Gärtnern in der Stadt „Den Geschmack einer selbst gezogenen Tomate ersetzt kein Supermarkt“

Zora Becker hat eine Parzelle auf dem Stadtwerder. Dort hat sie im vergangenen Herbst ein Hochbeet angelegt. Im Interview berichtet sie von ihren Erfahrungen.
24.04.2021, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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„Den Geschmack einer selbst gezogenen Tomate ersetzt kein Supermarkt“
Von Tobias Hensel

Frau Becker, wie kamen Sie auf die Idee, ein Hochbeet anzulegen?

Zora Becker: Wir haben den Garten noch nicht so lange und wollten was ausprobieren. Weil wir hier im Garten häufig Hasen, Wühlmäuse und Nacktschnecken haben, die uns das Gemüse wegfressen. Wir mussten uns also etwas einfallen lassen.

Was haben Sie sich dann einfallen lassen?

Wir hätten einen hohen Zaun um unseren ge­samten Garten ziehen können, aber das wollten wir nicht. Also haben wir für den Anfang ein Gemüsebeet eingezäunt. Gleichzeitig haben wir dann noch das Hochbeet angelegt. Wir wollten schauen, was wie funktioniert.

Das klingt alles logisch. Was waren die nächsten Schritte beim Bau des Hochbeets?

Wir hätten einfach in den Baumarkt fahren können, dort gibt es ja fertige Bausätze. Aber wir wollten das selbst machen. Und wir wollten möglichst gebrauchte Teile wieder verwenden. Das Recycling war uns wichtig, deshalb haben wir gebrauchte Paletten auf dem Sperrmüll zusammengesucht und geschraubt und gehämmert. Ausgekleidet haben wir das Beet mit einer Lkw-Plane, die meine Eltern noch auf dem Dachboden hatten.

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Wie sind Ihre Erfahrungen? Häufig hört man, dass Hochbeete nach viel Wasser verlangen.

Dass wir das Hochbeet besonders häufig gießen müssen, ist uns noch nicht aufgefallen. Unser Beet steht aber auch direkt auf dem Boden und ist nach unten auch offen. Vielleicht ist die Verbindung zum Erdreich stark genug, um der Verdunstung vorzubeugen.

Und wie haben Sie das Beet gefüllt?

Zunächst haben wir auf den Boden ein Gitter gelegt, weil wir hier wirklich viele Wühlmäuse haben, die sich sonst von unten nach oben durchgraben würden. Dann haben wir Äste und Zweige und anderen Grünschnitt eingefüllt und dann mit Kompost aufgefüllt. Frische Gartenerde haben wir nur ganz wenig zugegeben, vielleicht zwei Zentimeter hoch.

Und wie sorgen Sie jetzt dafür, dass die Erde weiterhin nährstoffreich und fruchtbar bleibt?

Man muss den Nährstoffgehalt schon etwas im Blick behalten. Wir füllen das Beet regelmäßig mit Kompost auf, auch weil sich der Grünschnitt darunter ja mit der Zeit zersetzt und das Beet insgesamt etwas nach unten absackt.

Was pflanzen Sie jetzt im Frühjahr in ihrem Beet an?

Wir hatten im vergangenen Jahr Rote Beete, Salat und Radieschen eingepflanzt und das ging auch sehr gut. In diesem Jahr haben wir einen Frühbeetaufsatz in das Beet gestellt. Der ist nun gut gegen Frost geschützt und wir können schon jetzt Salat großziehen.

Soll es bei dem einen Beet bleiben? Oder wollen Sie noch ergänzen?

Wir hatten schon überlegt, ob wir noch ein zweites Hochbeet aufstellen wollen. Aber das scheiterte bislang etwas daran, dass es uns zu mühsam war, an Material zu gelangen. Wegen der geschlossenen Baumärkte ist das ja gerade nicht so einfach.

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Sie sind also überzeugt?

Hochbeete sind ja auch ein dekoratives Element im Garten und ich bin gerne im Garten, weil es mir Spaß macht. Den Geschmack einer selbst gezogenen Tomate kann kein Supermarkt ersetzen.

Das Gespräch führte Tobias Hensel.

Info

Zur Person

Zora Becker ist promovierte Regionalmanagerin. Neben ihrer Arbeit bei einem Oldenburger Radmobilitätsunternehmen verbringt sie die Freizeit gern auf ihrer Parzelle auf dem Stadtwerder.

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