Arbeitsmarkt Herbstbelebung fällt auch in Bremen schwächer aus

Die übliche Herbstbelebung auf dem Arbeitsmarkt ist praktisch ausgefallen. Die bundesweite Entwicklung zeigt sich auch in Bremen. Hier gibt es aber bei einer Personengruppe eine erfreuliche Tendenz.
30.11.2022, 16:18
Lesedauer: 2 Min
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Von dpa org

Weitgehende Stagnation am deutschen Arbeitsmarkt: Die Zahl der Arbeitslosen ging im November dank einer leichten Herbstbelebung zurück – allerdings weniger stark als in früheren Jahren um diese Jahreszeit. Die Bundesagentur für Arbeit gab am Mittwoch die Zahl der Arbeitslosen im November mit 2,434 Millionen an, das sind 8000 weniger als im Oktober, aber 117.000 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote liegt damit unverändert bei 5,3 Prozent und damit um 0,2 Punkte höher als im November 2021.

„Insgesamt ist der Arbeitsmarkt stabil. Zwar sind Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung saisonbereinigt erneut gestiegen und Kurzarbeit nimmt wieder zu, die Beschäftigung wächst aber deutlich“, sagte Daniel Terzenbach, Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg.

Hoffen auf Wirkung des Bürgergeldes

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) wies auf die weiterhin schwierige Situation der Langzeitarbeitslosen hin. Ihre Zahl ist mit 877.000 noch immer höher als vor der Corona-Pandemie. Heil verspricht sich auch für diese Personengruppe eine Verbesserung durch das neue Bürgergeld ab 1. Januar. „Auch die Aus- und Weiterbildung wird durch das Bürgergeld gestärkt“, sagte Heil. Auf diese Weise sollen Fachkräfte im Inland gewonnen werden. Darüber hinaus braucht es Zuwanderung.

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Terzenbrach begrüßte in diesem Zusammenhang das Eckpunktepapier der Bundesregierung, das die Einwanderung ausländischer Arbeitskräfte erleichtern soll. Die Bundesagentur hatte in der jüngeren Vergangenheit mehrere Programme aufgelegt, um Fachkräfte aus Drittländern wie Mexiko oder von den Philippinen nach Deutschland zu holen. Der Erfolg blieb häufig aus, weil die Zuwanderung auf bürokratische Hürden stieß, vor allem bei der Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse.

Mehr Menschen in Kurzarbeit

Bei der Kurzarbeit stellt die Bundesagentur wieder einen Anstieg fest. Vom 1. bis 24. November hätten Arbeitgeber für 82.000 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt. Daten über tatsächlich ausgezahltes Kurzarbeitergeld liegen nur bis September vor. In dem Monat zahlte die Bundesagentur Kurzarbeitergeld für 157.000 Beschäftigte. Das waren mehr als doppelt so viele wie im August.

Die Einstellungsbereitschaft der Betriebe sei weiterhin hoch, habe sich aber etwas abgeschwächt, teilte die Bundesagentur weiter mit. Im November waren demnach 823.000 offene Stellen gemeldet, 15.000 mehr als noch vor einem Jahr. Saisonbereinigt habe sich der Bestand jedoch gegenüber Oktober verringert.

Zur Sache

Positive Entwicklung bei Jungen, negative bei Alten

Auch in Bremen zeigt sich die bundesweite Entwicklung: Die Arbeitslosenzahlen sinken leicht, liegen jedoch über denen des Vorjahres. Für die Stadt Bremen meldet die Agentur für Arbeit 29.098 Arbeitslose, was einer Quote von 9,5 Prozent entspricht. In Bremerhaven sind es 8025 Personen (Arbeitslosenquote: 13,4 Prozent). Positiv bewertet Armin Zubrägel, stellvertretender Vorsitzender der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven, den weiteren Rückgang der Jugendarbeitslosigkeit, also bei den 15- bis 25-Jährigen. Diese hat verglichen mit den allgemeinen Zahlen viermal so stark abgenommen. Im Gegensatz dazu waren die Rückgänge bei den Langzeitarbeitslosen und den schwerbehinderten Menschen unterhalb des allgemeinen Niveaus. Bei älteren Menschen ab 50 Jahren hat die Zahl der Arbeitslosen im Bezirk Bremen-Bremerhaven entgegen des Trends sogar leicht zugenommen.

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