Satzungsänderung Werder will sich verändern: Präsident soll den Job wechseln

Am 20. November findet die Mitgliederversammlung des SV Werder Bremen statt. Dort soll über eine Satzungsänderung bezüglich des Präsidiums abgestimmt werden. Was dahinter steckt.
23.06.2022, 11:13
Lesedauer: 2 Min
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Von Björn Knips

Durchgesickert war es schon, nun hat das Präsidium des SV Werder Bremen auch erste Fakten geschaffen. Das Gremium empfiehlt den Mitgliedern ganz offiziell, bei der Versammlung am 20. November einer Satzungsänderung zuzustimmen. Die beinhaltet, dass der Präsident künftig nicht mehr gleichzeitig auch einer der Geschäftsführer in der Kapitalgesellschaft für die ausgegliederten Profiabteilungen sein darf, „sondern dem Aufsichtsrat vorsitzen“ soll, heißt es in einer Mitteilung des Clubs. Und das bedeutet für Hubertus-Hess Grunewald, der sich im November erneut zur Wahl des Präsidenten stellen will, dass er nach acht Jahren seine hauptamtliche und gut dotierte Tätigkeit als Geschäftsführer verlieren wird. Vorausgesetzt, die Mitglieder folgen der Empfehlung.

Sollte so entschieden werden, dann stellt sich die Frage: Wer räumt eigentlich für den Präsidenten im sechsköpfigen Kontrollgremium seinen Platz? Infrage kommen dafür nur die vom Verein direkt entsandten Marco Fuchs und Axel Plaat. Die anderen vier Mitglieder Florian Weiß, Harm Ohlmeyer, Ulrike Hiller und Dirk Wintermann sind noch bis 2025 gewählt. Es wird aber dem Vernehmen nach auch über eine vorübergehende Aufstockung des Aufsichtsrats nachgedacht.

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Mit seiner Entscheidung für die Satzungsänderungen folgte das Präsidium nun den Empfehlungen der Satzungskommission, die nach der letzten Mitgliederversammlung – auch nach deutlicher Kritik der Ex-Geschäftsführer Manfred Müller und Klaus-Dieter Fischer – eingerichtet worden war. Dort wurde in den vergangenen Monaten heftig gestritten. Müller, der selbst in dem Gremium saß, forderte wie andere Teilnehmer auch, dass der Verein gar nicht mehr in der Geschäftsführung vertreten sein darf. Es geht dabei um die Compliance, also die Regeltreue von Unternehmen. Dabei wird es als kritisch angesehen, wenn der Mehrheitsgesellschafter sowohl im Aufsichtsrat als auch in der Geschäftsführung vertreten ist.

Doch daran wird sich bei Werder sehr wahrscheinlich nichts grundlegend ändern. „Das Präsidium behält die Möglichkeit, eine Person für einen neuen Geschäftsführerposten vorzuschlagen“, heißt es im Vorschlag zur Satzungsänderung. Werders CSR-Direktorin Anne-Kathrin Laufmann gilt als Favoritin auf diesen Posten. Außerdem soll Tarek Brauer vom Direktor Recht und Personal zum Geschäftsführer befördert und damit Kollege von Klaus Filbry und Frank Baumann werden. Aktuell ist der Jurist bereits Mitglied der Geschäftsleitung.

In der Strukturkommission wurden aber noch viele weitere Themen besprochen und auch als Empfehlung vereinbart. Davon steht allerdings nichts in der aktuellen Mitteilung des Vereins. Dabei soll es nach Informationen unserer Deichstube auch um Veränderungen bei der Wahl und den Aufgaben des Ehrenrats gehen. Der war vor einem Jahr in den Blickpunkt geraten, weil er laut Satzung allein für die Festlegung der Kandidaten für die Wahl zum Aufsichtsrat zuständig ist – und dabei diesmal keine glückliche Figur abgegeben hatte.

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