800 Zuschauern im Ruhrstadion hatten die Hausherren den eindeutig besseren Start erwischt. Dem Schlusslicht Bochum war in der Anfangsphase anzumerken, dass gegen Werder endlich die ersten Punkte der Saison eingefahren werden sollten. Die Bremer benötigten ihrerseits einige Zeit, um sich an die Gangart des Gegners zu gewöhnen, fanden dann aber besser ins Spiel – und hätten in der 22. Minute in Führung gehen müssen.

Schmidt trifft per Freistoß den Pfosten

Nach einem Kopfball von Mitchell Weiser tauchte Füllkrug plötzlich frei vor Manuel Riemann auf und fand seinen Meister im Bochumer Torhüter. Es war der Auftakt einer Phase, in der Werder das Tempo erhöhte, wenn auch, ohne dabei brandgefährlich zu sein. Dafür benötigten die Bremer eine Standardsituation: Schmidt hämmerte den Ball aus knapp 30 Metern Torentfernung an den Pfosten (40.). „Das war ärgerlich. Den hatte ich schon drin gesehen“, sagte der 24-Jährige später. Kurz vor der Pause kam dann Bochum zu seiner bis dato besten Chance: Pavlenka entschärfte einen Schuss von Philipp Förster, Anthony Jung war beim Abpraller schneller am Ball als Asano (44.).

Zu Beginn des zweiten Durchgangs wirkte Werder plötzlich wacher und entschlossener als der Gegner, hatte durch Ducksch zwei guten Möglichkeiten – allerdings zielte der Stürmer jeweils nicht genau genug (50./51.). Und spätestens als er ein weiteres Mal an Riemann gescheitert war (60.), mussten sich die Gäste den Vorwurf gefallen lassen, zu wenig aus ihren Chancen zu machen. „Wir hätten es das eine oder andere Mal besser ausspielen und im Abschluss besser machen können“, sagte Schmidt. Nach drei guten Möglichkeiten von Anthony Losilla (64./65./70.) galt das Gleiche allerdings auch für Bochum.

Lesen Sie auch

Werner reagierte, brachte in Oliver Burke (für den glücklosen Ducksch), Jens Stage (für Schmid) und kurz darauf auch Niklas Stark (für Amos Pieper) drei frische Kräfte ins Spiel. Den ersten Treffer des Nachmittags schossen kurz darauf trotzdem die Bochumer – allerdings irregulär. Weil Philipp Hofmann den Ball mit dem Arm über die Linie bugsiert hatte, meldete sich der Video-Schiedsrichter, und das Tor zählte vollkommen zu Recht nicht (80.). Anders als wenig später auf der anderen Seite: Nach Flanke von Mitchell Weiser traf Füllkrug per Kopf zum erlösenden 1:0 (86.).

In der siebenminütigen Nachspielzeit legte der Stürmer per Foulelfmeter sogar noch das 2:0 nach (90.+2). Zuvor war der einmal mehr starke Joker Oliver Burke im Strafraum zu Fall gebracht worden. Bitter für Bochum: Kurz vor Schluss wurde den Hausherren ein weiteres Tor aberkannt, allerdings wieder zu Recht, weil Hofmann bei seinem Pass auf Erhan Masovic im Abseits gestanden hatte (90.+6).

Werder erwartet Augsburg am Freitagabend

 „Am Ende hatten wir das Quäntchen Glück und auch die Effizienz auf unserer Seite, um in einer Bochumer Drangphase zu treffen und das Spiel in unsere Richtung zu lenken“, sagte Werner, der seine Forderung nach einer besseren Abwehrleistung als insgesamt erfüllt ansah: „Das war eine klare Leistungssteigerung im Vergleich zu den vergangenen Wochen. In Bochum zu gewinnen, ist nicht einfach. Deshalb ein Kompliment an meine Mannschaft.“

Mit nunmehr acht Punkten auf dem Konto hat sich Werder vorerst im Mittelfeld der Tabelle festgesetzt. Der nächste Gegner ist am Freitagabend der FC Augsburg.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+