Kulturfestival am Osterdeich

So sieht der Pandemie-Plan für die Breminale aus

Die Organisatoren der Breminale haben ein Konzept mit Alternativen erarbeitet, um das Kulturfestival am Osterdeich in verschiedenen Modulen an die jeweilige Corona-Situation anzupassen.
31.01.2021, 21:14
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
So sieht der Pandemie-Plan für die Breminale aus
Von Pascal Faltermann

Alle paar Meter eine Bühne, die typischen gestreiften Zirkuszelte und dazwischen eine feiernde, sich bewegende Menschenmasse – eine Breminale in dieser Form scheint mit hoher Wahrscheinlichkeit in diesem Jahr nicht möglich zu sein. Die anhaltende Corona-Pandemie mit den damit verbundenen Auflagen und Einschränkungen lassen ein solches Kulturfestival am Osterdeich als Utopie erscheinen. Die Breminale-Organisatoren haben aus diesen Gründen die Weichen für mögliche Alternativen gestellt. Ein Konzept, das dem WESER-KURIER vorliegt, ist in verschiedene Module gegliedert, um die Breminale an die entsprechende Corona-Situation anzupassen. Der Plan: Die Breminale soll wahlweise zu Hause, in über die Stadt verteilte Locations oder bestenfalls am Osterdeich funktionieren. Im Lockdown, mit Abstand oder im kleinen Rahmen. Je nachdem, was möglich sein wird.

Lesen Sie auch

„Es war uns ein Bedürfnis, das Konzept der Breminale nicht über den Haufen zu werfen, sondern ganz im Gegenteil, Bausteine gezielt zu beleuchten, auf Machbarkeit zu prüfen und gegebenenfalls umzudenken und den Gegebenheiten anzupassen“, sagt der künstlerische Leiter Jonte von Döllen. „Wir wollen ein positives Zeichen setzen. Es soll etwas stattfinden“, sagt von Döllen. Zusammen mit Esther Siwinski, Projektleiterin bei der Breminale, sowie Boris Barloschky (Nachhaltigkeit) und dem neuen Projektmanager David Weingärtner hat er an dem Vorhaben gearbeitet. „Das Konzept wird momentan auf mehreren Ebenen geprüft“, sagt Siwinski.

Module für jede erdenkliche Möglichkeit

Das erste Modul soll dabei als Rumpf dienen und könnte im Prinzip während eines Lockdowns durchgeführt werden. Alle weiteren Module bauen sortiert nach Realisierbarkeit darauf auf. Sie sollen je nach Sicherheitslage möglichst kurzfristig umsetzbar sein. Unter dem Titel „Radionale“ sieht das Konzept vor, die Breminale im Prinzip umzudrehen, die Programminhalte zu dezen­tralisieren und trotzdem ein Massenpublikum zu bespielen.

Nach ersten Gesprächen mit verschiedenen Partnern könnte bei dieser Version das Programm aus dem Flut-Zelt, wofür das Kulturzentrum Lagerhaus verantwortlich ist, ins Lichtluft-Band wandern. Die „Pappinale“ zieht dann vor die Neustadt-Kneipe Papp. Die Pusdorf Studios in Woltmershausen, der Club 100 im Pier 2, der White Pearl Beachclub an der Weser sowie das Kulturzentrum Schlachthof sind laut von Döllen als weitere Locations Bestandteil der Planungen.

Lesen Sie auch

Die Idee sieht vor, dass die Bühnen aller externen Locations dann mit Video- und Streamingtechnik ausgestattet werden, damit die Konzerte, Lesungen oder DJ-Sets ­digital aufbereitet und über Internet und Rundfunk-Showcases umsonst zur Verfügung gestellt werden können. Das könnte per Live-Stream oder per Radioübertragungen ausgewählter Konzerte beziehungsweise Ausschnitten daraus geschehen. In der Rumpfversion könnten alle Konzerte mit wenig bis gar keinem Publikum stattfinden und ausschließlich übertragen werden.

Eine App soll zentrale Rolle spielen

Wenn Veranstaltungen im Sommer unter Auflagen wieder stattfinden können, sollen entsprechend der Corona-Auflagen mit einem Hygiene- und Abstandskonzept Besucher und Besucherinnen in begrenzter Zahl zugelassen werden. Die Breminale-App würde dabei eine zentrale Rolle spielen und den Benutzern verschiedene Programm-Kanäle anbieten, die im Prinzip wie fiktive Radiosender funktionieren. Die Osterdeichwiesen würden in der Rumpfversion frei von Aufbauten und Gastronomie bleiben – lediglich symbolisch könnte es Installation, Lichteffekte und künstlerische Einlagen geben. Eines der darauf aufbauenden Module sieht laut Konzept die Bespielung des Parks um die Altmannshöhe mit einem Kinder- und Familienprogramm vor. „Momentan prüfen wir diesbezüglich verschiedene Gelände- und Publikumsmodelle“, so von Döllen. Sollte das nicht zu realisieren sein, wäre ein eigener Kinderbreminale-Channel denkbar.

Lesen Sie auch

Ein weiterer Baustein sieht etwas mehr Programm am Deich vor. Zusammen mit verschiedenen Partnern planen die Veranstalter dafür unterschiedliche Konzepte. Bei allen Ideen gehe aber immer die Sicherheit vor, so von Döllen.

Info

Zur Sache

Umsonst und draußen

Die 33. Auflage der Breminale sollte eigentlich im vergangenen Juli stattfinden, musste aber bekanntlich wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden. Für das „Umsonst und draußen“-Festival am Osterdeich waren zahlreiche Neuerungen geplant. Die Veranstalter der Agentur Concept Bureau wollten das Programm von Radio Bremen bündeln und auf einer Hauptbühne zusammenfassen. Zudem war vorgesehen, eine neue Bühne und Plattform für täglich wechselnde Programmpartnerschaften aus der lokalen Veranstalter-Szene entstehen zu lassen. 2021 soll die 33. Auflage des Kulturfestivals nachgeholt werden. Der Termin: 21. bis 25. Juli.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+