Festnahme bei Vandalismus in Schleswig

Mann gesteht Koranschändung in Bremer Moschee

Die Polizei hat den Täter geschnappt, der Anfang Juni in einer Bremer Moschee etwa 50 Korane zerrissen und in eine Toilette gestopft hat. Eine ähnliche Tat in Schleswig wurde ihm zum Verhängnis.
18.09.2019, 16:33
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Mann gesteht Koranschändung in Bremer Moschee
Von Ralf Michel
Mann gesteht Koranschändung in Bremer Moschee

Die zerrissenen Korane in der Toilette der Bremer Moschee.

Schura Bremen

Der Täter, der am 8. Juni in der Rahme-Moschee in Bremen rund 50 Exemplare des Korans zerrissen hat und Teile davon anschließend in eine Toilette gestopft hatte, ist gefasst. In Schleswig wurde in der vergangenen Woche ein Flüchtling aus dem Irak, ein Kurde jesidischen Glaubens, auf frischer Tat beim Randalieren in einer Moschee festgenommen. Auch dort hatte er einen Koran zerrissen. Der Mann hat gestanden und dabei auch Taten in anderen Städten eingeräumt, darunter die Koranschändung in Bremen. Dies bestätigte am Mittwochnachmittag die Staatsanwaltschaft Bremen auf Anfrage des WESER-KURIER.

In Schleswig soll es bereits das zweite Mal gewesen sein, dass er in der Veysel-Karani-Moschee randaliert hat. Laut Polizei hatte er dort am 5. Juli, also knapp einen Monat nach der Tat in Bremen, in den Sanitärräumen Seifenspender und Waschbecken heruntergerissen und wie zuvor schon in Bremen Koranseiten in der Toilette verteilt. In Bremen hatte er anschließend auf die Heilige Schrift des Islam uriniert und gekotet. Ähnliche Fälle sind auch aus Minden und Münster bekannt.

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In Bremen hatte die Schändung der Korane für Entsetzen gesorgt. Der Bremer Moscheenverband Schura bezeichnete die Tat als „widerwärtigen Anschlag“. Die Gefühle der Muslime würden auf diese niederträchtige Art und Weise verletzt und mit Füßen getreten, hieß es in einer Mitteilung des Verbandes.

Auch der Zentralrat der Muslime in Deutschland verurteilte die Tat in scharfen Worten. „Dies ist eine neue Dimension der Perversion und zielt klar darauf ab, die Spirale von Hass und Gewalt gegen Muslime und ihre Moscheen sowie allgemein gegen ihre Religion weiter anzutreiben“, sagte Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrates. Man erwarte von der Bremer Polizei und dem Innensenator eine intensive Untersuchung des Falls und die Ahndung als „gefährliche Staatsschutzstraftat“. Mazyek forderte als Konsequenz aus diesem Anschlag eine bessere Sicherung der Moscheen in Deutschland.

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Tatsächlich ermittelte der Staatsschutz der Bremer Polizei, ob die Tat einen politischen oder religiösen motivierten Hintergrund hatte. Zugleich warnte die Polizei aber davor, die Tat vorschnell dem rechtsextremistischen Lager zuzuordnen, wie es in Bremen von mehreren Seiten sofort geschehen war. Dies schließt die Staatsanwaltschaft Flensburg inzwischen aus. Die Ermittlungen, was zu den Taten geführt hat, laufen noch, sagt deren Pressesprecherin Stephanie Gropp. „Aber ein fremdenfeindlicher Hintergrund kann ausgeschlossen werden. Dafür gibt es überhaupt keine Anzeichen.“ Die Staatsanwaltschaft Flensburg ermittelt wegen Sachbeschädigung.

Murat Çelik, Vorstandsvorsitzender von Schura Bremen, hatte unmittelbar nach der Tat Kritik an der Bremer Polizei geübt. Er warf der Polizei vor, nicht schnell genug und zu wenig sensibel vorgegangen zu sein. Die Beamten hätten die Sachlage völlig falsch eingeschätzt und zunächst nur wegen Sachschadens ermittelt. Eine Einschätzung, die hochrangige Vertreter der Bremer Polizei bei einem Treffen in der Moschee wenige Tage nach der Tat auszuräumen versuchten.

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