Beiratswahl 2019 Alles neu am Vegesacker Hafen

Der Abriss des Haven Höövts, der Hochwasserschutz am Hafen und die Neugestaltung des Sedanplatzes sind Themen, die auf den neuen Beirat in Vegesack zukommen.
11.04.2019, 07:24
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Jean-Pierre Fellmer

Am 26. Mai wählen die Bremer auch ihre Kommunalparlamente neu. Die neue Amtszeit bedeutet für die Beiräte nicht automatisch auch neue Themen. In vielen Fällen werden die Ortspolitiker sich mit Projekten, Vorhaben und Problemen beschäftigen, die schon seit Jahren diskutiert werden (siehe Infokasten). Es kommen jedoch auch neue Herausforderungen auf die Beiratsmitglieder zu. DIE NORDDEUTSCHE gibt einen Ausblick auf die Themen der Zukunft. Heute geht es um den Beirat Vegesack.

Haven Höövt: Das Haven Höövt soll abgerissen werden, an dessen Stelle kommt ein neues Stadtquartier: ein urbanes Viertel mit Wohnungen, Geschäften, Arztpraxen, Büros sowie einer neuen Polizeiwache. Der Investor hat laut Ortsamtsleiter Heiko Dornstedt einen Zeitplan: Der Abriss soll noch 2019 beginnen, 2021 das Stadtquartier vollendet sein. Streit gibt es derzeit um ein geplantes Hochhaus mit elf Geschossen: Kritiker fürchten, dass es sich nicht in das Stadtbild integrieren wird oder zu einem weiteren sozialen Brennpunkt wie der Grohner Düne werden könnte.

Hochwasserschutz: Die Deichlinie muss laut Generalplan Küstenschutz bis 2025 erhöht werden. Damit der historische Vegesacker Hafen nicht in Gänze hinter Spundwänden und Betontreppen verschwindet, wird nach optisch ansprechenden Lösungen gesucht. Kürzlich hat der Deichverband den Planungsstand präsentiert. Noch zu klären ist die Frage der Finanzierung: Der Deichverband zahlt die technischen Notwendigkeiten, ästhetische Lösungen finanziert die Stadt; sie müssten daher bewilligt werden.

Bahnhofsplatz und Umfeld: In unmittelbarer Nähe zum Hafen und zum geplanten Stadtquartier liegt der Bahnhof, dessen Umgebung neu umgestaltet werden soll. Diese Pläne beschränken sich nicht nur auf den Bahnhofsplatz selbst, sondern auch auf das Umfeld: Mit Stadion, Schönebecker Aue und Gleisbrache umfasst das Gelände sieben Hektar. Als Stadtplaner Sigfried Hafke das Projekt im Beirat vorstellte, sagte er: „Wir sprechen hier über ein Projekt, das Jahre dauern und nur etappenweise voranschreiten wird.“ Im Sommer 2019 berichtet Hafke erneut im Vegesacker Beirat, dann werden die ersten Architekturentwürfe erwartet.

Sedanplatz: Die Markthalle am Sedanplatz abreißen und ein neues Gebäude mit Ladenlokalen, Gewerbe und Gastronomie bauen – das sind die Pläne von M-Projekt. Der Vegesacker Bauträger möchte mit der Ingenieurgesellschaft Procon die Markthalle der Albrecht-Vermögensverwaltung abkaufen. Der Abriss soll beginnen, wenn der Mietvertrag mit der Handelskette Tedi abgelaufen ist – bei einer einvernehmlichen Lösung eher. Der Pachtvertrag wurde erst vor Kurzem um fünf Jahre verlängert. Außerdem überlegt M-Projekt, das Finanzamt vor Ort neu zu planen.

Zentrenkonzept und Nahversorgung: Vom Beirat gibt es seit Jahren Kritik am Konzept; Dornstedt nennt es veraltet: „Wir warten auf eine überarbeitete Version.“ Laut Jens Tittmann, Sprecher des Bausenators, wird das neue Zentrenkonzept derzeit erarbeitet. Ein neues Konzept bedeutet jedoch nicht, dass alle Projekte realisiert werden. Seit zehn Jahren soll an der Lindenstraße ein Supermarkt entstehen. Daraus wurde nichts, weil die Pläne für den Markt 60 Quadratmeter mehr als vorgesehen einnehmen. Laut Tittmann würde ein Markt mit Vollsortiment an dieser Stelle das Vegesacker Zentrum schädigen. In den nächsten Jahren entscheidet sich auch die Zukunft des Aumunder Bahnhofs: Aldi wollte ihn zunächst abreißen, um den benachbarten Markt zu vergrößern. Dann wurde bekannt gegeben, dass der Bahnhof für vorerst vier Jahre erhalten wird. Wenn sich kein Mieter oder Käufer findet, will Aldi ihn abreißen.

Schulen- und Kitas: Neben dem Sportplatz Fährer Flur soll bis 2022 eine Kita für sechs Gruppen entstehen. Außerdem soll eine Kita an der Aumunder Feldstraße für acht Gruppen im Kitajahr 2020/2021 eröffnen. Das SOS-Kinderdorf plant eine Kita für vier Gruppen an der Friedrich-Humbert-Straße. Sie soll im gleichen Jahr in Betrieb gehen. Eine Kita der Fröbel-Gruppe an der Dobbheide soll 2020 fertig sein. Die Kitaplätze werden laut Bildungsressort trotzdem nicht ausreichen, um den Bedarf zu decken. Die Oberschule an der Lerchenstraße wird zudem saniert und die Zügigkeit auf sechs Klassen erhöht. Die Schulen Alt-Aumund, Am Wasser und Fährer Flur werden gebundene, die in Hammersbeck und Schönebeck offene Ganztagsschulen.

Info

Zur Sache

Einen ausführlichen Rückblick auf die noch aktuelle Wahlperiode gibt es hier.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+