Martina Baden im Gespräch "Wir versuchen, kälteres Wasser zu vermeiden"

In Folge des Ukraine-Krieges ist Energie teurer geworden. Welchen Einfluss das auf die Bremer Bäder hat, berichtet Geschäftsführerin Martina Baden im Interview mit der NORDDEUTSCHEN.
21.05.2022, 08:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Klaus Grunewald

Frau Baden, bereiten sich die Bremer Bäder darauf vor, dass demnächst wegen des Krieges in der Ukraine und des von der EU geplanten Embargos kein Öl aus Russland mehr fließen wird?

Martina Baden: Nein. Wir sind nicht von Öl abhängig, sondern nutzen weitestgehend Fernwärme.

Welche Szenarien wären bei Energieknappheit dennoch denkbar?

Das hängt von den Vorgaben ab, die uns unabhängig von einem Öl-Embargo treffen könnten.

Müssten Bäder eventuell ganz oder zeitweise geschlossen werden?

Bäder gehören zur kommunalen Daseinsvorsorge. Es ist davon auszugehen, dass die Freie Hansestadt Bremen bemüht sein wird, entsprechende Schließungen zu vermeiden.

Könnten Öffnungszeiten reduziert werden?

Es käme, wie gesagt, darauf an, wodurch unsere Bäder betroffen wären und ob es effektive Maßnahmen gäbe.

Könnte die Temperatur des Badewassers gesenkt werden und aus den Duschen nur noch kaltes Wasser fließen?

Das würden wir machen, wenn wir damit einen Beitrag leisten würden. Wenn aber weniger Komfort zu weniger Badegästen führt und das nicht plausibel erklärt werden kann, würden wir es vermeiden wollen.

Wären die Hallen- und Freibäder auch in Bremen-Nord betroffen und auf welche speziellen Maßnahmen müssten sich die Bürger dort einstellen?

Im Freizeitbad Vegesack benötigen wir Gas. Derzeit gehen wir allerdings nicht von Einschränkungen aus. Es könnte aber zum Beispiel zu reduzierten Öffnungszeiten im Saunabereich kommen.

Wann werden die Freibäder in Bremen geöffnet?

Am Montag ist das Freibad im Waller Westbad eröffnet worden. Das Freibad Blumenthal folgt bei gutem Wetter am 26. Mai. Ebenso wie die meisten anderen Freibäder mit Ausnahme des neuen Horner Bades, das am 4. Juni mit einer großen Poolparty öffnet. Das Freibad Vegesack bleibt im Gegensatz zum Hallenbereich des Freizeitbades geschlossen.

Bleiben die Eintrittspreise stabil, und wie hoch sind sie gegenwärtig?

Alle Preise und Öffnungszeiten sind unter www.bremer-baeder.de jeweils tagesaktuell zu finden. Für die Nutzung der Freibäder müssen Kinder und Jugendliche bis einschließlich des 15. Lebensjahres einen Euro bezahlen, die Eintrittskarte für Erwachsene kostet 4,80 Euro, Erwachsene mit Anspruch auf ein sozialermäßigtes Ticket müssen drei Euro bezahlen.

Lesen Sie auch

Wie viele Beschäftigte zählen die Bremer Bäder und könnte der Personalbestand infolge von Energiekrise und Besucherrückgänge reduziert werden?

Wir sind nahezu 300 Beschäftigte. In Zeiten eines Fachkräftemangels werden wir selbstverständlich auch bei vorübergehenden Schwierigkeiten unser gut geschultes und eingearbeitetes Team behalten. Wir haben zusammen die letzten schwierigen Monate gemeistert und bewältigen nun auch die nächste Krise.

Wären und waren bereits auch Neubau- und Sanierungsprojekte betroffen?

Alle Projekte sind insofern betroffen, als dass die genannten Themen alles verteuern und die Bau- sowie die Projektkosten kontinuierlich steigen. Das bereitet uns große Sorgen.

Das Interview führte Klaus Grunewald

Zur Person

Martina Baden

ist seit 2012 Geschäftsführerin der Bremer Bäder. Zuvor war sie sieben Jahre lang als Kurdirektorin im Nordseebad Carolinensiel-Harlesiel tätig. Baden studierte BWL und ist Diplomkauffrau.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+