So könnte Werder spielen Jung und Rapp nach hinten, Gruev auf die Sechs

Mit Ömer Toprak, Milos Veljkovic und Christian Groß fehlen gleich drei Stammkräfte im Spiel gegen Schalke. Ole Werner muss daher umstellen: So könnte Werder im Topspiel der 2. Liga auflaufen.
22.04.2022, 17:56
Lesedauer: 2 Min
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Von Malte Bürger

Allzu viel war dieses Mal beim Abschlusstraining des SV Werder Bremen auf den Zuschauertreppen nicht los, doch ein Fan wollte sich die Gelegenheit am Freitagmittag nicht entgehen lassen und hatte noch eine spezielle Botschaft parat. Als die Profis gerade den Platz verließen und zurück in Richtung Stadion stapften, legte der Ein-Mann-Chor los: „Los jetzt, holt euch den Sieg, das ist euer Spiel“, brüllte er in beeindruckender Lautstärke in Richtung Mannschaft. Beinahe erschrocken blickten die Spieler dem Rufenden entgegen, damit hatten sie nun wahrlich nicht gerechnet. Der Einpeitscher hatte also Gehör gefunden – ob seine Schreie aber auch Wirkung zeigen, wird am Samstag zu sehen sein. Dann muss Werder beim Spitzenreiter FC Schalke 04 zum absoluten Topspiel der 2. Liga ran (13.30 Uhr). Und zwar erneut mit einigen Umbauten in der Abwehr.

Dass Ömer Toprak fehlen würde, war schon länger klar. Auch der Ausfall von Milos Veljkovic stand bereits fest. Doch als die Bremer Kicker gerade ihr Training begannen, teilte der Verein obendrein die Corona-Infektion von Christian Groß und dessen endgültige Nicht-Berücksichtigung mit. Somit ist Marco Friedl das letzte verbliebene Mitglied der Dreierketten-Stammbesetzung, neben ihm muss improvisiert werden. Es soll schon wesentlich bessere Vorzeichen für ein derart wichtiges Duell im Aufstiegsrennen gegeben haben.

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Die wahrscheinlichste Startelf-Lösung ist eine mit viel Spielrhythmus und wenig Experimentierfreude. Anstatt positionsgetreu etwa den zuletzt schwachen Lars Lukas Mai zu bringen, dürfte Chefcoach Ole Werner in Anthony Jung und Nicolai Rapp zwei seiner Spieler zurückziehen, die auch zuletzt viel auf dem Platz standen. Und wichtiger noch: die trotzdem wissen, wie man in der Innenverteidigung agiert. Auf den Außenbahnen erledigt sich dadurch die Frage, ob Mitchell Weiser oder Felix Agu spielen wird – sie dürften es wie schon gegen St. Pauli wieder beide tun, als Jung wegen einer Gelbsperre fehlte. Bleibt noch der Platz auf der Sechs, der nach dem Groß-Aus und der Rapp-Rochade neu zu vergeben ist. Hier dürfte die Wahl auf Ilia Gruev fallen, der zuletzt wieder deutlich mehr Spielzeit erhalten hat und nun womöglich vor seiner bis dato größten Prüfung steht.

Wie schwierig als Team der Umgang mit derart vielen Umstellungen ist, hat kürzlich das Heimspiel gegen den SV Darmstadt 98 gezeigt. Damals musste Werder ebenfalls defensiv erheblich umbauen und tat sich in der Anfangsphase mächtig schwer. Spielfluss gab es lange nicht, stattdessen stand erst einmal der Sicherheitsgedanke im Vordergrund. Das änderte sich erst, als ein früher Platzverweis gegen die Hessen für eine veränderte Rollenverteilung auf dem Rasen sorgte. Am Ende gewann Werder bekanntlich mit 1:0.

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Der goldene Treffer gelang damals Niclas Füllkrug, der im Angriff neben Marvin Ducksch stürmen wird, auch wenn dieser zuletzt ein kleines Tor-Tief erlebte. Dahinter sollen Romano Schmid und Leonardo Bittencourt kreative Akzente setzen. Letzterem gelang das in der jüngeren Vergangenheit nicht immer ganz so gut, als Alternative stünde Niklas Schmidt parat. Dass Ole Werner aber auch noch an diesem Teil der Achse schraubt, ist eher unwahrscheinlich. Denn auf Schalke ist auch Erfahrung gefragt, und die bringt Bittencourt zweifelsfrei mit. Schließlich sind mehr als 62.000 Zuschauer beim Topspiel auf den Rängen dabei. Da dürfte es noch einmal wesentlich lauter zugehen, als während der unüberhörbaren Fan-Einlage beim Abschlusstraining.

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