Hybrides Wintersemester

Finanzspritze für die Bremer Hochschulen

Damit Bremens Hochschulen ein hybrides Wintersemester mit digitaler Lehre und Vor-Ort-Veranstaltungen anbieten können, will der Senat bis zu 15 Millionen Euro aus dem Bremen-Fonds bereitstellen.
21.09.2020, 05:00
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Finanzspritze für die Bremer Hochschulen
Von Pascal Faltermann
Finanzspritze für die Bremer Hochschulen

Das Wintersemester wird hybrid: vor Ort und digital.

Thomas Frey

Damit die vier staatlichen Hochschulen im Land Bremen ein sogenanntes hybrides Wintersemester 2020/2021 anbieten können, will Bremen bis zu 15 Millionen Euro aus dem Bremen-Fonds bereitstellen. Das soll der Senat an diesem Dienstag beschließen, wie aus einer Vorlage für die Sitzung hervorgeht. Diese Form des Semesters bedeutet, dass die Lehre in einer Mischung aus rein digitalen und vor Ort abgehaltenen Veranstaltungen angeboten wird. Wie das Geld tatsächlich verteilt und inhaltlich verwendet wird, kann laut dem Papier erst entschieden werden, wenn ein Förderkonzept erstellt wurde. Auf Basis dieses Konzeptes sollen die Hochschulen dann ihre Anträge erarbeiten.

Mit der Senatsvorlage wird Wissenschaftssenatorin Claudia Schilling (SPD) beauftragt, ein Landesprogramm umzusetzen, um das hybride Wintersemester zu sichern. Ziel dabei ist es, dass der Gesundheitsschutz absolute Priorität hat und möglichst viel pandemiegerechte Präsenzlehre gewährleistet wird. Heißt: Unter Corona-Regeln sollen Lehrer und Lernende möglichst oft am selben Ort zusammentreffen. Fächer, bei denen die Anwesenheit der Studierenden notwendig ist, sollen möglichst in den Hochschulen unterrichtet werden. Dafür bedürfe es unter anderem Umbauten, weitere Räume, digitales Equipment, Hygienekonzepte oder digitale Erfassungen der Anwesenheit.

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Nachdem an der Universität Bremen, Hochschule Bremen, Hochschule Bremerhaven und Hochschule für Künste große Teile des Sommersemesters 2020 in digitaler Form stattgefunden haben, beschloss das Wissenschaftsressort Mitte Juni, dass es im Winter mit dem Mix aus Präsenz- und digitaler Lehre weitergehen soll. Hochschulen haben laut dem Wissenschaftsressort aufgrund ihrer Größe, verflochtener und komplizierter Lehrpläne und weiter Anfahrtswege ein besonderes Gefährdungspotenzial, das Coronavirus zu verbreiten. Für Erstsemester oder Studierende in Prüfungsphasen seien Vor-Ort-Veranstaltungen aber von besonderer Bedeutung.

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Nach ersten Skizzen zu den jeweiligen Bedarfen der Hochschulen werden beispielsweise an der Universität Bremen circa 4,8 Millionen Euro für digitale Medientechnik in den Lehrräumen benötigt. Für die medientechnische Ausstattung der Fakultäten braucht die Hochschule Bremen etwa 780 000 Euro. Bei der Hochschule Bremerhaven soll der größte Batzen Geld – etwa 350 000 Euro – für Zugangsregelungen und Überwachung durch einen Sicherheitsdienst oder Hilfskräfte verwendet werden. Anders sieht der Bedarf an der Hochschule für Künste aus: Mehr als 260 000 Euro sind unter dem Punkt „mobile und digitale Lösungen für die Nutzung der Werkstätten“ eingetragen.

Mit dem Geld sollen zudem soziale Ungleichheiten unter den Studierenden ausgeglichen werden. So würden vier Prozent der Studierenden der Uni beispielsweise nicht über die notwendigen Ressourcen verfügen, um an digitaler Lehre teilzunehmen. Dafür sollen Leihgeräte angeschafft und vorgehalten werden. Finanziert werden soll aber auch das Erstellen und Umsetzen von Hygienekonzepten. Zudem ist es laut der Vorlage notwendig, zusätzliches Personal im Bereich der Digitalisierung an allen Bildungseinrichtungen einzustellen. Finanzmittel vom Bund oder der Europäischen Union gibt es bislang nicht dafür. Aus diesem Grund sollen weitere Möglichkeiten geprüft werden.

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