Hilfspaket für Unternehmen

Senat stützt die Bremer Wirtschaft

Ein ganzes Arsenal von Sofortmaßnahmen bringt der Bremer Senat gegen die corona-bedingte Wirtschaftsflaute in Stellung. Firmen in Bedrängnis können diverse Hilfen in Anspruch nehmen.
17.03.2020, 20:23
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Senat stützt die Bremer Wirtschaft
Von Jürgen Theiner
Senat stützt die Bremer Wirtschaft

Für Bremer und Bremerhavener Firmen, die durch Corona in Not geraten sind, gibt es umfangreiche Hilfen.

Christoph Schmidt

Der Senat und die Agentur für Arbeit schnüren ein umfassendes Bündel von Hilfsmaßnahmen für Betriebe, die von der Corona-Krise hart getroffen sind. Darlehen und Bürgschaften, Liquiditätshilfen und Steuerstundungen, obendrein das Kurzarbeitergeld – diese Register werden gezogen, um zu verhindern, dass sich Unternehmen wegen der drastisch eingetrübten konjunkturellen Aussicht von Beschäftigten trennen oder ihren Betrieb gar aufgeben müssen.

Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke), Finanzsenator Dietmar Strehl (Grüne) sowie Vertreter von Kammern, Bundesagentur für Arbeit und Verbänden stellten die Hilfen am Dienstag im Rathaus vor. Die Botschaft des gemeinsamen Auftritts brachte Matthias Fonger, Hauptgeschäftsführer der Handelskammer, auf den Punkt: „Wichtig ist, dass wir zusammen diese Krise bewältigen.“ Deutschland und Bremen hätten dazu die Voraussetzungen.

Lesen Sie auch

In einem ersten Schritt hat das Wirtschaftsressort bei der landeseigenen Bremer Aufbaubank (BAB) eine Projektgruppe eingerichtet, die individuelle Lösungen für akut betroffene Unternehmen und Arbeitnehmer erarbeitet. Erreichbar ist die Taskforce über die Website der Bank (www.bab-bremen.de). Die BAB könne in vielen Fällen helfen, in denen sich in die jeweilige Hausbank nicht engagiert, hieß es. Grundsätzlich könnten auch Freiberufler die Hilfen in Anspruch nehmen. Im Werkzeugkasten des Senats befinden sich neben direkten Hilfen wie Krediten, Bürgschaften und Liquiditätshilfen auch indirekte Maßnahmen. Gemeint ist die Herabsetzung oder Aussetzung von Vorauszahlungen zur Einkommens- oder Körperschaftssteuer. „Fällige Steuerzahlungen können zudem zinslos gestundet werden“, sagte Dietmar Strehl. Telefonische Auskünfte hierzu erteilt das Finanzamt unter 36190909 oder 36195096. Für E-Mails ist ein Sonderpostfach unter corona@fa-hb.bremen.de eingerichtet.

Der Standortchef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Joachim Ossmann, appellierte an betroffene Unternehmen, von der Möglichkeit der Kurzarbeit Gebrauch zu machen, bevor sie sich von Personal trennen. Kurzarbeit können Betriebe beantragen, die durch Ereignisse außerhalb ihres Verantwortungsbereichs in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind. Auf den Coronavirus treffe genau dies zu. Ossmann an die Adresse der Firmen: „Nutzen Sie dieses Instrument!“ Das Kurzarbeitergeld bewege sich in der Höhe des Arbeitslosengeldes I. Aktuell konzentriere die BA Personal in der zuständigen Abteilung, um Anträge zügig zu bearbeiten.

Lesen Sie auch

Die Vertreter der Kammern machten auf praktische Probleme und Regelungsbedarfe für einzelne Branchen aufmerksam. So gibt es nach Darstellung von Matthias Fonger noch einige Ungereimtheiten bei den Schließungsverfügungen für den Großteil des Einzelhandels. Warum etwa müsse sich beispielsweise ein Fliesenhandel bis auf Weiteres von der Kundschaft verabschieden, während Baumärkte, die ebenfalls ein Fliesensortiment führen, geöffnet bleiben? Auch bei Optikern gebe es Unklarheiten. Reparaturen ja, Verkauf nein? Mit solchen Fragen werde die Handelskammer gerade massiv konfrontiert. Für die Handwerkskammer rief Hauptgeschäftsführer Andreas Meyer die Betriebe auf, „jetzt nicht den Kopf in den Sand zu stecken“. Falsch sei es zum Beispiel, die Nachwuchsgewinnung einzustellen. Meyer gab zu Bedenken: „Die Konjunktur wird bald wieder anspringen, dann werden wieder Auszubildende gebraucht.“

Unterdessen weitet der Senat das Kita-Betreuungsangebot für Kinder von Eltern, die in kritischer staatlicher Infrastruktur beschäftigt sind, auf weitere Berufsgruppen aus. Umfasst sind jetzt auch Beschäftigte des Lebensmitteleinzelhandels und der Nahrungsmittelindustrie. Auch sie können ihre Kinder ab sofort in die Notbetreuung geben.

Lesen Sie auch

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+