Bauarbeiten in der Bremer Innenstadt Es wird eng am Herdentorsteinweg

Die Arbeiten an der Hauptachse in die Innenstadt, dem Herdentorsteinweg, starten, um die Verkehrswege umzugestalten. Dafür fällt die Rechtsabbiegespur Richtung Bürgermeister-Smidt-Straße weg.
23.08.2018, 06:00
Lesedauer: 3 Min
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Es wird eng am Herdentorsteinweg
Von Pascal Faltermann

Es ist nicht einfach, den Überblick über Bremens Straßenbaustellen zu behalten. Der Fly-Over in Utbremen ist früher als gedacht wieder freigegeben worden, aber schon geht es in der Innenstadt mit den nächsten Einschränkungen für den Verkehr weiter. Der Herdentorsteinweg wird umgestaltet und wird zur Einbahnstraße. Die Pläne sind nicht neu. Auf der Hauptachse in die Innenstadt soll unter anderem der Radweg stadteinwärts auf die Fahrbahn gelegt und die Rechtsabbiegespur entfernt werden, die auf die Straße Am Wall in Richtung Bürgermeister-Smidt-Straße führt. Am kommenden Montag, 27. August, starten die Arbeiten.

Der Baubeginn bedeutet für Autofahrer nicht nur, dass der Herdenstorsteinweg stadteinwärts zur Einbahnstraße wird, sondern auch die Straße Am Wall. Zwischen Herdentor und Bischofsnadel geht es ab Montag nur noch in Richtung Tiefer/Altenwall. Ursprünglich hatte der Bauherr, der zuständig ist für die Brandruine von Harms Am Wall ist, erst vor Kurzem die Straße wieder für beide Spuren wieder freigegeben. Nun kommt die nächste Baustelle.

2200 Fußgänger pro Stunde

Der Herdentorsteinweg muss umgestaltet werden, weil es auf dem stark frequentierten Fuß- und Radweg stadteinwärts immer wieder zu Konflikten auf den zu schmalen Wegen kam. Laut Zahlen der Behörden laufen etwa 2200 Fußgänger stündlich über die auf die Sögestraße zulaufende Schneise. Hinzu kommen circa 600 Radfahrer, die dort pro Stunde unterwegs sind.

„Mit dem Baustart beginnt die lang ersehnte Neuaufteilung der Verkehrswege im Herdentorsteinweg. Mit der Umgestaltung und Neuaufteilung der Verkehrsflächen beseitigen wir dort das erhebliche Konfliktpotenzial und sorgen für deutlich mehr Sicherheit und Komfort für Fußgänger und Radfahrer“, sagt Verkehrssenator Joachim Lohse.

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Die Rechtabbiegespur zum Wall Richtung Bürgermeister-Smidt-Straße kann aufgehoben werden, weil sie nur von einer relativ geringen Menge von Verkehrsteilnehmern genutzt werde, erklärt Martin Stellmann, Sprecher des Bremer Amtes für Straßen und Verkehr (ASV). Etwa 900 Kraftfahrzeuge am Tag könnten außer der Mühle Am Wall keine direkten Ziele vor dem Knotenpunkt mit der Bürgermeister-Smidt-Straße anfahren. Für diese Autos gebe es eine leistungsfähige Alternative über die AOK-Kreuzung.

Förderung des Fuß- und Radverkehrs

Ebenfalls mitgemacht wird die Haltestelle für Busse und Bahnen in der Mitte des Herdentorsteinwegs. Sie soll "den neuen Bedürfnissen angepasst und um circa zehn Meter weiter in Richtung Am Wall verlegt werden", so Stellmann. Die ganze Maßnahme steht im beschlossenen Verkehrsentwicklungsplan Bremen 2025. Ziel ist es, den Fuß- und Radverkehrs zwischen der Bahnhofstraße und Am Wall zu fördern und durch eine bessere Führung des Radverkehrs auf der Fahrbahn, den Fußgängern mehr Raum zu geben. So sollen die Konflikte vermeiden werden.

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Der Zeitplan für die gesamte Maßnahme ist straff: Das Amt für Straßen und Verkehr will noch vor dem Start des Weihnachtsgeschäfts im November mit allem fertig sein. "Das ist eine ambitionierte Bauzeit, in der auch an Wochenenden gearbeitet wird", so Stellmann. Die Kosten für das ganze Projekt belaufen sich auf 1,6 Millionen Euro, die zu 75 Prozent durch Bundesmittel gefördert werden, sagt ASV-Sprecher Stellmann. Das heißt: Die Kosten für Bremen belaufen sich auf 400.000 Euro, die Bundesförderung nach Entflechtungsgesetz beträgt 1,2 Millionen Euro.

Die Umgestaltung der Straße ist politisch gewollt, sorgte aber bei Verbänden und Organisationen für Kritik. Vor allem die Handelskammer hatte den Wegfall des Rechtabbiegers kritisiert. Aber: "Das Ressort hat nun einmal entschieden, die Umgestaltung des Herdentorsteinwegs in der beschriebenen Form durchzuführen. Dies müssen wir akzeptieren", sagt Andreas Otto, Leiter des Bereichs Standortpolitik Häfen Verkehr bei der Handelskammer. Allerdings sei es der Handelskammer gemeinsam mit der Cityinitiative gelungen, die ursprünglich auf sieben Wochen angesetzte Sperrung des Herdentors in Richtung Bahnhof auf vier Wochen herunterzuhandeln, um die Belastung des Innenstadt-Einzelhandels auf das unbedingt notwendige Maß zu reduzieren.

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