Bauprojekt in Schönebeck Wohnen und einkaufen auf dem Postgelände

Eine Projektgesellschaft hat das Grundstück der Post an der Vegesacker Heerstraße gekauft und will dort Wohnungen und einen Supermarkt bauen. Noch steht das Vorhaben ganz am Anfang. Einen Namen gibt es schon.
26.11.2021, 18:00
Lesedauer: 2 Min
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Wohnen und einkaufen auf dem Postgelände
Von Aljoscha-Marcello Dohme

Auf dem Gelände der Post an der Vegesacker Heerstraße wird sich in den kommenden Jahren einiges tun. Unter dem Namen Schönebecker Tor sollen dort bis zu 80 Wohnungen, unter anderem für Senioren, sowie ein Supermarkt entstehen.

Die Projektgesellschaft Schröder Vegesack hat das gut 1,5 Hektar große Grundstück vor einiger Zeit gekauft, berichtete René Kotte, Referatsleiter für Stadtplanung im Bauamt Bremen-Nord, in der Deputation für Mobilität, Bau und Stadtentwicklung am Donnerstagabend. "Das Grundstück selbst ist stark von Verkehrsinfrastrukturen geprägt", sagte Kotte. Neben der Regio-S-Bahn sei hierbei vor allem die Autobahn 270 und die Vegesacker Heerstraße zu nennen.

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Wegen der Nähe zur Autobahn führt das Bauamt Bremen-Nord aktuell Gespräche mit dem Fernstraßen-Bundesamt. "Nach dem Bundesfernstraßengesetz müssen zwischen der Außenkante einer Autobahn und anderen Gebäuden 40 Meter liegen", erläuterte der Referatsleiter. "Früher war es nicht die A 270, sondern die B 74, für die ein Abstand von 20 Metern galt. Deshalb sind viele Gebäude näher an der Autobahn als es die Regelungen heute vorsehen." Das gelte auch für das Gebäude auf dem Postgelände. 

Das Bauamt habe die Projektgesellschaft gebeten zu prüfen, ob das Bürogebäude, das derzeit leer stehe, umgenutzt werden könne. Eine Bewertung der Immobilie habe allerdings ergeben, dass eine solche Umnutzung nicht möglich sei. Grund dafür sind laut Gutachten unter anderem Probleme mit einem zweiten Fluchtweg sowie der Lärm, der von der Autobahn ausgehe. Kleinere Gebäude, die sich ebenfalls auf dem Grundstück befänden, sollen allerdings erhalten bleiben.

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Dass auf dem Gelände nicht nur Wohnungen, sondern auch ein Supermarkt entstehen soll, würde das Bauamt Bremen-Nord begrüßen. "Das Zentren- und Nahversorgungskonzept weist nördlich des Standortes unterversorgte Gebiete mit Ansiedlungspotenzial aus", sagte Kotte. In dem Bereich würden derzeit gut 4000 Menschen leben, die nicht die Möglichkeit hätten, einen Supermarkt zu Fuß zu erreichen.

Mit Blick auf das geplante Steingut-Quartier, das in unmittelbarer Nähe zum Schönebecker Tor entstehen soll, habe es Überlegungen gegeben, in welchem der beiden Quartiere ein Supermarkt integriert wird. Letztlich hätten Fachleute empfohlen, den Supermarkt an der Vegesacker Heerstraße zu realisieren. "Das Grundstück liegt günstiger für die bereits unterversorgten Gebiete im Norden. Das Steingut-Areal wird trotzdem von dem Markt profitieren", erläuterte er. Damit Anwohner das Geschäft auf direktem Wege erreichen können, sei derzeit ein Tunnel angedacht, der unter den Gleisen der Regio-S-Bahn verlaufen würde.

Konkret sehe der Plan vor, dass der Supermarkt im Erdgeschoss entsteht. In den darüberliegenden Geschossen sollen die Wohnungen untergebracht werden. "Dabei handelt es sich um Wohnungen mit Konzept, die sich an Senioren richten", so Kotte. "Außerdem sind Sozialwohnungen vorgesehen." Darüber hinaus sei eine Tiefgarage für Anwohner und ein Parkplatz vor dem Haus für die Kunden des Supermarktes angedacht. Als Entrée zum Schönebecker Tor sei ein Platz in Planung, der direkt an der Vegesacker Heerstraße liegen soll. "Tatsächliche Pläne gibt es aktuell noch nicht, da sich die Projektgesellschaft bereit erklärt hat, den Städtebau kooperativ im Gestaltungsgremium der Senatorin zu entwickeln", sagte René Kotte. Das stehe derzeit aber noch aus.

Die Nordbremer CDU-Abgeordnete Silvia Neumeyer begrüßte die Pläne genauso wie Maike Schaefer (Grüne), Senatorin für Wohnungsbau. "Uns ist wichtig, dass die Post dort wieder einzieht", sagte die Behördenchefin. "Schließlich ist die Post an der Vegesacker Heerstraße fast die einzige, die es im Bremer Norden noch gibt."

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