Vertrag bis 2026 Werder verpflichtet Innenverteidiger Niklas Stark ablösefrei

Nach Amos Pieper ist Niklas Stark bereits der zweite Bremer Neuzugang für die Innenverteidigung. Warum seine Wahl ausgerechnet auf Werder gefallen ist.
28.05.2022, 16:20
Lesedauer: 3 Min
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Von Daniel Cottäus

Den Ort, an dem er ab der neuen Saison hauptsächlich seiner Arbeit nachgehen wird, kennt Niklas Stark schon ziemlich gut – nur hat er bisher wenig Positives mit ihm verbunden. Insgesamt sieben Mal hat der Innenverteidiger in seiner Karriere bereits im Weserstadion gespielt, „immer ein bisschen eklig“ sei das gewesen, sagt er – und erklärt: „Bei der Stimmung hier war es nie einfach, Punkte mitzunehmen.“ Vier Remis, zwei Niederlagen, ein Sieg. So liest sich Starks bisherige Weserstadion-Bilanz, die er ab der kommenden Saison deutlich aufbessern will – im Trikot des SV Werder Bremen. „Darauf freue ich mich sehr“, betont der 27-Jährige, den der Bundesliga-Aufsteiger am Samstagnachmittag offiziell als Neuzugang präsentiert hat. Der erfahrene Innenverteidiger, dessen Vertrag bei Hertha BSC in diesem Sommer ausläuft, wechselt ablösefrei nach Bremen und unterschreibt dem Vernehmen nach einen Vier-Jahres-Vertrag bis 2026, was für Werder einen echten Transfercoup bedeutet.

Entsprechend euphorisch las sich dann auch die Mitteilung, die Starks Verpflichtung offiziell machte. „Niklas war schon über einen längeren Zeitraum in unserem Blickfeld. Nun hat sich eine Möglichkeit ergeben, ihn von Werder zu überzeugen und ihn an die Weser zu holen“, lässt sich darin etwa Clemens Fritz als Leiter Profifußball und Scouting zitieren. Auch Chefcoach Ole Werner äußert sich wenig überraschend hoch erfreut: „Niklas ist ein robuster und technisch guter Defensivspieler, der in seiner Karriere schon einiges erlebt hat. Er kann uns sicher sofort weiterhelfen. Schön, dass wir ihn von der sportlichen Perspektive bei Werder überzeugen konnten.“

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Genau das, die Überzeugungsarbeit, muss Werder beim Stark-Deal als großes Verdienst angerechnet werden. Schließlich soll der namhafte Innenverteidiger ganz andere Wechseloptionen gehabt haben. 200 Bundesligaspiele für Nürnberg und vor allem Hertha BSC, dazu vor einigen Jahren zwei Länderspiele für die deutsche Nationalmannschaft – diese Erfahrung gepaart mit Starks verhältnismäßig noch jungem Alter sowie seinem aktuellem Marktwert, den das Branchenportal „transfermarkt.de“ auf 7,5 Millionen Euro schätzt, ließen ihn als ablösefreien Spieler zu einem ganz heißen Kandidaten bei mehreren Clubs werden. Alles andere als selbstverständlich also, dass sich so ein Spieler Werder Bremen anschließt.

„Ich hatte ein gutes Bauchgefühl, was den Wechsel angeht. Der Verein und das ganze Drumherum haben mir ein gutes Gefühl gegeben“, sagt Stark, der nach Informationen unserer Deichstube für dieses gute Gefühl sogar auf Geld verzichtete. In Bremen wird der 1,90 Meter große Abwehrspieler nämlich nicht mehr so gut verdienen wie zuletzt bei der Hertha aus Berlin, für die Stark seit 2015 aktiv war.

Es sind also vor allem die sportlichen Perspektiven der Mannschaft und die ihm darin zugedachte Rolle, die Stark für Werder begeistert haben. „Das kann richtig gut werden“, sagt der ehemalige Jugendspieler des 1. FC Nürnberg über die Zukunft am Osterdeich – und führt aus: „Der Aufstieg ist Gott sei Dank gelungen. Jetzt gilt es, etwas Gutes aufzubauen und einen guten Start zu haben. Wir wollen uns auf jeden Fall etablieren, und ich freue mich, ein Teil dessen zu sein.“

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Aus der Ferne hatte Stark kürzlich beobachtet, wie Mannschaft und Fans den Bundesliga-Aufstieg gemeinsam gefeiert haben. „Das war schon cool anzuschauen“, sagt der Innenverteidiger, der beim Anblick der Bremer Jubel-Bilder das bestätigt gesehen haben dürfte, was ihm ein Berliner Mitspieler zuvor über Werder und Bremen erzählt hatte. „Ich habe mit Davie Selke gesprochen. Er hat geschwärmt von dem Ganzen hier und gesagt, dass es geil wäre, wenn ich es machen würde“, berichtet Stark aus seiner Unterhaltung mit dem Ex-Bremer, mit der er im Hertha-Trikot kürzlich in der Relegation gegen den Hamburger SV den Bundesliga-Klassenerhalt feierte. Stark: „Nach sieben Jahren in Berlin war es schön, dass ich mich nicht mit dem Abstieg verabschieden musste.“ Spannender Nebeneffekt: In der neuen Saison wird es zum Wiedersehen mit dem Ex-Club kommen.

Dass Stark dann – so er denn fit und nicht gesperrt ist – in Werders Startaufstellung stehen wird, dürfte als nahezu sicher gelten. Bei den Gesprächen mit Werders Verantwortlichen wird jede andere Rolle im Kader von vornherein ausgeschlossen gewesen sein. Nach Amos Pieper, der – ebenfalls ablösefrei – aus Bielefeld kommt, ist Stark bereits der zweite Innenverteidiger, den Werder vor der neuen Saison verpflichtet hat, was eine Vertragsverlängerung von Kapitän und Abwehrchef Ömer Toprak nicht eben wahrscheinlicher wirken lässt. Noch ist die sportliche Zukunft des 32-Jährigen offen. Die Gespräche, die in der vergangenen Woche begonnen haben, sollen in der neuen fortgesetzt werden.

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