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Schritt für Schritt zum perfekten Leben

Es gibt nichts Hilfreicheres als Schritt-für-Schritt-Anleitungen.
04.11.2018, 12:00
Lesedauer: 2 Min
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Schritt für Schritt zum perfekten Leben
Von Patricia Brandt
Schritt für Schritt zum perfekten Leben

Es gibt nichts Hilfreicheres als Schritt-für-Schritt-Anleitungen. Ich bin immer froh, wenn ich auf Expertenwissen zurückgreifen kann. Gerade, wenn ich mich vor große Herausforderungen gestellt sehe, freue ich mich über Tipps von Menschen, die wissen, wie es geht. Von jeher halte ich mich deshalb an den Rat einer großen Frauenzeitschrift und fahre mit dem Breitwischgerät immer erst die Ränder eines Raumes in einer Richtung entlang, um dann rückwärts gehend in einer Achterbewegung zu wischen.

Ich lese gewissenhaft Artikel wie „Richtig lüften im Winter“ und „So wird alles kalkfrei sauber“. Ebenso: „Nicht zu unterschätzen: So entschärft ihr Keimschleudern im Haushalt.“ Wenn noch Zeit ist, mache ich gern auch ein kleines Mimik-Workout gegen Falten. Ich habe da so eine Anleitung im Netz gefunden, wie man mit spanischen Vokabeln die Wangen strafft: Holá.

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Was fürs Leben im Haus gilt, gilt erst recht für draußen. Ich vertraue auch hier auf Tipps und Tricks der Fachleute: „Hochbeete in wenigen Schritten richtig anlegen und befüllen“, lese ich und suche den nächsten Pferdehof auf, um für die Befüllung ordnungsgemäß Pferdeäpfel von der Straße zusammenzufegen.

Im Internet fand ich auch den „Weg zum perfekten Staudenbeet“. Ich tauschte zuerst den Boden aus, legte mit einer Schnur Umrisse aus und stellte mir anleitungsgemäß vor, wie groß die Setzlinge in einigen Jahren einmal werden würden.

Allerdings hatte ich keine Ahnung, dass Schnecken auch auf Hochbeete gelangen und Astern alles überwuchern, was in ihre Nähe kommt.

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Mich beschleicht langsam das Gefühl, dass auch die besten Anleitungen kein Garant dafür sind, dass das Leben einfacher wird. So befolgte ich kürzlich den Rat einer großen Gartenzeitschrift: „Den Kreislauf der Natur nutzen – Mit Häckseln Mehrwert schaffen.“ Mein neuer Häcksler schluckte 20 Minuten Ast für Ast, bis er mit einem leisen „umpf“ für immer verstummte. Auch sind nicht alle Anleitungen Gold wert. Seitwärts einparken gilt vielen Autofahrern als Königsdisziplin: Angeblich muss man aber nur ein paar Kniffe beherzigen, dann ist das seitwärts Parken keine Kunst. „Passt ihr Auto vollständig neben die Lücke, passt es auch in die Lücke.“ Das, kann ich nun jedoch mit Gewissheit sagen, stimmt nicht.

Aber solange das Auto noch in der Werkstatt ist, kann der kaputte Häcksler wenigstens in der Garage stehen bleiben.

Info

Zur Sache

Martin Renz von der Stadtbibliothek Bremen empfiehlt:

Kluge Ratschläge gibt es seit jeher ja auch in der Bibliothek. Mir persönlich gefällt besonders die „Trick 17“-Reihe aus dem Frechverlag. Auch wenn nicht jeder Tipp darin einen Aha-Effekt auslöst, verfügen sie doch oft über einen gewissen Unterhaltungswert. Im „Trick 17“-Gartenbändchen steht zum Beispiel, wie man Anzuchterde keimfrei macht, um empfindlichen Sämlingen den Start ins Leben zu erleichtern: In der Mikrowelle. Mit Tipp 11 aus dem Küchenband wird aus einer herkömmlichen Pfeffermühle mit Hilfe eines Akkuschraubers ruckzuck eine elektrische. Und auch Trick 17 aus dem Weihnachtsbuch der Reihe hat es in sich: d er Herrenkranz. Man nehme vier Biere und vier Würste, stelle sie im Kreis auf ein Küchenbrett und voilà, fertig ist der Adventskranz für Minimalisten.

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