Pandemie Impfzentrum am Brill eröffnet am 3. Dezember

Impfen in historischem Ambiente: Das ist ab 3. Dezember im ehemaligen Sparkassengebäude am Brill möglich. Bis zu 5000 Impfungen täglich sind geplant. Die Behörde sucht dringend Personal, das impfen darf.
30.11.2021, 16:36
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Impfzentrum am Brill eröffnet am 3. Dezember
Von Sabine Doll

Das neue Impfzentrum am Brill soll am Freitag, 3. Dezember, eröffnen. Das teilte das Gesundheitsressort mit. Bis zu 5000 Impfungen an einem Tag sollen dort möglich sein. Vorab findet am Donnerstag aber noch ein Probelauf mit 250 Impfungen statt, die auch alle bereits fest terminiert sind. "Mit den anderen Angeboten in den Impfstellen, Impfmobilen und bei niedergelassenen Ärzten rechnen wir damit, sodass wir bis Weihnachten die größte Bugwelle abarbeiten können", sagte Bernhard. Von den etwa 220.000 anstehenden Booster-Impfungen könnten bis dahin etwa zwei Drittel vorgenommen werden.

An sieben Tagen in der Woche wird in den Kernzeiten von 8 bis 20 Uhr geimpft. Erst-, Zweit- und Booster-Impfungen werden angeboten – ausschließlich mit Termin. Diese können unter www.impfzentrum.bremen.de ausgemacht werden. Darüber hinaus soll es an einzelnen Tagen am späteren Abend und nachts Events wie "Impfen mit DJ und Musik" geplant, kündigte Holger Römer von der Zech Group und der Initiative "Bremen impft" an. "Damit sollen gezielt jüngere Menschen erreicht werden."

"Impfbefähigtes" Personal dringend gesucht

Laut Gesundheitsstaatsrätin Silke Stroth gestaltet es sich derzeit allerdings noch schwierig, ausreichend impfbefähigtes Personal zu akquirieren – also Fachkräfte, die Spritzen setzen dürfen: "Wir haben in Kliniken nach Pflegekräften im Ruhestand gefragt. Und es wurde damit begonnen, Rettungssanitäter in Ausbildung zu schulen", sagte Stroth an diesem Dienstag in der Gesundheitsdeputation. Die Initiative "Bremen impft" unterstützt mit einem Aufruf unter www.bremen-impft.de. Johanniter, Arbeiter-Samariter-Bund und das Deutsche Rote Kreuz rufen auf, sich per Mail an personal.nb@johanniter.de, coronahelden@asb-bremen.de oder unter www.drk-bremen.de/stellenanzeigen zu melden.

Im Erdgeschoss des neuen Impfzentrums befindet sich der Registrierungsbereich, dort finden auch die ärztlichen Aufklärungsgespräche statt. In der zweiten Etage, wo früher unter anderem Beratungsgespräche von Bankkunden stattgefunden haben, sind nun 36 Impfkabinen und ein Wartebereich in dem historischen Ambiente eingerichtet. Einen weiteren, kleineren Impfbereich gibt es außerdem im Erdgeschoss für Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Eine weitere Besonderheit: Es wird eine "Fast Line" – also eine Art Schnell-Impfstraße – für Menschen eingerichtet, die kein ausführliches Aufklärungsgespräch mehr mit Ärztin oder Arzt benötigen.

Das neue Impfangebot an der Brill-Kreuzung ist in wenigen Tagen auf die Beine gestellt worden: Das Gesundheitsressort, Hilfsorganisationen und die maßgeblichen Unternehmen der Initiative „Bremen impft“, allen voran die Zech Group, hatten sich innerhalb kurzer Zeit auf das neue Zentrum verständigt. Die Eigentümer des Gebäudes, die israelischen Brüder Pinchas und Samuel Schapira, haben zudem nicht nur ihre Zustimmung für das Zentrum in historischem Ambiente gegeben.

Die Investoren überlassen das Sparkassen-Gebäude für die Impfkampagne pro bono: Es müssen ausschließlich die Kosten für Strom, Heizung und Wasser bezahlt werden. Betreiber des Impfzentrums im Auftrag der Gesundheitsbehörde sind der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), die Johanniter und das Deutsche Rote Kreuz (DRK). Joke betreibt für die Initiative das Callcenter und stellt die Software für die Terminbuchung. Am Freitag wurde mit den Aufbauarbeiten begonnen – an diesem Mittwoch stehen die Stationen für die Registrierung, alle 36 Impfkabinen sowie der Wartebereich. "Jetzt kommen noch die Computer, die Anbindung der Software und das Personal", sagte Joke-Vorstand Christian Seidenstücker.

"Das größte Nadelöhr ist wie überall das Personal, mit dem wir umgehen müssen", sagte Senatorin Bernhard. Geimpft wird in einem Zwei-Schichten-System, dafür sind nach Auskunft der Behörde insgesamt etwa 600 Beschäftigte erforderlich: Neben Ärztinnen und Ärzten gehören dazu unter anderem medizinische Fachkräfte, Lotsen, Verwaltungs- und Sicherheitspersonal.

"Wir möchten, dass die Bevölkerung so schnell wie möglich durchgeimpft ist, die Beschäftigten in den Unternehmen, in der Gastronomie. Dazu leisten wir mit der Initiative einen Beitrag, das ist nach wie vor bundesweit einmalig. Das hat sicher auch dazu beigetragen, dass das Bundesland Bremen bei der Impfquote ganz oben steht", sagte Unternehmer Kurt Zech. Die Initiative "Bremen impft" engagiert sich von Beginn an in der Impfkampagne. "Mit dem historischen Sparkassengebäude haben wir nun sicher auch Deutschlands schönstes Impfzentrum", so der Unternehmer.

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