Ausbreitung des Coronavirus Bremen untersagt Großveranstaltungen

In Bremen müssen ab Donnerstag alle Veranstaltungen abgesagt werden, für die mehr als 1000 Karten verkauft wurden. Das hat der Senat entschieden. Auch für Veranstaltungen mit über 250 Personen gibt es Auflagen.
10.03.2020, 14:35
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Bremen untersagt Großveranstaltungen
Von Sara Sundermann

Bremen folgt der Empfehlung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und sagt alle Großveranstaltungen ab. Das hat der Senat am Dienstag entschieden. Dazu erlässt das Bremer Ordnungsamt eine sogenannte Allgemeinverfügung, die von Donnerstag, 12. März bis Donnerstag, 26. März gilt. Die Verfügung ist für Veranstalter verpflichtend. Wird sie nicht eingehalten, drohen Zwangsmaßnahmen von Bußgeldern bis hin zur Auflösung einer Veranstaltung durch die Polizei. Das stellten Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) und Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) in einer Senatspressekonferenz klar.

Damit ist klar: Ein Konzert der Band Annenmaykantereit an diesem Donnerstag, ein Auftritt von Helge Schneider und eine Reitsport-Messe, die in den kommenden Tagen in Bremen geplant waren, müssen abgesagt werden. Für das Werder-Spiel am Montagabend gilt infolgedessen: Es kann entweder als Geisterspiel ohne Zuschauer stattfinden oder gar nicht.

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„Als oberste Maxime gilt: Wir wollen den Prozess der Ausbreitung des Coronavirus verlangsamen“, sagte Bernhard. „Wir wissen, dass von dieser Entscheidung viele betroffen sind.“ Doch jeder Tag, um den man die Ausbreitung bremsen könne, zähle.

„Wir haben entschieden, dass bei Veranstaltungen mit über 1000 Leuten nichts mehr geht“, betonte Mäurer. Das gelte für öffentliche Veranstaltungen ebenso wie für nicht öffentliche - auch Hochzeiten mit 2000 Gästen können demnach nicht stattfinden. Als Veranstaltungen, die von der Verordnung betroffen sind, zählen den beiden Bremer Senatoren zufolge ebenfalls Demonstrationen, Flohmärkte und Gottesdienste.

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Nicht von der neuen Regelung betroffen sind Schulen und Kindergärten, sagte Mäurer. Auch Orte wie der Bremer Hauptbahnhof oder Einkaufszentren wie die Waterfront, an denen sich viele Menschen gleichzeitig aufhalten, sollen weiter den Betrieb aufrechterhalten können. Bremen wolle das Virus eindämmen, habe aber gleichzeitig die Verantwortung, die öffentliche Infrastruktur möglichst aufrechtzuerhalten, so Bernhard.

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