Bremen Stadtteile Osterholz Verden Diepholz Delmenhorst Wesermarsch Oldenburg Rotenburg Cuxhaven Bremerhaven Niedersachsen

Bremer Sozialbehörde Neue Wohnheime für Flüchtlinge in der Planung

Flüchtlinge, die schon vor längerer Zeit in Bremen eingetroffen sind, kommen auf dem normalen Wohnungsmarkt kaum noch unter. Die Sozialbehörde setzt auf zwei Neubauprojekte an bestehenden Wohnheim-Standorten.
15.05.2024, 05:00 Uhr
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Neue Wohnheime für Flüchtlinge in der Planung
Von Jürgen Theiner

Um den Bedarf an Wohnraum für Flüchtlinge zu decken, will die Sozialbehörde zwei Neubauten anmieten beziehungsweise kaufen, die in Horn und in der Neustadt geplant sind. Insgesamt könnten in beiden Objekten rund 300 Unterbringungsplätze entstehen.

Gedacht sind die Projekte für das kommunale Unterbringungssystem der Stadt Bremen, nicht für die Erstaufnahmekapazitäten des Landes. In diesen werden ankommende Flüchtlinge zunächst provisorisch untergebracht, etwa in der früheren Vulkan-Verwaltungszentrale in Fähr-Lobbendorf oder in den Leichtbauhallen in der Überseestadt. Üblicherweise verlassen die Bewohner die Erstaufnahmen nach ein paar Monaten und siedeln dann in kommunale Wohnheime um, bevor sie eine endgültige Bleibe am freien Wohnungsmarkt finden. Diese dritte Etappe erweist sich jedoch als immer schwieriger. Am Wohnungsmarkt gibt es nämlich kaum Fluktuation, vor allem weil die Neubautätigkeit zuletzt stark rückläufig war. Die Flüchtlinge verharren deshalb sowohl in den Landeserstaufnahmeeinrichtungen als auch in den städtischen Wohnheimen länger als vorgesehen. Die Sozialbehörde geht von einem Fehlbestand von rund 800 kommunalen Plätzen zum Jahresende aus.

Mit zwei Projekten hofft das Haus von Senatorin Claudia Schilling (SPD) nun, den Engpass zu entschärfen, wenn man ihn schon nicht vollständig beseitigen kann. Dabei handelt es sich zum einen um einen Neubau auf einem Grundstück hinter dem bestehenden Übergangswohnheim „Deutsche Eiche“, einem früheren Hotel an der Lilienthaler Heerstraße. Ein privater Bauherr plant auf der Fläche ein Gebäude mit zahlreichen Ein-Zimmer-Appartements. „Der Entwurf eignet sich hervorragend für die angestrebte Nutzung“, heißt es in einem vom Senat noch nicht abschließend beratenen Papier, das dem WESER-KURIER vorliegt. Die Sozialbehörde könnte das Objekt – nach Fertigstellung zur Jahresmitte 2025 – für einen Zeitraum von 15 Jahren für insgesamt gut 8,2 Millionen Euro inklusive Nebenkosten anmieten und zusätzlich eine Kaufoption in einen Nutzungsvertrag aufnehmen lassen.

Lesen Sie auch

Ein zweites kommunales Wohnheim soll in der Nähe des Werdersees entstehen, genauer: auf dem Areal des einstigen Hotels „Zum Werdersee“ am Holzdamm. Der Altbau ist schon länger zum Abriss vorgesehen, aktuell sind dort gut 110 Flüchtlinge untergebracht. Eigentlich sollte auf dem Grundstück ein Pflegeheim entstehen. Doch zwischenzeitlich ist der private Bauherr umgeschwenkt und will einen Wohnkomplex für etwa 200 Personen errichten. Er hat das Objekt der Stadt zur Miete angeboten. Nach Fertigstellung zur Jahreswende 2025/26 könnte Bremen die Anlage 15 Jahre lang für rund 13,7 Millionen Euro inklusive Nebenkosten mieten.

Derweil plant die Sozialbehörde den Kauf der Leichtbauhallen an der Birkenfelsstraße in der Überseestadt. Sie gehören zum Erstaufnahmesystem des Landes. Im Haus von Senatorin Schilling geht man davon aus, dass diese Kapazitäten zumindest auf mittlere Sicht weiter benötigt werden und ein Kauf deshalb wirtschaftlicher ist als die weitere Anmietung. Rund 7 Millionen Euro sollen in das Objekt investiert werden.

Zur Startseite
Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Lesermeinungen (bitte beachten Sie unsere Community-Regeln)