Hilfe für die Rohingya Bremer unterstützen Flüchtlinge in Bangladesch

Borda, Lions und Rotarier aus Bremen engagieren sich für ein Hilfsprojekt in Bangladesch. In dem Flüchtlingsheim, in dem rund 900 000 Menschen untergebracht sind, gibt es keine Abwasserentsorgung.
18.02.2020, 06:53
Lesedauer: 3 Min
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Bremer unterstützen Flüchtlinge in Bangladesch
Von Frauke Fischer

Gemeinsam geht es besser. Deshalb arbeiten die Lions-Clubs aus Bremen und umzu mit den hiesigen Rotariern Hand in Hand, und das nicht zum ersten Mal. Aktuell unterstützen sie ein Projekt in Bangladesch, das zu ihren selbst gesteckten Zielen passt; beide wollen Gutes tun und dabei auch andere Einrichtungen weltweit unterstützen. So auch die Hilfsorganisation Borda. Der gemeinnützige Bremer Verein setzt sich dafür ein, Menschen in den ärmsten Regionen der Erde eine Wasser- und Abwasserversorgung zur Verfügung zu stellen. In 25 Ländern errichtet der Verein derzeit Sanitäranlagen.

Die Zusammenarbeit mit dem Lions-Club und den Rotariern betreffe dabei ein Hilfsprojekt für die Rohingya, sagt Borda-Sprecher Hartmut Roder. Der ehemalige Leiter der Handelskunde-Abteilung des Übersee-Museums erzählt, warum er das so wichtig findet: In Bangladesch leben im derzeit wahrscheinlich größten Flüchtlingslager der Welt 900.000 Rohingya – muslimische Flüchtlinge aus dem benachbarten Myanmar, das hinduistisch regiert wird.

Sanitärversorgung dringend notwendig

Diese Minderheit habe fliehen müssen, weil die in Myanmar vorherrschende hinduistische Bevölkerungsgruppe sie verfolgt habe, berichten die Bremer Helfer. Durch zahlreiche Fernseh- und Zeitungsberichte ist die Notlage auch hierzulande bekannt geworden. Das Camp sei dringend auf Hilfe angewiesen, weiß Hartmut Roder. Auch in Sachen Wasserversorgung. Daher solle es im Lager nun mehr Brunnen geben, vor allem aber sanitäre Anlagen und eine funktionstüchtige Abwasserentsorgung.

Borda und die Bremer Lions und Rotarier wollen daher von hier aus helfen, meistens über Sammlungen von Geld. Der Verein Borda leitet das Hilfsprojekt zur Abwasserentsorgung in Bangladesch, die es dort bislang kaum gibt; außerdem gibt es Fachleute und Helfer vor Ort.

Eine ausreichende Sanitärversorgung ist bei so vielen Menschen auf engem Raum dringend notwendig, weiß Karola Jamnig-Stellmach, Geschäftsführerin des hiesigen Steinbeis-Transferzentrums für Human Centered Leadership und Gründerin des Lions-Clubs Auguste Kirchhof. Sie kennt ein ähnliches Projekt bereits aus Afrika, bei dem sich die Lions eingeklinkt haben.

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Allein, notwendige Zertifikate für die dringenden Aufgaben zu bekommen, sei schwer, berichtet Hartmut Roder. Und dann brauche es noch Hilfe bei den Transporten wichtiger Gerätschaften und anderer Güter aus Europa nach Bangladesch. „Da würden uns Speditionen helfen können“, erklären die Bremer Helfer. „Umso glücklicher sind wir, wenn so ein Kontakt klappt. Eine solche Aufgabe können die Menschen im Camp allein gar nicht leisten.“

Lions, Rotarier und Borda-Mitglieder wissen über die Lage im Camp gut Bescheid, und die grundsätzlich ehrenamtlich organisierten Verbände von Gleichgesinnten haben in Bremen und auch Niedersachsen Mitwirkende. Sie bekämen ständig aktuelle Informationen von vor Ort, schildert Roder; oftmals gebe es zudem eine persönliche Verbindung, berichtet er.

Alle Helferinnen und Helfer verbinde der Wunsch, da zu helfen, wo es gilt, Armut zu bekämpfen. „Wir wollen nicht nur Spenden sammeln, sondern auch auf andere Weise Menschen helfen, denen es schlechter geht als den Bewohnern der europäischen Industriestaaten“, betont Roder. Karola Jamnig-Stellmach kann für die hiesigen Lions ähnliches erzählen. Auch der Optiker Carsten Frenz von den Bremer Rotariern gehört zu den Bremer Helfern.

Ziel Wohltätigkeit

Beim jetzigen Einsatz steht Borda im Vordergrund – doch alle drei Organisationen, die ehrenamtlich arbeiten und privat organisiert sind, verbindet ein gemeinsames Ziel: die Wohltätigkeit. Was die bewirken kann, haben sie vielfach bewiesen: Da gibt es den Brunnenbau in Regionen der Erde, in denen es zuvor kein oder zu wenig frisches Wasser für die Ernährung der Menschen gab, vor allem auf dem Land. Oft fehlt es an der absoluten Grundversorgung, so auch an Toiletten und Abwasseranlagen. „Vorwiegend wird hier in den reicheren Ländern Geld gesammelt, was das Leben dort dann leichter macht“, sagt Lionsfrau Jamnig-Stellmach.

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Von dem Geld könnten so etwa Handwerker bezahlt werden; auch die dringend notwendige Gesundheitsversorgung sei ein wichtiges Betätigungsfeld. „Die Bandbreite ist groß“, betonen die Bremer. Hilfe komme auch von prominenter Stelle, berichten die Bremer erfreut, unter anderem von der Bill-Gates-Stiftung. „Oxfam ist ebenfalls aktiv.“

Sie alle stünden zudem in Kontakt mit Helferinnen und Helfern vor Ort, damit das gesammelte Geld richtig verwendet werde, heißt es weiter. Im Flüchtlingscamp der Rohingya gebe es noch viele andere Probleme, die angegangen werden müssten, Korruption beispielsweise. „Die Liste", sagen die Klubvertreter, "ist lang."

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