Der Käpt'n geht Ömer Toprak verlässt Werder Bremen

Ömer Toprak und der SV Werder Bremen gehen künftig getrennte Wege. Wie der Verein am Freitag erklärte, wird der Kapitän seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern.
03.06.2022, 12:42
Lesedauer: 3 Min
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Von Daniel Cottäus

Jetzt steht es fest: Der SV Werder Bremen und Kapitän Ömer Toprak gehen künftig getrennte Wege. Der 32-jährige Innenverteidiger wird seinen am 30. Juni auslaufenden Vertrag nicht verlängern. Das gab der Verein am Freitagmittag bekannt. 

Trotz Topraks Verletzungsanfälligkeit hätten die Bremer auch nach dem Bundesliga-Aufstieg gerne mit ihm weitergemacht – schließlich galt er innerhalb der Mannschaft als absolute Autoritätsperson und war wichtiger Ansprechpartner für Teamkollegen und auch Cheftrainer Ole Werner.

Werders Idee: Der Routinier sollte ab der neuen Saison noch mehr als eine Art Mentor im Kader fungieren. Um dem Risiko von Topraks Verletzungsanfälligkeit Rechnung zu tragen, hat Werder dem Spieler einen stark leistungsbezogenen Vertrag vorgelegt, der das künftige Gehalt an Einsätze gekoppelt hätte. Am Ende konnten sich beide Seiten wirtschaftlich nicht einigen, weshalb sich Toprak zum Abschied aus Bremen entschied. Trotz Gehaltseinbußen nach dem Bundesliga-Abstieg im Jahr 2021 von etwa 50 Prozent war Toprak zuvor mit geschätzten 1,8 Millionen Euro im Jahr einer der Topverdiener bei Werder gewesen.

Toprak lehnt Vertragsangebot ab

„Wir waren in den letzten Tagen in einem sehr engen Austausch mit Ömer und wir wissen, dass er sich die Entscheidung alles andere als leicht gemacht hat. Wir hätten sehr gerne weiter mit ihm gearbeitet, zumal er in den letzten drei Jahren - trotz zum Teil schwieriger Phasen für ihn - sowohl auf als auch neben dem Platz eine sehr wichtige Rolle eingenommen hat“, wird Werders Leiter Profifußball Clemens Fritz in einer Vereinsmitteilung zitiert - und betonte: „Als Kapitän war er im letzten Jahr der Anführer in der Mannschaft und hat das Team auch durch schwere Phasen geführt. Wir haben ihm ein Angebot unterbreitet, das verschiedene Faktoren berücksichtigt hat, allerdings hat er dieses abgelehnt. Das respektieren wir natürlich. Wir wünschen Ömer für seinen weiteren Weg alles Gute und danken ihm für all das, was er in den letzten Jahren hier für Werder geleistet hat.“

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Der Innenverteidiger war im Sommer 2019 zunächst auf Leihbasis für eine Gebühr in Höhe von einer Millionen Euro von Borussia Dortmund nach Bremen gewechselt, ehe ein Jahr später eine vertraglich vereinbarte Kaufverpflichtung griff und Werder Toprak für weitere vier Millionen Euro fest unter Vertrag nahm. Während seiner Zeit an der Weser wurde der ehemalige türkische Nationalspieler immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen und konnte am Ende nur 61 von 113 möglichen Pflichtspielen für Werder bestreiten.

Toprak will "neues Kapital aufschlagen"

„In den drei Jahren war so ziemlich alles dabei. Relegation, Abstieg, Aufstieg, Verletzungen, Tore in letzter Minute und ein Wahnsinnsabschluss nach dem letzten Heimspiel gegen Regensburg und der Rückkehr in die Bundesliga. Für mich ist es jetzt aber an der Zeit, ein neues Kapitel aufzuschlagen. Ich danke den Verantwortlichen, dem Trainer- und Funktionsteam und meinen Mitspielern für die gemeinsame Zeit und möchte mich besonders bei den Fans bedanken, die mich während meiner gesamten Zeit hier unterstützt haben“, verabschiedete sich der scheidende Toprak.

Wo es in der neuen Saison für den 39-fachen Champions-League-Spieler weitergeht, steht noch nicht fest. Werder ist - bei allem Bedauern über den Toprak-Abschied -  in seinen Abwehrplanungen aber immerhin einen Schritt weitergekommen. Verlängert Milos Veljkovic seinen ebenfalls am 30. Juni auslaufenden Vertrag, geht die letzte offene Planstelle in der Defensive an ihn. Entscheidet sich der serbische Nationalspieler gegen Werder, wird der Verein noch einen Innenverteidiger verpflichten. Bisher stehen in Marco Friedl, Fabio Chiarodia sowie in den Neuzugängen Amos Pieper (kommt ablösefrei von Arminia Bielefeld) und Niklas Stark (kommt ablösefrei von Hertha BSC) vier Profis für diese Position in der neuen Saison bei Werder unter Vertrag. 

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