Erster Medientermin So sieht Werder-Profi Füllkrug seine Rolle bei der WM in Katar

Niclas Füllkrug hat im Oman seine erste Pressekonferenz als Mitglied der deutschen Fußball-Nationalmannschaft absolviert. Was er dabei zu seiner Rolle während der Weltmeisterschaft in Katar sagte.
15.11.2022, 19:11
Lesedauer: 3 Min
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Von Björn Knips

Na klar, dieser Niclas Füllkrug ist richtig heiß auf die WM in Katar – und dann das: Bei seinem ersten Medientermin als Kadermitglied der deutschen Nationalmannschaft fröstelte es den Angreifer des SV Werder Bremen gewaltig. „Das ist ja eisig kalt hier drin. Zum Glück habe ich noch einen Pulli dabei. Gut, dass du das gesagt hast“, bedankte sich Füllkrug bei Franziska Wülle. Die DFB-Pressesprecherin hatte zuvor schon Bundestrainer Hansi Flick und Nationalspieler Christian Günter im ziemlich heruntergekühlten Medienraum des Sultan-Kabus-Stadions begleitet. Im ansonsten sehr heißen Oman bereitet sich die DFB-Auswahl gerade auf die WM vor, bestreitet dort am Mittwoch gegen den Gastgeber ihr einziges Testspiel. Und Füllkrug wird dabei sehr wahrscheinlich sein Debüt als A-Nationalspieler feiern. Die Freude über sein WM-Abenteuer war dem 29-Jährigen deutlich anzusehen – und dabei will er gerne mehr als nur ein Mitreisender sein.

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„Gerade in einem Turnier gibt es Wege, die man sich jetzt noch gar nicht vorstellen kann“, meinte Füllkrug zu seinen Einsatzchancen und schielte dabei natürlich ein bisschen auf die Rolle des Jokers: „Als Stürmer hast du andere Möglichkeiten, wenn du nicht von Beginn an dabei bist. Manchmal geht es dann um Veränderungen im Spiel. Ich könnte so eine Veränderung sein. Aber ich will nichts beschreien. Wichtig ist, dass wir als Mannschaft erfolgreich sind.“

Zu forsch wollte der Neue nun wirklich nicht wirken, aber eben auch nicht zu demütig. Der einzige echte Mittelstürmer im Kader verfügt über jede Menge Bundesliga-Erfahrung. Pressekonferenzen sind nichts Neues für ihn. Souverän und ohne jegliche Nervosität beantwortete der gebürtige Hannoveraner die Fragen der Journalisten. Wohl wissend, dass seine Aussagen sicher bei mehr Fans ankommen werden als sonst. Es ist eine ganz andere Bühne, auch wenn der kleine, kalte Presseraum nicht ganz dazu passte. Dafür aber die vielen Mikrofone vor seinem Gesicht.

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„Ich freue mich, hier zu sein. Die Jungs haben mich toll aufgenommen. Ich gehöre jetzt dazu“, sagte Füllkrug zu Beginn und strahlte dabei. Ein, zwei Stunden zuvor hatte er erstmals mit den neuen Kollegen trainiert und dabei gleich für einen unterhaltsamen Moment gesorgt, als er Joshua Kimmich besser aussehen ließ: Er stopfte ihm das Etikett am Aufwärmshirt wieder in den Kragen. Berührungsängste hat Füllkrug also nicht. Wenngleich wirklich sehr viel neu für ihn ist. Auch sportlich. „Ich habe jetzt eineinhalb Jahre lang in Bremen in einem 3-5-2-System mit zwei Stürmern gespielt. Hier ist es anders mit nur einem Stürmer. Ich versuche mich anzugleichen, so wie die Mannschaft mich braucht. Deshalb sauge ich so viel wie möglich auf“, berichtete Füllkrug. Vor allem die Videoanalysten seien ihm dabei eine große Hilfe. Trotzdem brauche alles seine Zeit. „Auf Hauruck wird das nicht perfekt klappen, auch wenn es schön wäre“, grinste der Noch-Nicht-Nationalspieler: „Aber ich möchte dafür sorgen, dass ich bereit bin. Vielleicht kann ich auch erst am Ende helfen“, meinte der Bremer und avancierte ein bisschen zum Fußball-Philosophen: „Man braucht zu jeder Sekunde in so einem Turnier jeden Spieler. Egal, wie lange der einzelne schließlich spielt.“

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Für Füllkrug ist es eine neue, eine ungewohnte Rolle. Bei Werder gehört er zu den absoluten Leistungsträgern, hat in den letzten zwölf Monaten quasi durchgespielt, wenn er fit war. In der Nationalmannschaft ist er der Neue, der es bislang nur bis in die U 20 des DFB geschafft hat. In den nächsten Tagen muss er gewiss noch seinen Einstand geben, so ist das üblich. Wenngleich der 29-Jährige ob des straffen Terminplans da so seine Zweifel hat. „Hier geht es doch Schlag auf Schlag.“ Nach dem Testspiel gegen den Oman reist die Mannschaft am Donnerstag weiter nach Katar, wo dann die Vorbereitung auf das erste WM-Gruppenspiel am Mittwoch darauf gegen Japan beginnt. Er mache „alles, was Stimmung reinbringt. Da bin ich immer für zu haben“, meinte Füllkrug zu einem möglichen Einstandsritual und fügte schnell noch an: „Ich bin einer, der auch über sich selbst lachen kann.“

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Es war deutlich zu spüren: Füllkrug hat bei der Nationalmannschaft schon jetzt seinen Spaß, erstarrt keineswegs in Ehrfurcht. Und er ist auch bestens vorbereitet. Auf die Frage eines einheimischen Journalisten, was er denn von Gegner Oman halte, antwortete er: „Ich habe extra in der Weltrangliste nachgeschaut. Der Oman steht gar nicht so schlecht da.“ Und zwar auf Rang 75, direkt hinter El Salvador, aber auch einen Platz vor Israel. In dem Spiel gehe es vor allem darum, „als Mannschaft ein gutes Gefühl zu bekommen“, meinte Füllkrug – und wieder grinste er. Seine erste Pressekonferenz bei der Nationalmannschaft hatte er gekonnt gemeistert und schenkte sich selbst dafür ein leises „Super“. So darf es für ihn im Oman und dann auch in Katar gerne weitergehen.     

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