Nur Blumen und Trikot Werder-Kontroverse: Keine besondere Ehre für Pizarro

So spektakulär die Abschiedsparty für Claudio Pizarro war - die Werder-Legende wurde weder zum Ehrenspielführer ernannt, noch ihm die Ehrenmitgliedschaft verliehen. Die Hintergründe.
26.09.2022, 18:23
Lesedauer: 1 Min
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Von Björn Knips

Ein Blumenstrauß, das Wendetrikot im Bilderrahmen und Jan Delay als Überraschungsgast – das waren am Samstagabend neben der Organisation des Spiels die Geschenke des SV Werder Bremen für Claudio Pizarro bei dessen Abschied von der Fußball-Bühne. Auf eine besondere Ehre für den Rekordtorschützen hatten sich die Verantwortlichen im Club dagegen nicht einigen können: Pizarro wurde weder zum Ehrenspielführer ernannt noch wurde ihm die Ehrenmitgliedschaft verliehen. Beides hatte intern für kontroverse Diskussionen gesorgt. Schließlich musste in der Woche vor dem Abschiedsspiel sogar der Ehrenrat entscheiden und lehnte dabei tatsächlich einen Vorschlag des geschäftsführenden Präsidiums um Präsident Hubertus Hess-Grunewald ab. 

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Aber der Reihe nach: Im Sommer schlug Ex-Werder-Boss Jürgen Born vor, dass Pizarro Ehrenspielführer werden sollte. Doch die Geschäftsführung (Filbry, Baumann, Hess-Grunewald) sprach sich nach Rücksprache mit dem Aufsichtsrat mehrheitlich dagegen aus, weil der Peruaner nicht alle Kriterien erfüllte. So war Pizarro zum Beispiel nie wirklich Kapitän. Außerdem sollte die Tür zu diesem elitären Kreis von aktuell zehn Spielern (Votava, Frings, Fritz, Baumann, Bode, Eilts, Burdenski, Höttges, Ackerschott und Schütz) nicht zu weit geöffnet werden.

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Damit Pizarro nicht leer ausgeht, schlug das geschäftsführende Präsidium des Vereins (Hess-Grunewald, Plaat und Höfer) vor, den Stürmer zumindest zum Ehrenmitglied zu machen. Im Präsidium gab es dafür eine knappe Mehrheit, im Ehrenrat dann aber nicht. Begründung: Diese Auszeichnung sei eigentlich nur nach 40 Jahren ehrenamtlicher Mitarbeit oder 70-jähriger Mitgliedschaft vorgesehen. Es gibt allerdings auch Ausnahmen wie zum Beispiel Ex-Profi und Ex-Geschäftsführer Klaus Allofs.

Pizarro bleibt also formell ein normaler Ex-Werder-Profi, was längst nicht allen im und rund um den Clubs gefällt. Der 43-Jährige kann sich derweil damit trösten, bezahlter Botschafter des FC Bayern München zu sein. Auch das soll übrigens bei der Entscheidung des Ehrenrats eine Rolle gespielt haben.
 

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