Es gibt noch eine Hürde Werder will offenbar Ole Werner als Anfang-Nachfolger

Werder sucht bereits mit Hochdruck nach einem Nachfolger für den zurückgetretenen Markus Anfang. Vor allem Ole Werner steht offenbar hoch im Kurs - doch es gibt noch eine Hürde.
21.11.2021, 14:42
Lesedauer: 2 Min
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Von Björn Knips

Markus Anfang ist als Trainer Geschichte beim SV Werder Bremen, Ole Werner soll die Zukunft sein. Der 33-Jährige steht nach Informationen unserer Deichstube ganz oben auf der Wunschliste des Zweitligisten. Es gibt allerdings ein Problem: Trotz seines Rücktritts bei Holstein Kiel im vergangenen September besitzt Werner bei den Norddeutschen noch einen bis Saisonende gültigen Vertrag. Die Holstein-Verantwortliche spekulieren darauf, für Werner noch eine Ablösesumme zu kassieren, deswegen wurde der Kontrakt nicht aufgelöst. Nicht nur deshalb ist mit einer schnellen Lösung nicht zu rechnen. Die beiden Clubs treffen ausgerechnet am nächsten Samstag in Kiel aufeinander, da wollen die Gastgeber ihren Ole Werner nicht als Gegner begrüßen. Stand jetzt sollen deshalb Co-Trainer Danijel Zenkovic und U19-Coach Christian Brand das Werder-Team auch bei diesem Nordderby betreuen. Gleichzeitig prüft Werder weitere Optionen: Dazu zählen vor allem Daniel Farke, Daniel Thioune und Miroslav Klose. Bruno Labbadia ist kein Thema, Tim Borowski und Torsten Frings besitzen nur Außenseiterchancen.  

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Zurück zu Werner: Mit einer Ablöse für Trainer hat Werder keine gute Erfahrung gemacht. Markus Anfang war im Sommer für 500.000 Euro aus dem eigentlich noch bis Ende Juni 2022 laufenden Vertrag bei Darmstadt 98 herausgekauft worden. Das Geld ist verbrannt. Denn nach den Vorwürfen eines Impfbetrugs inklusive Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ist Anfang zurückgetreten. Bei Werder wurde zwar darüber nachgedacht, dieses Geld von Anfang als Schadensersatz einzufordern, doch dieses Vorhaben wurde wieder verworfen. Der Club will das Thema Anfang einfach nur vom Tisch haben und nicht durch eine selbst initiierte juristische Auseinandersetzung für neue Schlagzeilen sorgen.

Der Zweitligist will unbedingt positiv nach vorne gucken. Dabei spielt Werner eine zentrale Rolle. Der noch junge Trainer hatte in der vergangenen Saison mit Kiel erst in der Relegation den Aufstieg in die Bundesliga verpasst. Zudem war er mit den „Störchen“ bis ins Halbfinale des DFB-Pokals vorgedrungen. Doch in der neuen Saison lief es einfach nicht, Kiel stürzte ab, Werner übernahm nach nur zwei Siegen aus den ersten sieben Spiele mit seinem Rücktritt die Verantwortung dafür. Anfang November betonte er gegenüber dem „kicker“, dass er wieder „große Lust“ auf eine neue Aufgabe verspüre. Von Werder lag ihm schon einmal eine Anfrage vor  – nach der vergangenen Saison.  Doch damals lehnte er Gespräche aus „Loyalität und Verantwortungsbewusstsein“ gegenüber Holstein Kiel ab. Immerhin ist er schon seit 15 Jahren im Club.

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Auch Daniel Farke ist in der engeren Wahl bei Werder. Allerdings könnte der 45-Jährige den Gehaltsrahmen der Bremer sprengen. Farke hat beim Premier-League-Club Norwich City, der ihn kürzlich entlassen hat, gewiss nicht schlecht verdient. Bei Miroslav Klose spielt die Ungewissheit mit, dass er noch nie eine Profi-Mannschaft trainiert hat. Außerdem ist der 43-Jährige nach seinem spektakulären Wechsel zum FC Bayern inklusive Geheimtreffen mit den Bayern-Verantwortlichen einen Tag vor einer Reise zu einem Uefa-Cup-Spiel bei vielen Werder-Fans in Ungnade gefallen. Seine Rückkehr wäre zumindest schwierig. Ole Werner ist dagegen in Bremen sehr beliebt – und wird von den verschiedensten Personen im Werder-Umfeld als Wunschkandidat genannt. Sportchef Frank Baumann ist dran, aber bis zu einer Entscheidung könnte es noch etwas dauern.

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