Baumann: Muss wieder Teil des Teams werden Füllkrug trotz Begnadigung bei Werder in der Bringschuld

Niclas Füllkrug hat am Donnerstag wieder mit seinen Werder-Kollegen trainiert. Jetzt aber komme es darauf an, dass der 28-Jährige auch wieder ein Teil der Mannschaft werde, betont Sportchef Baumann.
21.10.2021, 18:59
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Von Daniel Cottäus

Er schoss aufs Tor, war viel in Bewegung und diskutierte mit den Kollegen. Alles ganz normal. Wer also nicht um die besondere Vorgeschichte dieses Werder-Trainings am Donnerstagmorgen wusste, der wäre wohl kaum auf die Idee gekommen, dass Niclas Füllkrug an diesem Tag im Zentrum der Aufmerksamkeit stand. Genau so war es aber.

Erstmals trainierte der 28-Jährige wieder mit der Mannschaft, nachdem er am Montag aus disziplinarischen Gründen für drei Tage freigestellt worden war. Vorausgegangen war Füllkrugs Rückkehr auf den Platz am Morgen ein knapp halbstündiges Gespräch mit Werders Verantwortlichen, die den Profi letztlich begnadigten. "Niclas hat den Eindruck gemacht, dass er es wirklich eingesehen hat und sich jetzt wieder aufs Wesentliche konzentriert", sagte Sportchef Frank Baumann.

Nachdem sich Füllkrug gegenüber dem Leiter Profifußball Clemens Fritz im direkten Anschluss an die 0:3-Niederlage in Darmstadt verbale Entgleisungen erlaubt hatte, war er vom Verein zu einer dreitägigen Denkpause inklusive Geldstrafe verdonnert worden. "Diese Zeit hat er genutzt, um sich mit dem Vorfall am Sonntag und seiner aktuellen Gesamtsituation zu beschäftigen", erklärte Baumann. Nun sei die Sache abgehakt. Zumal sich Füllkrug bei Fritz sowie bei Mannschaft und Trainerteam bereits zu Wochenbeginn für sein Verhalten entschuldigt hatte.

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"Wir sind weiterhin der Überzeugung, dass Niclas' Qualitäten der Mannschaft helfen können", betonte Baumann, der Füllkrugs Zukunft im Verein an den Ausgang des Krisengesprächs geknüpft hatte und den Stürmer trotz Begnadigung in der Bringschuld sieht: "Wichtig ist, dass den Worten jetzt Taten folgen." Das bedeute aber nicht, dass Füllkrug künftig nur an Toren gemessen werde, sondern "es geht darum, dass er jetzt wieder ein Teil der Mannschaft wird. Gedanklich hat er sich da zuletzt ein Stück weit rausgenommen". Zur Erinnerung: Füllkrug hat unter Trainer Markus Anfang seinen Stammplatz verloren, was bei ihm für großen Unmut gesorgt hat. Jüngst bezeichnete sich der Stürmer gar selbst als "Verlierer". In Darmstadt entlud sich dieser Frust schließlich.

Den Spieler nach dem Vorfall zu suspendieren, bezeichnete Baumann als "gut und wichtig". Dass die Maßnahme mit drei Tagen (an denen Füllkrug nur ein reguläres Training verpasste) recht kurz war, erklärte er so: "Für den Arbeitgeber hätte aus disziplinarischer Sicht vieles für eine deutlichere Strafe gesprochen, aber das Trainerteam hat sich für den kürzeren Zeitraum eingesetzt, weil es Niclas schnellstmöglich wieder dabei haben wollte." Das darf durchaus als Signal gewertet werden. Denn das Verhältnis zwischen Anfang und Füllkrug gilt schon länger als angespannt, dem wirkt der Trainer nun mit seinem Einsatz für den Spieler entgegen.  "Markus sieht den Wert, den Niclas hat", sagte Baumann, verdeutlichte aber, dass sich Füllkrug auch in der nächsten Zeit mit der Joker-Rolle begnügen muss: "Er spielt eine wichtige Rolle, auch wenn es erstmal sehr wahrscheinlich weiterhin über Einwechslungen laufen wird." 

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