Commerzbank analysiert Markt Ökostrom-Erzeuger unter Druck

Hamburg. Der Markt für erneuerbare Energien ist deutschland- und weltweit in Bewegung wie lange nicht. Zu diesem Schluss kommt eine Marktanalyse der Commerzbank im Vorfeld der Messe Husum Wind (12.
08.09.2017, 00:00
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Ökostrom-Erzeuger unter Druck
Von Markus Lorenz

Hamburg. Der Markt für erneuerbare Energien ist deutschland- und weltweit in Bewegung wie lange nicht. Zu diesem Schluss kommt eine Marktanalyse der Commerzbank im Vorfeld der Messe Husum Wind (12. bis 15. September). „Der Wettbewerbsdruck nimmt zu, die Wachstumsdynamik nimmt ab, aber es wird auch weiterhin einen großen Zubau neuer Anlagen geben“, bilanzierte Berthold Bonanni, Leiter des Bereichs Energie bei der Commerzbank, am Donnerstag in Hamburg. Laut den Experten werden die Erzeugungspreise für grünen Strom kontinuierlich weiter abnehmen, vor allem im Windsektor.

Die Commerzbank steuert von Hamburg aus mit 50 Mitarbeitern ihre Aktivitäten im Bereich der Erneuerbaren und finanziert sowohl Wind- und Solarparks (Kreditvolumen: 4,9 Milliarden Euro) als auch Hersteller und Zulieferer (1,5 Milliarden). Nach eigenen Angaben hat das Geldhaus das Kapital für rund 15 Prozent der Windkapazitäten in Deutschland zur Verfügung gestellt.

Nach den Zahlen für 2016 hat sich das Wachstum bei umweltfreundlichen Energien im vergangenen Jahr global deutlich verlangsamt. Die Zubauquote ging von 22 auf 13 Prozent zurück. Auch in Deutschland gebe es messbar weniger Dynamik, sagte Commerzbank-Experte Fabian Schlüter. Mit den vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Ausschreibungen für Wind- und Solaranlagen reduziere sich erwartungsgemäß die Zahl der neuen Vorhaben. Zugleich führe der Zwang zu mehr Wirtschaftlichkeit auch wie beabsichtigt zu sinkenden Gestehungskosten, womit die Förderung über die EEG-Umlage zurückgehe. Gleichwohl, so Schlüter, werde sich der Ausbau insbesondere der Windenergie gerade in Norddeutschland fortsetzen, wenn auch auf niedrigerem Niveau.

Die Musik spielt nach Einschätzung der Banker in der Zukunft eher im Ausland. „Wir erwarten regional eine Verlagerung in Richtung Schwellenländer und Asien sowie technologisch in Richtung Offshore“, so Bonanni. In den kommenden zehn Jahren soll der Zubau von Anlagen auf See weltweit jährlich um 17 Prozent anwachsen, an Land dagegen nur noch um zwei Prozent. Bonanni: „Internationalisierung wird der Schlüssel für die Zukunft sein.“

Die aktuellen tief greifenden Sparprogramme bei den norddeutschen Windanlagenherstellern Senvion und Nordex – samt massiver Stellenstreichungen und Werksschließungen – sieht der Bereichsleiter als Folge der vielfältigen Verschiebungen: „Der Wettbewerbsdruck bei den erneuerbaren Energien nimmt insgesamt weiter zu.“

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