Nach Corona-Aus für Zenkovic und Rapp Trainer-Chaos bei Werder: Jetzt ist Brand dran

Nach dem Rücktritt von Markus Anfang und dem Corona-Aus für Interimscoach Zenkovic und Mittelfeldspieler Rapp wird Christian Brand nun der dritte Werder-Chefcoach innerhalb von fünf Tagen.
23.11.2021, 19:01
Lesedauer: 2 Min
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Von Björn Knips

Die Fotografen jauchzten vor Freude, fast jeder Zuschauer zückte sein Handy, obwohl es noch regnete. Dieses schöne Bild von dem leuchtenden Regenbogen über den trainierenden Profis des SV Werder Bremen wollte sich am Dienstagnachmittag niemand entgehen lassen. Doch die Smartphones können eben nicht nur fotografieren, sondern auch Nachrichten übermitteln – im Fall von Werder waren es in der Vergangenheit sehr oft schlechte. Wie auch diesmal: Der Zweitligist vermeldete zwei neue Corona-Fälle. Interimscoach Danijel Zenkovic und Mittelfeldspieler Nicolai Rapp hat es erwischt. Beide werden am Samstag im Spiel bei Holstein Kiel fehlen. Werder muss also erneut auf der Trainerbank improvisieren. Nach dem im Zuge des mutmaßlichen Impfbetrugs zurückgetretenen Markus Anfang und Übergangslösung Zenkovic ist Christian Brand nun der dritte Werder-Chefcoach in nur fünf Tagen. Und der Vierte steht quasi vor der Tür, denn Sportchef Frank Baumann arbeitet intensiv an einer dauerhaften Lösung.

Ole Werner gilt als Topfavorit, doch dazu wollte sich Baumann nach dem Training nicht äußern. „Christian Brand wird die Mannschaft sehr wahrscheinlich am Samstag übernehmen, es sei denn, wir präsentieren bis dahin einen neuen Trainer“, sagte Baumann, wollte dabei aber keine Prognose abgeben. Für Zenkovic sei es natürlich schade, dass er nach seinem kurzfristigen Aufstieg vom Co-Trainer zum Chef inklusive des 1:1 gegen Schalke nun ausfalle. „Wichtiger ist aber, dass er einen milden Verlauf hat und schnell wieder auf den Beinen ist“, so Baumann, der nicht hadern wollte: „Wir haben vollstes Vertrauen in die Mannschaft und Christian. Wir nehmen die Situation an, wie sie ist, und machen das Beste daraus.“

Ex-Profi Brand, der von 1995 bis 1999 für Werder gespielt hat, ist am Osterdeich eigentlich für die U19 zuständig. Nach dem plötzlichen Anfang-Aus war er als Unterstützung für Zenkovic zu den Profis aufgerückt. Nun übernimmt der 49-Jährige die volle Verantwortung für das Team – und dabei machte er bei seiner ersten eigenen Einheit einen sehr engagierten Eindruck.

Brand war viel unterwegs, gab taktische Anweisungen, verschob die Spieler auf dem Feld und diskutierte auch mal minutenlang mit den beiden Stürmern Niclas Füllkrug und Marvin Ducksch. „Das zeigt, dass wir gute Trainer bei Werder haben“, nutzte Baumann den Moment für ein kleines Lob in eigener Sache. U23-Coach Konrad Fünfstück oder auch so erfahrene Übungsleiter wie Thomas Wolter oder Mirko Votava sollen Brand aber nicht noch zusätzlich beratend zur Seite stehen. Nur Ex-Profi und U16-Coach Cedric Makiadi unterstützt ihn. „Christian ist seit über 14 Jahren Trainer, hat im Jugendbereich viele Mannschaften trainiert, hat aber auch im Profi-Bereich schon seine Erfahrungen gesammelt. Und er war selbst Spieler“, zählte Baumann auf.

Auf Brands Konto stehen in der Tat 108 Bundesligaspiele für Werder, den VfL Wolfsburg und Hansa Rostock. Als Trainer hat er für Hansa Rostock (3. Liga) und Jahn Regensburg (3. Liga) gearbeitet – und er war auch in der Schweiz tätig, beim FC Thun und beim FC Luzern. Für Werder hat er seine Trainer-Karriere bei den Profi-Teams unterbrochen, ist 2017 in den Nachwuchs der Grün-Weißen zurückgekehrt. Ob der 49-Jährige Ambitionen hat, dauerhaft auf die große Fußball-Bühne zurückzukehren, kann er am Donnerstag gefragt werden. Dann steht die Pressekonferenz für das Spiel in Kiel auf dem Programm. Dort soll dann Brand sprechen. Doch wer weiß bei Werder in diesen Tagen schon, was morgen ist...

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