Torwart Pavlenka bleibt Werders Nummer eins

Dass Jiri Pavlenka im Spiel gegen Hannover beim Gegentor patzte, soll sein Schaden nicht sein. Werder-Trainer Ole Werner denkt jedenfalls aktuell nicht daran, an Pavlenkas Status als Nummer eins zu rütteln.
11.01.2022, 10:36
Lesedauer: 2 Min
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Von Malte Bürger

Als Werder kurz vor Weihnachten mit 4:1 in Hannover gewann, da gab es im Grunde nur diesen einen kleinen Schönheitsfehler: das Gegentor. Beim Freistoßtreffer von Sebastian Kerk aus großer Entfernung hatte sich Jiri Pavlenka böse überrumpeln lassen. Letztlich fiel der Patzer nicht allzu sehr ins Gewicht, war aber eine Bestätigung für all jene Kritiker, die in dem Bremer Keeper keineswegs die unumstrittene Nummer eins sehen, sich womöglich sogar einen erneuten Wechsel hin zu Michael Zetterer zwischen den Pfosten wünschen. Ole Werner denkt da anders.

„Ich habe damals ja auch die Berichterstattung nach dem Spiel gesehen“, erinnert sich Werders Coach, „und da muss man schon sagen, dass Pavlas auch Situationen hatte, die gut waren, in denen er uns geholfen hat.“ Und auch wenn die besagte Szene bei vielen Fans vielleicht vorrangig im Gedächtnis geblieben sein mag, zum Handeln sieht sich der Cheftrainer nun nicht automatisch gezwungen.

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Auch wenn er natürlich weiß, dass es da in dieser Saison schon eine Vorgeschichte, ein sommerliches Duell zwischen Pavlenka und Zetterer um den Platz im Tor gab. Eines, das Zetterer unter Trainer Markus Anfang auch aufgrund einer Verletzung seines Kontrahenten zunächst für sich entschied, später dann aber doch verlor, als er auch ohne große Patzer wieder weichen musste.

„Ich kann nichts dazu sagen, wie und warum Entscheidungen vor mir getroffen wurden“, meint Ole Werner: „Ich kann nur sagen, dass Zetti damit gut umgeht, seine Rolle in der Mannschaft auf und neben dem Platz top erfüllt.“ Ohnehin genießt der Ersatzmann das vollste Vertrauen seines Coaches. „Es ist gut für mich zu wissen, dass ich auf dieser Position Qualität habe und mit Zetti jemanden, dem ich problemlos zutraue, im Tor zu stehen“, lobt Werner und ergänzt noch. „Das gilt genauso für Luca Plogmann.“

Nun haben Torhüter, die auf der Bank sitzen, generell das Problem, dass sie viel Geduld brauchen. Wo auf anderen Positionen schnelle personelle Wechsel durchaus zum fußballerischen Alltag gehören, sind Ersatzkeeper auf Fehler, Platzverweise oder Verletzungen ihrer teaminternen Konkurrenz angewiesen. Sie trainieren für den Tag X – ohne ansatzweise zu wissen, wann und ob dieser überhaupt kommen wird.

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„Natürlich ist sein Anspruch, über Leistung da zu sein, wenn er da sein muss und sich dann zu empfehlen“, sagt Werner über Zetterer. Allzu viele Hoffnungen auf einen baldigen Einsatz macht er ihm jedoch nicht. „Alles, was wir machen, ist unter der Prämisse zu sehen, dass wir Anpassungen nur dort vornehmen, wo sie notwendig sind und wir einen richtigen Effekt dadurch haben“, erläutert der 33-Jährige. „Wichtig ist aber auch, dass wir gucken, wo wir Stabilität herstellen können, indem wir einem gewissen Gerüst die Möglichkeit geben, sich zu finden.“ Und zu exakt diesem Gerüst gehört aktuell Pavlenka und nicht Zetterer.

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