Rückblick auf Nordderbys Das sind die fünf denkwürdigsten Duelle von Werder gegen St. Pauli

Werder spielt am Samstag gegen St. Pauli, es ist natürlich nicht das erste Mal. Wir schauen auf die fünf denkwürdigsten Partien der beiden norddeutschen Klubs.
09.04.2022, 10:59
Lesedauer: 4 Min
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Von Marius Winkelmann

Wenn der SV Werder Bremen und der FC St. Pauli am Samstag (13.30 Uhr) zum 56. Mal aufeinandertreffen, geht es um viel. Nicht weniger als der Aufstieg in die Bundesliga steht auf dem Spiel. Doch auch in der Vergangenheit gab es bei der Paarung Werder gegen St. Pauli das eine oder andere spektakuläre, gar denkwürdige Fußballspiel. Unsere Deichstube hat in den Archiven gekramt und die fünf interessantesten Spiele herausgesucht.

DFB-Pokal-Viertelfinale – 25. Januar 2006: FC St. Pauli - Werder Bremen 3:1

Spektakuläre DFB-Pokal-Überraschung – Werder-Aus bei „Skandal“-Spiel auf Schnee und Eis

Das Viertelfinal-Duell im DFB-Pokal zwischen dem FC St. Pauli und Werder Bremen steht lange auf der Kippe. Die Platzverhältnisse am Hamburger Millerntor sind schlecht. Der Rasen ist von Schnee und Eis bedeckt. Erst wenige Stunden vor der Begegnung gibt Schiedsrichter Dr. Felix Brych unter starkem Protest der Bremer Verantwortlichen grünes Licht. Als er das Spiel anpfeift, wird schnell klar, dass auf dem rutschigen Untergrund kein normales Fußballspiel möglich ist - ein klarer Nachteil für das fußballerisch überlegene Werder-Team. Der Regionalligist kommt mit den Bedingungen besser zurecht und geht nach zehn Minuten mit 1:0 durch Michel Mazingu-Dinzey in Führung.

Doch Werder schlägt eine Viertelstunde später zurück, Johan Micoud gelingt aus knapper Abseitsposition der Ausgleich - 1:1. Dann fällt Werder-Star Miroslav Klose dem Schneetreiben zum Opfer – der Stürmer rutscht kurz vor der Halbzeit im Zweikampf aus und muss mit einem Sehnenanriss in der Schulter ausgewechselt werden. Nach der Halbzeitpause kommt es noch dicker für den Bundesligisten. Zunächst bringt Fabian Boll die Kiezkicker mit 2:1 in Front (59.), ehe ausgerechnet Timo Schultz, Ex-Bremer und heutiger Cheftrainer des FC St. Pauli, sogar auf 3:1 (65.) erhöht. Zu allem Überfluss scheitert Tim Borowski in der 78. Minute auch noch mit einem Elfmeter an Keeper Achim Hollerieth. Der SV Werder Bremen fliegt aus dem Pokal und scheitert dabei sowohl am Gegner als auch an den widrigen Platzverhältnissen.

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Bundesliga – 23. April 2011: FC St. Pauli - Werder Bremen 1:3

Letztes Pflichtspiel am Millerntor – Pizarro sei Dank: Werder dreht Partie beim späteren Absteiger St. Pauli

Es ist das bis heute letzte Pflichtspiel des SV Werder am Millerntor - am 31. Spieltag der Fußball-Bundesliga gewinnen die Bremer vor knapp 25.000 Zuschauern mit 3:1 und entledigen sich damit aller Abstiegssorgen. Den besseren Start erwischt allerdings der aggressiv zu Werke gehende FC St. Pauli – ein gewisser Fin Bartels, der damals genauso zum Kader der Kiezkicker zählt wie Max Kruse, bringt die Gastgeber mit 1:0 in Führung (29.). Mit diesem Spielstand geht es in die Pause. In Durchgang Nummer zwei kommt Werder wie ausgewechselt aus der Kabine. Ein Eigentor von Markus Thorandt sorgt zunächst für den Ausgleich. Mit einem Doppelschlag (73. und 75.) dreht Claudio Pizarro das Spiel endgültig zugunsten des SV Werder. Der FC St. Pauli steigt am Saisonende als Tabellenletzter ab.

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2. Bundesliga – 30. Oktober 2021: Werder Bremen - FC St. Pauli 1:1

Erstes Zweitliga-Duell zwischen Werder und dem FC St. Pauli: Ducksch-Treffer reicht nicht zum Sieg

Das Hinspiel zwischen dem SV Werder und dem FC St. Pauli am 12. Spieltag ist das erste Zweitliga-Duell beider Nord-Clubs. Die unter Trainer Markus Anfang schwach gestarteten Bremer empfangen als Tabellenzehnter den Spitzenreiter aus Hamburg. Zur Halbzeit steht es 0:0 im Weserstadion. In der zweiten Hälfte schießt Werders Top-Torjäger und Ex-St.-Paulianer Marvin Ducksch die Grün-Weißen in Führung (62.). Es ist sein vierter Treffer im sechsten Duell gegen seinen Ex-Club, bei dem er laut eigener Aussage „keine schöne Zeit“ erlebt hatte. Doch den Kiezkickern gelingt nur fünf Minuten später der Ausgleich durch Finn-Ole Becker. In der zweiten Minute der Nachspielzeit scheint es für Werder dann knüppeldick zu kommen: der eingewechselte Sturmtank Simon Makienok schießt aus kurzer Distanz den vermeintlichen Siegtreffer. Doch der VAR schaltet sich ein und erkennt den Treffer aufgrund eines Handspiels zurecht ab.

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Bundesliga – 6. August 1977: FC St. Pauli - Werder Bremen 3:1, 10. Dezember 1977: Werder - St. Pauli 4:0

St. Pauli gewinnt seine Bundesliga-Premiere gegen Werder – Revanche im Rückspiel

Sein allererstes Bundesligaspiel bestreitet der FC St. Pauli am 6. August 1977 gegen Werder Bremen und gewinnt durch zwei Elfmetertore von Dietmar Demuth 3:1. Es ist und bleibt bis heute der einzige Sieg des Kiez-Clubs in 16 Partien im Fußball-Oberhaus gegen Werder. Nach einem Sieg für St. Pauli sieht es zunächst überhaupt nicht aus - die Bremer gehen durch Per Röntved in Front (72.). Doch St. Pauli dreht die historische Partie spät. Demuths Elfmeter-Doppelpack (80. und 88.) verwandelt das Millerntor-Stadion in ein Tollhaus. Franz Gerber macht in der Schlussminute endgültig den Deckel drauf. Im Rückspiel, am 10. Dezember 1977, gelingt Werder im Weserstadion schließlich die Revanche: Das Team von Trainer Hans Tilkowski schickt St. Pauli mit 4:0 nach Hause – der höchste Sieg der Bremer gegen die Kiezkicker. Die Treffer für die Grün-Weißen schießen zweimal Jürgen Röber und Karl-Heinz Kamp. Zudem unterläuft Horst Feilzer ein Eigentor.

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Bundesliga – 27. April 2002: Werder Bremen - FC St. Pauli 3:2

Werder dreht verloren geglaubtes Spiel bei Marco Bodes letztem Heimspiel

Letzter Auftritt im Weserstadion: Die Begegnung gegen den FC St. Pauli am 33. Spieltag der Saison 2001/2002 ist für Marco Bode das letzte Heimspiel im Trikot des SV Werder. Nach der Saison - und der anschließenden Weltmeisterschaft in Japan und Südkorea - beendet der Nationalspieler seine Karriere. Doch der bereits abgestiegene FC St. Pauli will Bode den Abschied offenbar versauen und spielt befreit auf. Der Lohn: Christian Rahn (5.) und Thomas Meggle (16.) schießen für den Außenseiter eine klare Pausenführung heraus. Doch Werder, das im Fernduell mit dem 1. FC Kaiserslautern um die UI-Cup-Teilnahme kämpft, braucht dringend einen Heimsieg – und dreht nach der Pause auf. Der überragende Torsten Frings markiert früh den Anschluss (50.) ehe Bode wenig später der wichtige 2:2-Ausgleichstreffer gelingt (54.). Es ist sein 101. Bundesliga-Tor im vorletzten von insgesamt 379 Einsätzen für die Grün-Weißen. In der 77. Minute ist es erneut Frings, der den Grün-Weißen mit seinem 3:2-Siegtreffer letztlich die UI-Cup-Teilnahme sichert. Neben Bode werden auch die Werder-Ikonen Dieter Eilts (Karriereende) und Frank Rost (Wechsel zu Schalke 04) offiziell verabschiedet. 

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