Wirtschaftlich nicht sinnvoll

Warum der Umstieg auf LED-Leuchten in Bremens Straßen zu teuer ist

Bremens Straßenbeleuchtung komplett auf LED-Technik umzurüsten, ist laut einem Bericht der Verwaltung „wirtschaftlich nicht sinnvoll“. Es würden Kosten von 30 Millionen Euro entstehen.
14.01.2019, 20:43
Lesedauer: 2 Min
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Warum der Umstieg auf LED-Leuchten in Bremens Straßen zu teuer ist
Von Pascal Faltermann

Eine komplette Umrüstung der öffentlichen Straßenbeleuchtung in Bremen auf LED-Technik wird teuer. Alle Laternen in der Hansestadt mit der neuen Technik auszustatten, würde rund 30 Millionen Euro kosten. Das geht aus einem Bericht der Behörde für die Sitzung der Verkehrsdeputation an diesem Donnerstag hervor. Demnach gibt es zurzeit circa 63.000 Leuchten in der Stadtgemeinde Bremen, von denen etwa 6000 bereits auf LED umgerüstet sind. Ein kompletter sofortiger Austausch aller Leuchten sei „wirtschaftlich nicht sinnvoll“, heißt es in der Vorlage. Ähnlich sehen es Abgeordnete der Deputation.

Die Diskussion über die Ausweitung der LED-Straßenbeleuchtung ist nicht neu, der Umstieg gilt als effizient und klimafreundlich. Neu sind die Fragen, wie schnell die Laternen umgerüstet werden sollen und ob das nicht alles zu lange dauert. Der Verwaltungsbericht stellt nun dar, dass Bremen seit Jahren etwas an der Beleuchtungssituation mache. Es werde „konzeptionell und kontinuierlich“ an einer Umstellung auf die LED-Technik gearbeitet.

Bremen ist an einen Vertrag mit der SWB gebunden, in dem unter anderem der Umfang der Modernisierungen geregelt ist. Auf Grundlage dieses sogenannten Straßenbeleuchtungsvertrags finde eine „wirtschaftlich sinnvolle, kontinuierliche Neuanschaffung von abgängigen Leuchten statt“.

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Kurzfristig die gesamte Straßenbeleuchtung auf LED-Technik sowie auf den aktuellsten Stand der Entwicklung umzurüsten, sei nicht nur mit dem hohen finanziellen Aufwand verbunden, sondern alle energiesparenden Effekte und Verbesserungen der nächsten Jahre könnten zudem nicht genutzt werden, heißt es in der Vorlage. Es habe sich bewährt, nicht ad hoc alle Leuchten zeitgleich zu verändern und sich damit für eine lange Zeit die Chance nehmen, Effizienz steigernde Effekte bei der Beleuchtung zu nutzen.

Geld an anderer Stelle sinnvoller einsetzen

„Ich würde mir eine schnellere Umstellung auf energieeffizientere Leuchten wünschen“, sagt Maike Schaefer, umwelt- und energiepolitische Sprecherin der Grünen. Allerdings seien 30 Millionen Euro sehr viel Geld, welches man an anderer Stelle auch sinnvoller einsetzen könne. Der Bericht zeige, dass Bremen bereits im Vergleich zu anderen Kommunen gut aufgestellt sei, weil der Strombedarf zu 100 Prozent über zertifizierten Ökostrom gedeckt werde.

Auch der umweltpolitische Sprecher der CDU, Frank Imhoff, hält die Kosten einer kompletten Umstellung für nicht umsetzbar. „Vor dem Hintergrund zahlreicher anderer Probleme ist das nicht machbar“, sagt Imhoff. Er regt an, bei einem nächsten Vertrag für die Straßenbeleuchtung eine effiziente Lichtenergie und eine niedrige Lichtverschmutzung, womit ein Mangel an Dunkelheit gemeint ist, der störende Einflüsse auf die Flora und Fauna hat, mit zu verhandeln.

Seit 2016 werden beim Neu- oder Umbau von Straßen in Bremen ausschließlich LED-Leuchten eingesetzt. Über diese Maßnahmen werden bis zum Ende des Vertrags mit dem Energieversorger SWB im Jahr 2024 weitere 7000 Leuchten auf LED-Technik umgestellt. Die SWB plant als Ergänzung dazu den Austausch von 3000 sogenannte Pilzleuchten, sodass 2024 mindestens 16.000 Leuchten beziehungsweise rund 25 Prozent des Bestands umgestellt sein sollen.

Weitere Informationen

Die Sitzung der städtischen und staatlichen Deputation für Umwelt, Bau, Verkehr und Stadtentwicklung ist öffentlich und findet am Donnerstag, 17. Januar, ab 15 Uhr, im Haus der Bürgerschaft, Eingang Börsenhof A statt.

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