Debatte über Zukunft des Hemelinger Geländes

Ideenbörse für die Rennbahn

Noch vor dem ersten Runden Tisch zur Zukunft der Bremer Galopprennbahn kommt Bewegung in die Debatte. Der Pferdesportverband meldet Interesse an, und auch ein Verbleib der Golfer scheint wieder möglich.
18.09.2019, 06:00
Lesedauer: 2 Min
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Ideenbörse für die Rennbahn
Von Jürgen Theiner
Ideenbörse für die Rennbahn

Pferdesport und Golf – so sah über viele Jahre die Nutzung des Rennbahngeländes zwischen Hemelingen und der Vahr aus.

Christian Walter

Pferdesport und Golf – so sah über viele Jahre die Nutzung des Rennbahngeländes zwischen Hemelingen und der Vahr aus. Womit zuletzt kaum noch jemand rechnete: Pferdesport und Golf könnten auch in Zukunft wesentliche Nutzungselemente des gut 30 Hektar großen Areals im Bremer Osten sein. Bei einem Treffen von etwa einem Dutzend Vereinen und Initiativen am vergangenen Wochenende bekundete auch der Pferdesportverband Bremen Interesse an dem Gelände, über dessen weitere Verwendung demnächst an einem Runden Tisch mit Behördenvertretern, Stadtteilpolitik und lokalen Akteuren diskutiert werden soll.

„Die Stimmung war geradezu euphorisch“

Die Initiative zu dem Treffen ging vom Pferdesportverband aus. Er ist nicht mit dem Bremer Rennverein zu verwechseln, der jahrzehntelang Ausrichter von Galopprennen auf dem Oval an der Ludwig-Roselius-Allee war. An dem Gedankenaustausch im Atlantic-Hotel an der Rennbahn nahmen auch Spitzenvertreter des Landessportbundes teil. Ziel der Runde war es, praktikable Ideen für eine künftige Nutzung des Geländes zu sammeln. „Die Stimmung war geradezu euphorisch“, sagte Pferdesportverbandspräsident Walter Kind dem WESER-KURIER.

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Vertreter mehrerer Sportvereine aus dem Bremer Osten, die derzeit nur über beengte oder veraltete Trainingsplätze verfügen, hätten ihr Interesse an einer Nutzung des Geländes bekundet. Der Pferdesportverband selbst könne sich vorstellen, auf der Rennbahn regelmäßig eigene Veranstaltungen mit Strahlkraft über die Stadtgrenzen hinaus abzuhalten. „Derzeit haben wir in Bremen keinen repräsentativen Standort für den Pferdesport“, so Kind. Fände sich mit der Rennbahn ein geeignetes Areal, ließen sich wieder leichter Sponsoren für Veranstaltungen gewinnen. Kind kann sich beispielsweise vorstellen, ein Reitturnier mit Begleitprogramm auszurichten, das sich über zwei bis drei Wochen erstreckt.

Neustart für Golfer möglich

Der Reitsport könnte also ein Element der künftigen Nutzung der Rennbahn sein. Und auch für die schon abgeschriebenen Golfer rückt ein Neustart wieder in den Bereich des Möglichen. Eigentlich hatte sich die Wirtschaftsbehörde vor zwei Jahren mit der Golf-Range GmbH auf ein vorzeitiges Auslaufen ihres bis 2034 reichenden Pachtvertrages geeinigt, um so Wohnungsbau auf dem Gelände zu ermöglichen. Fast vier Millionen Euro Entschädigung war dem Senat das wert. Eine Bebauung hat sich allerdings mit dem Volksentscheid vom 26. Mai auf erdenkliche Zeit erledigt.

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Nachdem sich Golf-Range-Geschäftsführer Peter Thomsen im August gegenüber dem WESER-KURIER noch abwartend gezeigt hatte, was einen möglichen Verbleib des Golfparcours auf dem Gelände angeht, lässt er nun Gesprächsinteresse mit der Stadt erkennen. „Eigentlich hatten wir uns darauf eingerichtet, dass wir zum Jahresende gehen“, erklärte Thomsen. Wenn die Wirtschaftsbehörde der Golf-Range tragfähige Rahmenbedingungen für eine Fortsetzung des Spielbetriebs aufzeigen könne, sei aber auch ein Verbleib denkbar. „Wir sind gesprächsbereit“, so Thomsen. Allerdings müsse relativ schnell Klarheit geschaffen werden.

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Von der Wirtschaftsbehörde gab es am Dienstag hierzu ein schriftliches Statement. „Wir sind mit dem Verein im Gespräch, um gemeinsam herauszufinden, ob eine Lösung möglich ist, die einen wirtschaftlichen Betrieb der Golf-Range ermöglicht“, heißt es darin. Dabei müssten allerdings die Verabredungen im rot-grün-roten Koalitionsvertrag zur Öffnung des Geländes berücksichtigt werden.

Festhalten lässt sich: Mögen die Zukunftsperspektiven für die künftige Nutzung der Rennbahn auch noch vage sein – es kommt Bewegung in die Debatte. Interessierte Vereine, die Golfer und andere Akteure warten nun auf den Auftakt des vom Senat angekündigten Runden Tisches. Einen Termin gibt es noch nicht.

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