Kader So plant Werder Bremen für die Bundesliga

Die Vorbereitungen für die neue Saison laufen. Werder Bremen konnte sich schon drei Neuzugänge sichern und einen Leistungsträger halten. Was der Verein noch plant.
02.06.2022, 18:41
Lesedauer: 4 Min
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Von Björn Knips
Inhaltsverzeichnis

Drei Neuzugänge sind schon fix, ein Leistungsträger wurde gehalten – die Vorbereitungen des SV Werder Bremen für die neue Saison laufen auf Hochtouren. Sportchef Frank Baumann und Clemens Fritz als Leiter Profifußball basteln gemeinsam mit der Scoutingabteilung intensiv am Kader für die Bundesliga. Unterstützt werden sie von Werder-Boss Klaus Filbry und Tarek Brauer (Direktor Personal und Recht), die sich um die vertragliche Abwicklung kümmern. Und da wartet noch einige Arbeit. Amos Pieper (Arminia Bielefeld), Niklas Stark (Hertha BSC) und Dikeni Salifou (FC Augsburg U 19) sollen nicht die einzigen Neuzugänge bleiben und Jiri Pavlenka nicht der letzte Stammspieler, der seinen Vertrag verlängert. Unsere Deichstube gibt einen Überblick, was Werder für die einzelnen Mannschaftsteile plant.

Die Torhüter

Hier wurden schnell Fakten geschaffen und der Ende Juni auslaufende Vertrag mit Stammkeeper Jiri Pavlenka verlängert. Der 30-Jährige bleibt die Nummer eins. Michael Zetterer hat angedeutet, dass er mit seiner Rolle als Ersatzmann leben kann. Ein Wechsel ist trotzdem nicht ausgeschlossen. Der 26-Jährige liebt zwar Werder, wie er sagt, möchte aber noch viel lieber spielen. Bei einem entsprechenden Angebot dürfte Zetterer zumindest darüber nachdenken. Der Vertrag von Luca Plogmann, der Nummer drei, wurde nicht verlängert. Diese Position sollen sich künftig die Talente Louis Lord und Mio Backhaus teilen. Eduardo dos Santos Haesler, der zuletzt an den dänischen Erstligisten FC Nordsjaelland ausgeliehen war, dort aber kaum zum Zuge kam, spielt in den Bremer Bundesliga-Planungen keine Rolle. 

Die Innenverteidiger

Drei Veränderungen stehen schon fest: Werder hat die bundesliga-erfahrenen Pieper und Stark ablösefrei verpflichtet. Die Ausleihe von Lars Lukas Mai (FC Bayern) wurde beendet. Marco Friedl soll unbedingt gehalten und dafür der in einem Jahr auslaufende Vertrag verlängert werden. Der Österreicher würde gemeinsam mit Nachwuchsmann Fabio Chiarodia die beiden Planstellen für Linksfüße in der Innenverteidigung einnehmen. Neben Pieper und Stark ist nur noch ein weiterer Rechtsfuß in der Abwehr eingeplant, hat Sportchef Baumann unlängst betont. Die Verträge von Ömer Toprak und Milos Veljkovic laufen aus, beiden wurde eine Verlängerung angeboten, Toprak allerdings aufgrund seiner Verletzungsanfälligkeit zu ganz speziellen Konditionen. In den nächsten Tagen wird mit einer Entscheidung gerechnet. Zum Start in die Vorbereitung in gut zwei Wochen will Werder seine Abwehr komplett haben, deshalb wird sich auch nach möglichen Alternativen umgeschaut.

Die Außenverteidiger

Fix sind Felix Agu (rechts) und Anthony Jung (links). Leverkusen-Leihgabe Mitchell Weiser soll unbedingt fest für die rechte Seite verpflichtet werden. Werder ist optimistisch, dass es klappt. Das gilt auch für Linksverteidiger Lee Buchanan. Der Engländer muss aber noch vertragliche Unstimmigkeiten mit Derby County klären. Mit seiner Verpflichtung wären Werders Planungen in diesem Bereich abgeschlossen.

Der Sechser

Im aktuellen System mit Dreierkette gibt es nur einen Sechser – und der Platz gehört Christian Groß. Sein Herausforderer ist Ilia Gruev, der zwar angeblich von anderen Klubs umworben wird, aber unbedingt gehalten werden soll. Da auch Neuzugang Stark diese Position zugetraut wird, genauso wie Nicolai Rapp, sieht Werder in diesem Bereich keinen dringenden Handlungsbedarf. Der Markt wird zwar sondiert, doch es soll nur bei einer deutlichen Verbesserung der Qualität über einen Transfer nachgedacht werden. Gut möglich, dass Werder da auf ein Schnäppchen am Ende der Transferperiode wartet – auch in Form einer Ausleihe.

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Die Achter

Eigentlich herrscht dort Klarheit: Leonardo Bittencourt und Romano Schmid sind gesetzt, Niklas Schmidt und Nicolai Rapp sollen ihnen Dampf machen. Aber reicht das für die 1. Liga? Diese Frage wird bei Werder gerade heiß diskutiert. Bittencourt gilt zwar als gestandener Bundesligaspieler, doch selbst in Liga zwei ließ er bei aller Leidenschaft einige Wünsche offen. Und die anderen drei müssen erst noch beweisen, ob sie sich überhaupt im Oberhaus durchsetzen können. Werder hofft darauf, schaut sich aber gleichzeitig nach anderen Spielern um, die sich vom Typ her deutlich vom aktuellen Personal unterscheiden sollen.

Die Stürmer

Ein Verkauf von Niclas Füllkrug und/oder Marvin Ducksch ist aktuell überhaupt kein Thema. Beide wollen auch bleiben und sich in der Bundesliga beweisen. Werder vertraut den selbst ernannten „hässlichen Vögeln“, will den Angriff dennoch etwas aufhübschen und sich nicht nur auf den jungen Eren Dinkci als Ersatzmann verlassen. Dabei wird es vor allem um eines gehen: Geschwindigkeit – speziell auf den Außenbahnen. Die Grün-Weißen haben schnelle Flügelstürmer ins Visier genommen. Im aktuellen System werden die zwar nicht gebraucht, doch Coach Ole Werner möchte die Möglichkeit haben, auch mal in seinem zu Kieler Zeiten favorisierten 4-3-3-System spielen zu können.

Die Sonderfälle

Da gibt es vor allem einen: Nick Woltemade. Der 20-Jährige gilt als Riesentalent, auch wenn davon in der vergangenen Saison wenig zu sehen war. Egal, mit wem man im grün-weißen Kosmos spricht, alle betonen Woltemades großes Potenzial. Doch Trainer Ole Werner hat wie schon seine Vorgänger für den großen Angreifer (1,98 Meter), der etwas unorthodox zu Werke geht, noch keinen Platz in seinem System gefunden. Eine Ausleihe ist denkbar, aber noch kein Thema. Für Abdenego Nankishi, Oscar Schönfelder und Kyu-Hyun Park wird es durch den Aufstieg noch schwieriger, Spielzeit zu bekommen. Manuel Mbom fällt nach seinem Achillessehnenriss noch mehrere Monate aus.

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