Nach Tötung des vorherigen Paares

Neue Schwäne am Osterholzer Friedhof

Zuletzt herrschte Trauer und Wut am Osterholzer Friedhof, ein dort lebendes Schwanenpaar war kürzlich getötet worden. Umso größer war jetzt die Freude beim Blick auf die Teiche, denn es gibt Nachfolger.
20.01.2021, 08:07
Lesedauer: 1 Min
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Von Christian Butt

Zwei neue Friedhofsschwäne haben sich auf den Teichen des Osterholzer Friedhofs angesiedelt. Eine besondere Freude für all diejenigen, die regelmäßig dort unterwegs sind, denn Anfang des Jahres war ein seit Langem dort lebendes Schwanenpaar getötet worden. Das hatte nicht nur Ramona Frese aus Alt-Osterholz verletzt und traurig gemacht. Am Eingangsportal haben Besucher über ein Dutzend Kerzen angezündet und Blumen und Fotos der Schwäne abgelegt.

Auch Ramona Frese ist immer noch betroffen davon, die 38-Jährige spaziert fast jeden Tag über den flächenmäßig größten Friedhof Bremens, verbindet nach eigenen Angaben viel mit den Schwänen, die seit etwa zehn Jahren auf dem 80 Hektar großen Gelände ihre Kreise zogen. Am Montagnachmittag hörte die Osterholzerin dann von zwei neuen Friedhofs-Schwänen: „Ich habe gehofft, dass es stimmt. Ich kam um die Ecke und habe beide auf einen Schlag gesehen. Ich war so glücklich. Es sind bezaubernde Tiere.“

Die beiden jungen Wasservögel ziehen im ehemaligen Revier ihrer toten Artgenossen ihre Kreise und suchen Futter. Immer wieder bleiben Passanten stehen, machen mit ihren Handys Fotos und unterhalten sich mit den anderen Friedhofsbesuchern und Mitarbeitern.

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Etwa zehn Jahre lang habe sich neben den beiden alten Schwänen kein anderer Artgenosse auf dem riesigen Gelände mit den weitläufigen Wasseranlagen blicken lassen. Wieso sich ausgerechnet eine Woche nach dem Tod der Tiere plötzlich zwei neue Schwäne angesiedelt haben, ist Kerstin Doty vom Umweltbetrieb Bremen ein Rätsel. „Damit hatten wir nicht gerechnet, dass sich ein neues Schwanenpaar auf dem Friedhof zeigt.“

„Wir waren geschockt und betroffen“, erklärt Doty zu der Art, „durch Menschenhand auf brutale Weise“, in der die Tiere getötet worden waren. „Was sich nun ereignet hat, hat uns überrascht und ist nach dem Ereignis eine große Freude für uns.“ Zwei Schwäne versuchen, sich auf dem Friedhof ein Zuhause zu suchen.

Eine schöne Formulierung, meint Ramona Frese: „Wo sie herkommen wird ihre Geschichte sein und bleiben. Ich glaube, die Natur weiß, dass Schwäne sehr wichtig für diesen Ort und die Menschen hier sind. Sie geben uns Trost und bringen Liebe zurück auf diesen Friedhof.“

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