Fritz-Piaskowski-Bad in Vegesack

Beirat votiert für Freibad

Bekommt das Freizeitbad Vegesack ein Außenbecken, das ganzjährig genutzt werden könnte, oder ein Freibad für die Sommermonate? Mit dieser Fragestellung hat sich der Vegesacker Beirat am Montagabend beschäftigt.
16.03.2021, 17:24
Lesedauer: 3 Min
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Beirat votiert für Freibad
Von Aljoscha-Marcello Dohme
Beirat votiert für Freibad

Der Beirat Vegesack hat sich mehrheitlich für ein Freibad und damit gegen ein Außenbecken auf dem Gelände des Fritz-Piaskowski-Bades entschieden.

Marcus Meyer

Der Vegesacker Beirat hat sich am Montagabend erneut mit den Planungen für das Fritz-Piaskowski-Bad befasst. Nachdem sich das Gremium bereits im Februar über die verschiedenen Varianten für den Außenbereich informiert hatte, musste es sich nun für eine der vorgestellten Planungen entscheiden.

Wie berichtet, bestehen derzeit noch zwei Entwürfe für den Außenbereich. Variante A sieht ein Außenbecken vor, das ganzjährig genutzt werden könnte. Zudem wurde ein Freibad für die Sommermonate als Variante B geplant. „Der Beirat hat die Qual der Wahl, für welche der beiden Varianten er sich entscheidet“, sagte Sportsenatorin Anja Stahmann (Grüne). Ihre Aufgabe sei es nun, die für die Sanierung nötigen Mittel im Senat einzuwerben.

Bremen-Nord mit seinen 100.000 Einwohnern bräuchte ein Schwimmbad, in dem Kinder schwimmen lernen könnten, in dem Vereine aktiv seien und Großeltern mit ihren Enkeln hingehen könnten. „Deshalb sind die Ansprüche berechtigterweise groß“, sagte Stahmann. Dennoch stünden nur begrenzte finanzielle Mittel zur Verfügung. „Wir haben Geld, um eine der beiden Varianten umzusetzen“, betonte die Senatorin.

Die SPD-Fraktion hat sich am Montagabend für ein Freibad ausgesprochen und sieht in dieser Variante mehrere Vorteile für den Standort Vegesack. „Ein Freibad wird weder im Sommer noch im Winter beheizt und ist damit unter klimatologischen Gesichtspunkten besser als ein Außenbecken“, sagte Jannik Michaelsen, Fraktionssprecher der SPD. Zudem gebe es mehr Fläche zum Schwimmen. Hinzu käme, dass in einem Freibad das Ein-Euro-Ticket für Kinder und Jugendliche gelten würde. „Das wäre eine super Sache, weil junge Menschen aus dem Stadtteil dann nicht extra nach Blumenthal müssten, um kostengünstig schwimmen zu können“, so Michaelsen.

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Doch gerade weil es in Blumenthal ein Freibad gibt, hat sich die FDP-Fraktion für ein Außenbecken ausgesprochen. „In Blumenthal gibt es ein Freibad, das in einem passablen Zustand ist. Deshalb ist ein Außenbecken für Vegesack ausreichend“, sagte Gordon Wirth, Fraktionssprecher der FDP. „Ansonsten kommt es im Sommer zu einer Konkurrenzsituation zwischen Blumenthal und Vegesack.“ Außerdem werde die Attraktivität des Freizeitbades Vegesack durch ein Außenbecken zusätzlich gesteigert, da das nicht nur im Sommer, sondern ganzjährig zur Verfügung stehen würde.

„Beide Varianten sind interessant“, resümierte Beiratssprecher Torsten Bullmahn (CDU). Gleichzeitig regte er an, die Option für eine spätere Erweiterung des Freizeitbades ins Auge zu fassen. „Wir können mit einer Variante starten und die andere später realisieren“, schlug er vor.

Karl Brönnle (Linke) sprach sich unabhängig von der Frage nach einem Außenbecken oder einem Freibad dafür aus, dass der Bau im laufenden Betrieb stattfinden sollte. „Mit dem Freibad müsste begonnen werden, sodass der Innenbereich im Sommer umgebaut werden kann“, sagte der Fraktionssprecher.

Anja Stahmann machte allerdings wenig Hoffnung, dass die Sanierung Schrittweise erfolgen könnte. Ihre Erfahrung sei, dass ein Bau mit wenigen Abschnitten wirtschaftlicher ist. „Die Einsparungen, wenn man nur in einem Bauabschnitt arbeitet, bewegen sich im sechs- bis siebenstelligen Bereich“, so die Senatorin.

„Ich kann Ihre Vorbehalte verstehen“, sagte Vegesacks Ortsamtsleiter Heiko Dornstedt. Es müsse aber auch an die Bevölkerung gedacht werden, der das Schwimmbad dann nicht zur Verfügung stehe. Das Sportbad in Grohn sei ausschließlich für Vereine, und nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, gab Dornstedt zu bedenken.

In der anschließenden Abstimmung hat sich der Beirat mit einer Gegenstimme für Variante B und damit für das Freibad entschieden. Zudem hat sich das Gremium darauf verständigt, dass die Planungen zeitnah auf den Weg gebracht werden müssen, damit die bereitgestellten Mittel des Bundes genutzt werden können. Darüber hinaus fordert der Beirat, dass der Bau so ausgerichtet wird, dass ein Anbau gegebenenfalls möglich ist. Darüber hinaus haben die Stadtteilpolitiker beschlossen, dass die Arbeiten im laufenden Betrieb realisiert werden sollen.

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