Kindesmissbrauch Deutlich mehr Fälle von Kindesmissbrauch in Bremen

Sexueller Missbrauch und Kinderpornografie: Täter werden offenbar immer jünger. Bremen setzt auf Stärkung des Jugendamtes.
08.06.2020, 19:31
Lesedauer: 1 Min
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Deutlich mehr Fälle von Kindesmissbrauch in Bremen
Von Joerg Helge Wagner

Beim sexuellen Missbrauch von Kindern hat sich die Fallzahl in der Stadt Bremen von 2018 auf 2019 um fast 65 Prozent erhöht: von 68 auf 112 Fälle. Das geht aus einer Antwort des Senats auf eine Kleine Anfrage der CDU-Bürgerschaftsfraktion hervor. In Bremerhaven hat sich die Zahl im gleichen Zeitraum nahezu verdoppelt, im Land Bremen stieg sie von 81 auf 137 Fälle. Schon seit 2015 verzeichnet die Polizeiliche Kriminalstatistik einen stetigen Anstieg dieser Delikte, abgesehen von einem Rückgang 2018. Für diesen wiederum hat der Senat keine Erklärung.

Bei Straftaten in Zusammenhang mit Kinderpornografie haben sich die Fallzahlen in Stadt und Land Bremen von 2015 bis 2019 nahezu verdreifacht. Dafür nennt der Senat zwei Ursachen. Zum einen seien Anzeigeverhalten und Aufklärung gestiegen, auch durch eine verbesserte Zusammenarbeit von Jugendamt und Polizei.

Andererseits gebe es aber auch einen Anstieg von minderjährigen und jugendlichen Tatverdächtigen. Besondere Tätergruppen könnten jedoch nicht definiert werden, allerdings seien die Verdächtigen „in der Mehrzahl männlichen Geschlechts“. Zur Vorbeugung setzt man vor allem auf eine Stärkung des Jugendamtes. Im Haushaltsentwurf 2020/21 sollen die Fachberatungsstellen im Kinderschutz fast 25 Prozent mehr Mittel erhalten.

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