Partie gegen Düsseldorf Werder will auch nach der Winterpause am 3-5-2-System festhalten

Dreimal hat Werder Ende 2021 in Folge in der 2. Liga gewonnen. So soll es am Samstag, 15. Januar, gegen Fortuna Düsseldorf weitergehen - nach bewährtem Spielsystem.
11.01.2022, 18:45
Lesedauer: 3 Min
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Von Daniel Cottäus

Ole Werner musste lachen, als er in der Medienrunde am Dienstag mit dem kleinen Statistik-Schnipsel konfrontiert wurde. Und welche Bedeutung er ihm beimisst (nämlich gar keine!), zeigte dann seine alles andere als ernst gemeinte Rückfrage an den Journalisten. Der hatte den Werder-Trainer darauf hingewiesen, dass er, Werner, noch nie ein erstes Spiel eines Kalenderjahres in der 2. Bundesliga hatte gewinnen können. „Und wie stehe ich so an den 19. Spieltagen da?“, fragte Werner, grinste breit und sagte, nun deutlich sachlicher: „Wenn das Spiel am Samstag läuft, wird meine Jahresauftakt-Statistik jedenfalls keine Rolle spielen.“ Womit der 33-Jährige ziemlich sicher Recht behalten dürfte. Schließlich stehen während der Partie gegen Fortuna Düsseldorf, die um 13.30 Uhr angepfiffen wird, ganz andere Fragen im Mittelpunkt.

Zuvorderst wohl diese hier: Kann Werder den sportlichen Aufschwung aus den letzten Wochen des vergangenen Jahres auch in 2022 fortsetzen? Dreimal haben die Bremer in Folge in der 2. Liga gewonnen und sich den interessanten Tabellenplätzen damit wieder angenähert. So soll es weitergehen. Dafür haben Werner und sein Team während der Winterpause „intensiv gearbeitet“. „Ich bin optimistisch, dass die Spieler verstanden haben, was wir spielen wollen, und dass relativ viel von dem, was unseren Fußball kennzeichnen soll, bei der Mannschaft angekommen ist. Dazu sehe ich, dass sie auch in der Lage ist, es umzusetzen“, sagte Werner, der – wenn man so möchte – in den vergangenen Wochen endgültig als Werder-Trainer angekommen ist. Bei Amtsantritt Ende November hatte der neue Chefcoach noch erklärt, bis zur Winterpause zunächst nur an „einigen Stellschrauben“ drehen zu wollen, ehe dann mehr und mehr eigene Ideen und Vorstellungen einfließen sollten. Ein Prozess, der für Werner sogar bereits am Jahresende begonnen hat.

„Wir konnten auf dem Platz relativ schnell vieles von dem erkennen, was wir auch vorgeben wollten. Natürlich war es ein Vorteil für uns, dass viele Dinge hier unserer Vorstellung von Fußball schon sehr ähnlich waren“, erklärte Werner, der praktisch auf der Arbeit seines Vorgängers Markus Anfang aufbauen konnte. In der Winterpause – vor allem während der Testspiele gegen Drittligist Viktoria Berlin (3:0) und Zweitliga-Rivale Hannover 96 (2:2) – habe er zudem „ein besseres Gefühl für die Spieler bekommen, die zuletzt weniger auf dem Platz standen“, sagte Werner, der am zuletzt sehr erfolgreichen 3-5-2-System im Winter übrigens nicht geruckelt hat. Zur Erinnerung: Bei Holstein Kiel hatte Werner stets für ein 4-3-3-System gestanden und wäre mit seiner Mannschaft beinahe in die Bundesliga aufgestiegen. Auch Werder war mit diesem System in die laufende Saison gestartet, ehe Markus Anfang wegen anhaltenden Misserfolgs auf 3-5-2 umstellte, was Werner (vorerst) nicht rückgängig machen wird.

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„Wir haben uns vor der Winterpause in dieser Ordnung gefunden und glauben, dass wir in ihr die Stärken dieses Kaders besonders gut einsetzen können“, erklärte Werner, ließ dann aber sogleich eine Einschränkung folgen: „Das heißt aber nicht, dass wir uns darauf jetzt für immer festlegen. Natürlich wollen wir auch eine gewisse Flexibilität haben.“ Aktuell ist es aber schlichtweg so, dass sich die Mannschaft im 3-5-2 am wohlsten fühlt, was die jüngsten Ergebnisse in der Liga gezeigt haben. Diese Stabilität will Werner freilich nicht ohne Not aufs Spiel setzen.

Wenn es richtig gut läuft, trägt sie am Samstag sogar ihren Teil dazu bei, dass Ole Werner sein erstes Jahres-Auftaktspiel in der 2. Bundesliga gewinnt. Mit Kiel war ihm das zwei Mal nicht gelungen (2020 gab es ein 1:1 gegen Darmstadt, 2021 ein 1:2 gegen Osnabrück), als Werder-Coach steht Werner nun gegen Düsseldorf vor dem dritten Anlauf. Was freilich nur eine Petitesse ist.
Als Lustmacher auf die Partie taugt vermutlich ohnehin vielmehr dieser Fakt: Gegen Fortuna Düsseldorf hat der Trainer Ole Werner noch nie ein Spiel verloren.

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