Anerkennung wird auf drei Jahre befristet Jacobs University muss liefern

Die Bremer Jacobs University wollte vom Senat eine unbefristete staatliche Anerkennung erhalten. Doch angesichts der aktuellen Entwicklungen an der Privathochschule winkt die Wissenschaftsbehörde ab.
29.11.2018, 19:36
Lesedauer: 2 Min
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Jacobs University muss liefern
Von Jürgen Theiner

Die Jacobs University kann vorerst nicht mit einer unbefristeten staatlichen Anerkennung durch den Senat rechnen. Das geht aus einer Antwort der Wissenschaftsbehörde auf Anfragen von Linken und FDP hervor. Ihre Bürgerschaftsfraktionen hatten sich bei Senatorin Eva Quante-Brandt (SPD) nach den Folgen des vorläufigen Scheiterns der sogenannten System-Akkreditierung der Privathochschule erkundigt.

Wie berichtet, hatte sich die Jacobs-Uni vergeblich um ein solches akademisches Gütesiegel beworben. Es gestattet Hochschulen, eigenständig Änderungen am Fächerangebot vornehmen zu dürfen. Stattdessen wird sich die Jacobs University nun um sogenannte Programm-Akkreditierungen für jeden einzelnen ihrer Studiengänge bemühen.

Solche Beglaubigungen akademischer Standards werden von externen Gutachtern ausgesprochen. Bis Dezember 2020 will die Jacobs-Uni die Akkreditierungen beisammen haben. Die Wissenschaftsbehörde hält diesen Zeitplan für „überaus ambitioniert“. So drücken es die Fachleute aus dem Hause Quante-Brandt in ihrer Antwort auf die Anfragen von Linken und FDP aus.

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Eine klare Absage erteilen sie darin auch dem Ansinnen der Privathochschule, zum jetzigen Zeitpunkt eine dauerhafte staatliche Anerkennung durch den Senat zu erhalten. Das derzeit gültige, befristete Testat läuft Ende Dezember aus. Vor kurzem ging bei der Wissenschaftsbehörde ein Antrag auf erneute, diesmal unbefristete Verlängerung ein.

Doch das kommt für die Behörde nicht infrage. Klipp und klar steht in dem Schreiben an Linke und FDP: „Die Erteilung einer unbefristeten staatlichen Anerkennung ist vor dem Hintergrund der gescheiterten System-Akkreditierung und der fehlenden Programm-Akkreditierungen nicht sachgerecht.“ Stattdessen soll nun kurzfristig eine Anerkennung für weitere drei Jahre ausgesprochen werden, kündigt Behördensprecherin Christina Selzer an.

Linken-Hochschulpolitikerin Miriam Strunge findet es „überfällig, dass die Wissenschaftsbehörde vor diesem Hintergrund endlich Bedingungen an die Privatuni vorschreibt und nur eine befristete Anerkennung in Aussicht stellt“. Für den Liberalen Magnus Buhlert sind die aktuellen Vorgänge „ein weiterer Beleg“ dafür, dass künftig allein die Wissenschaftsbehörde für die Jacobs-Uni zuständig sein sollte. Bisher teilt sie sich die Kompetenzen mit dem Wirtschaftsressort des Senats.

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