Unterricht zu Hause So können Bremer Schüler digital und mit Mehrwert lernen

Da der verpflichtende Präsenzunterricht weiterhin ausgesetzt ist, steigt der Bedarf an digitalen Lernplattformen. André Sebastiani vom Landesinstitut für Schule verrät, welche Ergänzungsangebote er empfiehlt.
29.01.2021, 05:00
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So können Bremer Schüler digital und mit Mehrwert lernen
Von Rebecca Sawicki

Der verpflichtende Präsenzunterricht ist weiterhin ausgesetzt. Lernen müssen die Schülerinnen und Schüler trotzdem. Dafür gibt es neben dem Onlineunterricht diverse zusätzliche Angebote. „Viele Plattformen und Apps ergänzen die Lehreinheiten sehr gut“, sagt André Sebastiani, Referent für Mediendidaktik im Zentrum für Medien am Landesinstitut für Schule. Eine Auswahl an Apps und Internetseiten, die der Experte befürwortet.

Sebastiani empfiehlt vor allem jüngeren Schülern und deren Eltern die Webseite Internet ABC . Hier können die Kinder spielerisch den Umgang mit dem Internet lernen. Die Plattform richtet sich nach Angaben des Trägervereins an Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren. Dem Verein gehören alle Landesmedienanstalten Deutschlands an. Ziel sei es, Heranwachsende beim Erwerb von Internetkompetenz unter die Arme zu greifen. Die Homepage ist unter dieser Adresse zu finden: https://www.internet-abc.de/.

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Außerdem verweist Sebastiani auf die Plattform Itslearning , die auch für den normalen Unterricht genutzt wird. Sie ist ein kostenfreies Ergänzungsangebot, das das Landesinstitut für Schule seit fünf Jahren anbietet. „Die Schülerinnen und Schüler kennen diese Homepage schon. Alle Lehrkräfte sind verpflichtet, sie in den Unterricht einzubinden“, sagt Sebastiani. Dort gebe es unter anderem eine Verknüpfung zu der Nachhilfeplattform Sofatutor . Bei Sofatutor gebe es Erklärvideos, Aufgabenblätter und eine Chat-Funktion, um individuelle Nachfragen zu stellen, heißt es auf der Webseite.

Zu empfehlen sei auch die Anton App . „Diese App besticht dadurch, dass die Entwickler ganz nah am tatsächlichen Bedarf sind“, sagt Sebastiani. Bremen habe für dieses Angebot eine Landeslizenz, das bedeute, dass alle Schulen den Zugang nutzen können. „Die Übungen sind für Schüler sowieso kostenfrei zu nutzen. Nur das erweiterte Angebot für die Lehrkräfte kostet“, sagt der Pädagoge. Als Aufgaben gibt es Lernspiele und Übungen sowie Erklärvideos zu den Schulfächern der ersten bis zur zehnten Klasse, heißt es auf der Webseite von Anton. Die Applikation gibt es im App- und Playstore sowie auf der Seite anton.app/de.

Wissen per Quiz testen

Namentlich ähnlich zur Anton App ist das lesefördernde Angebot Antolin . Hier können Kinder und Jugendliche ihr Wissen über die Literatur, die sie für den Unterricht lesen müssen, per Quiz testen. „Auch auf dieses Angebot können die Schülerinnen und Schüler kostenlos zugreifen“, sagt Sebastiani. Der Zugang könne über die jeweilige Schule freigeschalten werden. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage antolin.westermann.de.

Das mathematische Pendant zu Antolin ist Zahlenzorro . Das Programm ist für die Klassenstufen eins bis vier ausgelegt. Mittels Rechengeschichten, die im Weltraum spielten oder Prinzessinnen als Hauptfiguren hätten, könnten auf Zahlenzorro Schülerinnen und Schüler spielerisch Rechnen lernen, heißt es auf der Webseite des Angebots. Ebenso wie Antolin haben die Schülerinnen und Schüler Bremens auch für dieses Angebot freien Zugang, sagt Sebastiani. Das Angebot ist auf der Webseite zahlenzorro.westermann.de zu finden.

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Unterstützung bei mathematischen Problemen bietet auch das Angebot von Bettermarks . „Die Anwendung ist ein adaptives Programm, das mit virtuellen Lehrbüchern arbeitet“, sagt Sebastiani. Die Schülerinnen und Schüler könnten Erklärungen abrufen und Übungen machen. Das Programm werte die Lösungen aus und reagiere auf individuelle Förderbedarfe. Anmelden können sich die Heranwachsenden auch hierfür über Itslearning. Das Berliner Unternehmen arbeitet mit Pädagogen, Didaktikern, Mathematikern sowie Internet- und Software-Spezialisten zusammen, heißt es auf der Webseite von Bettermarks.

Eine Empfehlung spricht Sebastiani auch für das Angebot der Khan Academy aus. „Der Gründer ist ein amerikanischer Millionär, Salman Kahn“, sagt Sebastiani. Kahn habe einem seiner Verwandten online Mathenachhilfe gegeben. Da das so gut funktioniert habe, sei er auf die Idee gekommen, allen Schülerinnen und Schülern kostenfrei Nachhilfe anzubieten. Unterrichtet werde in individuellem Tempo fast jedes Fach, heißt es auf der Webseite. Weitere Informationen gibt es auf der Webseite de.khanacademy.org.

Pädagogisch wertvolles Infotainment

Aber auch das Infotainment Angebot der öffentlich-rechtlichen Sender , wie beispielsweise „Wissen macht Ah!“ oder „Löwenzahn“, befindet Sebastiani für pädagogisch wertvoll. Auch das Mediathek-Angebot der Bundeszentrale für politische Bildung helfe dabei, Kindern und Jugendlichen gesellschaftliche und politische Themen näherzubringen.

Sebastiani ist Vorsitzender des Vereins Schlaulicht , der einen gleichnamigen Wissenspodcast für Kinder entwickelt. Besprochen und erklärt werden dort diverse Alltagsphänomene. „Wir wollen so die Neugierde der Kinder wecken“, sagt er. Den Podcast gibt es online zum Beispiel auf Spotify.

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