Fahrige Fährten Tatort-Kritik: "Zeit der Frösche"

In ihrem zweiten "Tatort" ermittelt Heike Makatsch als Ellen Berlinger in Mainz statt in Freiburg. Viel verändert hat der Ortswechsel nicht. Der Fall ist ähnlich austauschbar wie der erste.
01.04.2018, 08:00
Lesedauer: 1 Min
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Tatort-Kritik:
Von Nico Schnurr

Heike Makatsch hat sich versetzen lassen. Als Kommissarin Ellen Berlinger ermittelt sie jetzt in Mainz statt in Freiburg. Um es vorwegzunehmen: Viel verändert hat das nicht. Auch ihr zweiter "Tatort", eine sogenannte Spezialfolge am Ostermontag (ARD, 20.15 Uhr), ist ähnlich austauschbar wie der erste. Das liegt weniger an Makatsch als an der Art, wie in "Zeit der Frösche" erzählt wird.

Das Milieu ist die Mittelstufe, das Problem: die Pubertät, ein Teenie-Drama mit einer ungewöhnlichen Hauptfigur. Der 13-jährige Jonas, Berlingers Neffe, ist ein Sonderling, ein Hochbegabter, dem es leichter fällt, mit Logarithmen als mit Menschen umzugehen. Als die 16-jährige Marie nach einer Schulparty verschwindet und Jonas‘ blutgetränkter Kapuzenpulli in der Altkleidersammlung landet, wird er verdächtig. Berlinger muss nun gegen ihren Neffen ermitteln, für den sie eigentlich eine Art Verbündete ist.

Material für einen besonderen Fall. Doch die Macher legen fahrige Fährten und verschneiden den Stoff mit billiger Standardware. Es gibt einen egalen Erpresser-Exkurs, genauso überflüssig wie die frühere Mordserie, an die sich Kommissar Martin Rascher (Sebastian Blomberg) ständig erinnert fühlt und deshalb gern ein Frosch wäre. Die schalten nämlich ab, wenn es kalt wird, und warten, bis der Frühling wirklich da ist, sagt Rascher. In Sachen "Tatort"-Konsum lässt sich das Froschverhalten empfehlen.

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