Was guckst du: Markus Genesius "Ich bin mit Hip-Hop sozialisiert"

Privat fällt sie regelmäßig: die Frage "Was guckst du gerade so?“. Jetzt stellen auch wir sie. In unserer Serie wollen wir von Bremern wissen, welche Filme, Bücher oder Podcasts sie empfehlen können.
14.01.2022, 15:35
Lesedauer: 3 Min
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Von Alexandra Knief

Herr Genesius, was gucken Sie gerade so?

Markus Genesius: Zuletzt haben wir die erste Staffel von "Die Brücke" angeschaut. Insgesamt gucke ich gar nicht so viel Fernsehen. Aber ich beschäftige mich ja immerhin auch künstlerisch damit.

Welche Filme haben Ihnen zuletzt richtig gut gefallen?

"Ziemlich beste Freunde". Und ich mag die Filme und die Ästhetik von Quentin Tarantino ganz gerne, "Inglourious Basterds" zum Beispiel. Richtig gut fand ich auch "Die üblichen Verdächtigen" mit Kevin Spacey. Als Kind und Jugendlicher haben mich auch die ersten drei Teile von "Star Wars" geprägt.

Hat Sie schon mal ein Film zu Tränen gerührt?

Ich interessiere mich sehr für Dokumentationen über den Zweiten Weltkrieg und finde es superwichtig, sich mit den Gräueltaten der Nazis auseinanderzusetzen. Da gibt es bei den Öffentlich-rechtlichen relativ regelmäßig Dokumentationen, und da kullern manchmal auch die Tränen. Zuletzt bei "Ein Tag in Auschwitz". 

Wann gab es zuletzt Freudentränen?

Beim Jahresrückblick 2021 von Dieter Nuhr. Da habe ich mich herzhaft amüsiert. 

Läuft bei Ihnen häufiger Comedy?

Ich habe mir früher alle Helge-Schneider-Filme angeguckt. Da bin ich Fan der ersten Stunde, nicht erst seit "Katzeklo". Über seine Art von Humor kann ich sehr gut lachen. Ich war mal bei "Texas" im Kino. Am Ende des Filmes saßen wir nur noch mit sechs Leuten im Saal, alle anderen sind gegangen.

Wenn jemand Ihr Leben verfilmen würde, wer soll Sie spielen? 

Ich finde Robert De Niro als Gesamtpaket krass. Er kann sowohl den Bad Cop als auch den Good Cop spielen. Und er ist kunstaffin.

Wie sieht es mit Literatur aus?

Ich kaufe zwar regelmäßig Bücher, aber lese keine Romane. Meine Frau ärgert sich immer, dass ich mir nicht mal im Urlaub ein Buch schnappe. 

Naja, so lange Sie Ihre Frau in Ruhe lesen lassen...

Natürlich. Ich kann mich gut mit meinen eigenen Gedanken beschäftigen und habe auch immer mein Skizzenbuch dabei. Ich kann aber auch stundenlang aufs Meer gucken, sodass ich da keinem zur Last falle.

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Und wenn Sie dann doch mal lesen?

Das sind dann eher Kataloge, Monografien, Künstlerbiografien oder Bildbände. Zuletzt "Was ist Kunst" von Michael Hauskeller. Ein dünner Band mit 16 verschiedenen Kunsttheorien. 

Haben Sie ein Lieblingsbuch? 

Als Jugendlicher und Graffiti-Künstler sehr geprägt haben mich zwei Bildbände: "Subway Art" und "Spraycan Art" von den Fotografen Martha Cooper, Henry Chalfant und James Prigoff. Ich kann mich noch genau erinnern, wie ich auf dem Schulhof saß und das erste Mal diese Bücher in der Hand halten durfte. Sie waren für mich in einer Zeit, in der es noch kein Internet gab und auch kaum Medien, die sich mit Graffiti beschäftigt haben, so etwas wie eine Bibel. 

Hören Sie Podcasts? 

Ja, zuletzt "Helium Talk - Das Kunstgespräch" und "Extrem dumme Fragen", da geht es auch viel um Kunst und Kultur. 

Wie sieht es mit Musik aus?

Ich bin ja mit Hip-Hop sozialisiert. Da läuft viel, aber eher oldschool-lastig - Nas, Jay-Z, Beastie Boys - weil ich mit dem Hip-Hop von heute nicht so viel anfangen kann. Songs wie "Sabotage" laufen immer wieder bei mir. Aktuell ist auch mein Kumpel Samy Deluxe mit ein paar neuen Songs auf meiner Playlist vertreten. Ich mag aber auch Nils Frahm - tolle Musik ohne Gesang - und es läuft auch klassische Musik.

Welches Lied macht Sie glücklich? 

Ich bin im Dezember mal wieder über den Song "You and Me - Flume Remix" von Disclosure, Eliza Doolittle und Flume gestolpert. Das ist eigentlich nicht mein Musikgeschmack, aber ich hatte mal eine Ausstellung in Soest, und das Lied lief als Goodbye-Song am Ende der Eröffnung. Es war einfach ein toller Abend und deshalb verknüpfe ich jetzt tolle Gedanken mit dem Song.

Das Gespräch führte Alexandra Knief. 

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