Rücktritt von Markus Anfang Werders Trainersuche beginnt erneut

Nach dem Rücktritt von Markus Anfang beginnt die Trainersuche erneut. Frank Baumann sucht nun mit Hochdruck nach einem Nachfolger und greift dabei auf bereits vorhandenes Wissen zurück.
20.11.2021, 16:56
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Von Daniel Cottäus

Dienstbeginn am 1. Juni, Rücktritt am 20. November: 172 Tage lang war Markus Anfang Cheftrainer des SV Werder Bremen, ehe er über die Vorwürfe rund um seinen mutmaßlich gefälschten Impfnachweis stolperte und sein Amt zur Verfügung stellte. Werders Sportchef Frank Baumann sucht nun mit Hochdruck nach einem Nachfolger für den 47-Jährigen, der möglichst schnell präsentiert werden soll. "Es wäre für den neuen Mann gut, möglichst schnell mit der Mannschaft arbeiten zu können", sagte er gegenüber dem Vereins-TV. Zum Kreis möglicher Kandidaten zählen dabei gute alte Bekannte.

Als Werder nach der Entlassung von Florian Kohfeldt im Sommer auf Trainersuche ging, gab es neben Anfang, der letztlich den Zuschlag erhielt, noch andere Trainer auf der Favoritenliste. Ganz oben mit dabei: Ole Werner. Der 33-Jährige stand damals beim Ligarivalen Holstein Kiel unter Vertrag, trat nach einem Fehlstart in die aktuelle Saison aber zurück und ist seit Mitte September ohne Verein. Er würde also umgehend zur Verfügung stehen.

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Bei der aktuellen Trainersuche helfe es, "dass wir den Trainermarkt sehr ausführlich gescannt hatten und einen professionellen Recruitingprozess umgesetzt haben", sagte Baumann und kündigte an, die "Listen und Bewertungen noch einmal durchzugehen".

Auch mit Peter Zeidler, dem aus Schwäbisch Gmünd stammenden Trainer des Schweizer Erstligisten FC St. Gallen, hatte sich Werder im Sommer intensiv beschäftigt. Aktuell belegt der 59-Jährige mit seinem Team den sechsten Tabellenplatz, sein Vertrag soll noch bis 2025 laufen. Für ihn würde also eine Ablösesumme fällig werden.

Bei Daniel Farke wird das eher nicht der Fall sein. Der 45-Jährige war erst Anfang November beim englischen Erstligisten Norwich City entlassen worden, bei dem er sich seit 2017 den Ruf erarbeitet hatte, junge Spieler weiterentwickeln zu können. In den Jahren 2019 und 2021 stieg Farke jeweils mit Norwich als Zweitliga-Meister auf. Dazwischen aber auch einmal aus der Premier League ab. Vor seiner Zeit in England hatte er als Trainer für Borussia Dortmund II gearbeitet. 

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Generell ist es allerdings fraglich, ob sich die Bremer nach dem "Fall Anfang" erneut auf einen Trainer ohne Stallgeruch einlassen. Im Verein soll es nach Informationen unserer Deichstube Stimmen geben, die einen neuen Coach mit Werder-Vergangenheit präferieren. 

Nimmt man das als Maßstab, taucht unweigerlich (mal wieder) der Name Bruno Labbadia in Verbindung mit Werder auf. Der 55-Jährige ist ebenfalls vereinslos und soll sich ein Engagement an der Weser zu früheren Zeitpunkten gut hätte vorstellen können. Ob sich der Ex-Stürmer, der von 1996 bis 1998 insgesamt 74 Pflichtspiele für Werder bestritt und dabei 24 Tore erzielte, allerdings als Aufbauhelfer in der 2. Liga sieht, ist äußerst fraglich. Ähnliches dürfte für Miroslav Klose gelten, der zuletzt als Co-Trainer für den FC Bayern München gearbeitet hatte.

"Stallgeruch-Alternativen" zu Labbadia und Klose könnten Tim Borowski (294 Pflichtspiele für Werder) und Torsten Frings (449 Pflichtspiele für Werder) sein. Borowski hatte bis Sommer als Assistent von Kohfeldt bei Werder gearbeitet und sich nach dessen Freistellung auf eigenen Wunsch hin aus dem Verein verabschiedet. Es ist bekannt, dass der 41-jährige Ex-Profi eine Laufbahn als Cheftrainer anstrebt. Zuletzt hatte er allerdings erst einmal Abstand vom Fußballgeschäft gewinnen wollen.

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Frings' bis dato letztes Trainer-Engagement beim Drittligisten SV Meppen endete im April dieses Jahres. Seitdem ist der 44-Jährige ohne Traineramt. Erfahrungen in der 2. Bundesliga hat er bereits gesammelt: Von Mai 2016 bis Dezember 2017 war er Cheftrainer des SV Darmstadt 98 gewesen, den er nicht mehr vor dem Abstieg aus der Bundesliga retten konnte und bei dem er danach 17 Partien lang im Unterhaus an der Seitenlinie stand, ehe es zur Entlassung kam.

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