Tödlicher Badeunfall in Bremen Vierjähriger Junge ertrinkt in der Weser

Am Donnerstagnachmittag ist ein vierjähriger Junge in der Weser auf Höhe des Weserstrands ertrunken. Taucher zogen das Kind aus dem Wasser, es konnte jedoch nicht wiederbelebt werden.
02.08.2018, 16:16
Lesedauer: 2 Min
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Von Marcel Auermann Alice Echtermann

Vor den Augen vieler Badegäste und Passanten ist es am Donnerstag zu einer Tragödie am Weserstrand beim Café Sand gekommen: Ein Vierjähriger ist ertrunken. Der Junge wurde zunächst vermisst, was einen Großeinsatz der Rettungskräfte auslöste. Ein komplettes Krisen-Interventionsteam inklusive eines Hubschraubers der DRF-Luftrettung eilte zum Unfallort.

Das Kind schwamm auf Höhe des Weserstrandes und sei dann nicht mehr an der Wasseroberfläche gesehen worden, teilte die Polizei mit. Mehrere Badegäste hätten nach ihm gesucht. Taucher der Feuerwehr fanden das Kind schließlich und zogen es aus dem Wasser. Der Junge konnte jedoch nicht mehr wiederbelebt werden. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Todesursache aufgenommen.

Erst am 19. Juli war ein Fünfjähriger aus Syrien im Nichtschwimmerbecken des Freibads in Blumenthal ertrunken. Und am vergangenen Montag zogen Rettungskräfte zwei Mädchen aus dem Sodenmattsee in Huchting. Beide stammen aus Bulgarien und konnten laut Zeugenaussagen nicht richtig schwimmen. Eine von ihnen, eine 15-Jährige, starb am Mittwoch im Krankenhaus. Ihre 16-jährige Begleiterin schwebte am Donnerstag nach Aussage der Polizei noch immer in Lebensgefahr. Viele Menschen mit Migrationshintergrund haben in ihrer Heimat nie gelernt zu schwimmen. Gerade jetzt im Sommer birgt das große Gefahren, wie die Vorfälle zeigen. Ob der Vierjährige, der am Donnerstag ertrank, einen Migrationshintergrund hat, ist unklar. Ein Polizeisprecher sagte auf Nachfrage des WESER-KURIER, die Information zur Nationalität könne man erst an diesem Freitag herausgeben.

Neben diesen Vorfällen kam am 21. Mai ein achtjähriger Schüler im Spaßbecken des Vegesacker Schwimmbads um. Am 30. Mai ertrank eine 82-jährige Seniorin im Mahndorfer See. Insgesamt sind nun bisher fünf Badetote in Bremen in diesem Jahr zu beklagen. Im kompletten Vorjahr kamen im kleinsten Bundesland zwei Menschen im Wasser ums Leben. 2016 gab es insgesamt neun Badetote.

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Im Nachbarland Niedersachsen sieht die Lage ebenfalls dramatisch aus. Dort gibt es schon jetzt deutlich mehr Badetote als im vorigen Sommer. „Bisher sind bereits 41 Menschen ertrunken, 2017 waren es 34 bis Ende Juli“, sagte Nico Reiners vom Landesverband Niedersachsen der Deutschen Lebens-Rettungsgesellschaft. Der frühe Sommer hat in Deutschland generell zu einem Anstieg der tödlichen Badeunfälle geführt. In den ersten sieben Monaten dieses Jahres sind 280 Menschen ertrunken, 38 mehr als im Vorjahreszeitraum.

(Hinweis: Zunächst hatte es geheißen, der Junge sei fünf Jahre alt gewesen. Die Polizei hat diese Information inzwischen korrigiert. Er ist erst vier Jahre alt.)

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