Verletzungen Werner geht bei Werders Comeback-Quartett auf Nummer sicher

Eine kleine Überraschung war es schon, dass Veljkovic, Friedl und Wieser gegen Pauli gespielt haben, waren sie doch erst kürzlich noch verletzt. Für Werder-Trainer Werner ist das kein Problem.
10.04.2022, 13:24
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Werner geht bei Werders Comeback-Quartett auf Nummer sicher
Von Malte Bürger

Tatsache, es hatte gereicht. Als am Samstag pünktlich um 12.30 Uhr die Aufstellungsbögen im Millerntor-Stadion die Runde machten, gab es an der einen oder anderen Stelle durchaus große Augen. Milos Veljkovic, Marco Friedl und Mitchell Weiser gehörten nach ihren muskulären Verletzungen wirklich zur Startelf des SV Werder Bremen. Ihre Rückkehr hatte sich zwar in der Vorwoche mehr und mehr angedeutet, doch bis zuletzt gab es Zweifel, ob ein Einsatz von Beginn an realistisch sein würde. War er. Lediglich Ömer Toprak, der ebenfalls länger gefehlt hatte, saß erst einmal auf der Bank, durfte dann in der Schlussphase aber auch noch ran. Die Bremer Personalsorgen, sie hatten sich pünktlich zum Spitzenspiel beim FC St. Pauli (1:1) so gut wie in Luft aufgelöst – und damit viel früher als gedacht.

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Muskel-Sehnenverletzung, Muskelbündelriss, komplizierte Bauchmuskelverletzung – so lauteten noch vor gar nicht allzu langer Zeit die unterschiedlichen und wenig vielversprechenden Diagnosen bei Toprak, Weiser und Friedl. Da waren Veljkovics muskuläre Wadenprobleme fast schon ein Klacks. Dass dieses Quartett für Werder enorm wichtig ist, ist unbestritten. Gerade in einem so engen Aufstiegsrennen, wie es die 2. Bundesliga aktuell erlebt. Viel steht für die Bremer, den ganzen Verein auf dem Spiel. Auf der Jagd nach dem größtmöglichen Erfolg wäre dabei ein gewisses personelles Risiko verständlich – aber war es überhaupt eines? „Wir schicken keinen ins Rennen, von dem wir denken, da könnte im nächsten Moment was kaputt gehen – zumindest nicht am sechstletzten Spieltag“, betonte Ole Werner und schob ebenso unmissverständlich hinterher: „Es war bei keinem ein Risiko dabei, ihn aufs Feld zu schicken. Auch nicht bei Ömer. Alle fühlten sich sicher.“

Sowas passiert dann einfach mal, dass du einen im Gesicht abbekommst – und heute hat es mich halt erwischt.
Marco Friedl

Vor allem Marco Friedl zeigte keinerlei Zögern. Kompromisslos ging er auf St. Pauli in die Zweikämpfe, wollte ein Vorbild für seine Teamkollegen in diesem elektrisierenden Nordkracher sein. Und musste dafür durchaus einen gewissen Preis zahlen. Reichlich lädiert sah er nämlich nach der Partie auf den letzten Metern seines Arbeitstages aus. Auf seiner Nase zeichnete sich eine kleine Beule ab, unter dem linken Auge verdeckten zwei Pflaster eine blutige Wunde. Und auch die anschließenden Worte des österreichischen Abwehrspielers deuteten eher darauf hin, dass er gerade eine groß angelegte Keilerei und kein Fußballspiel hinter sich gebracht hatte. „Wir haben viel einstecken müssen, aber auch einiges ausgeteilt“, sagte der 24-Jährige im Gespräch mit dem vereinseigenen TV-Team. „Sowas passiert dann einfach mal, dass du einen im Gesicht abbekommst – und heute hat es mich halt erwischt.“ Resultat: Nasenbeinbruch.

Doch Friedl steckte auch diese Blessur aus der 66. Minute weg, spielte bis zum Ende weiter und dürfte nach weiteren Untersuchungen zum Wochenstart demnächst mit Maske auf dem Trainingsplatz unterwegs sein. Aufgeben gilt nicht. Nicht jetzt. Höchstens dann, wenn die Luft wegbleibt. „Uns war klar, dass die eine oder andere Auswechslung früher passieren muss, als man das aufgrund der Leistung vielleicht tun würde“, erklärte Werner. Nicolai Rapp etwa, der im Vorfeld der Begegnung zwei Tage wegen einer Erkältung hatte aussetzen müssen, tat sich sichtlich schwer und blieb bereits nach der ersten Halbzeit in der Kabine. Auch für Mitchell Weiser war früher Schluss: „Das war der Tatsache geschuldet, dass er noch nicht so lange im Training war. Er hat zur Pause gesagt, dass noch zehn Minuten im Tank sind“, verriet Werders Chefcoach.

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Zum Aufladen, um im Bilde zu bleiben, bleibt nun etwas mehr Zeit. Erst Ostersonntag folgt das nächste Spitzenspiel gegen den 1. FC Nürnberg (13.30 Uhr). Für Werder kann das nur gut sein. Damit endgültig alle Rückkehrer den Status der Teilzeitkraft ablegen können. So wie es neben Veljkovic am Samstag auch Marco Friedl vorgemacht hat. Nur vielleicht nächstes Mal ohne verbeultes Gesicht.

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