Bremen Borgward plant Erlebniswelt

Der Autokonzern Borgward hat die Pläne für sein Werk in Bremen erweitert. Neben der Fahrzeug-Fertigung sollen auch eine Teststrecke und eine Erlebniswelt entstehen.
10.02.2017, 20:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Stefan Lakeband Peter Hanuschke

Der Autokonzern Borgward hat die Pläne für sein Werk in Bremen erweitert. Neben der Fahrzeug-Fertigung sollen auch eine Teststrecke und eine Erlebniswelt entstehen. Das erfuhr der WESER-KURIER aus Unternehmenskreisen.

Auch in der Standortfrage hat sich offenbar einiges getan. Mittlerweile sei es „sehr wahrscheinlich“, dass die Fabrik in der Stadt Bremen entstehen soll. Zwischenzeitlich galt auch lange ein Areal in Bremerhaven als Favorit. Borgward selbst wollte die Informationen nicht kommentieren.

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Als Borgward-Vorstand Ulrich Walker die Pläne für ein Werk Ende im Land Bremen Ende Oktober vorstellte, sprach er davon, den genauen Standort „in den nächsten vier bis sechs Wochen“ bekannt zu geben. Die ursprünglichen Pläne seien danach aber noch einmal überarbeitet und spezifiziert worden. Daher komme die Verzögerung, heißt es. Wo genau in Bremen das Werk entstehen soll, ist noch nicht bekannt. Derzeit sei man mit baurechtlichen Themen befasst. Wenn das geklärt sei, soll in wenigen Wochen der endgültige Standort bekannt gegeben werden. Zuletzt wurde auch ein Areal im Niedervieland als möglicher Ort für die Autofabrik gehandelt. Zu Niedervieland im Bremer Süden gehören das Güterverkehrszentrum, der Neustädter Hafen und die Gewerbegebiete Niedervieland I und II.

Überraschung in Bremerhaven

In Bremerhaven ist man von der offenbaren Standort-Entscheidung überrascht. Lange galt auch das Gelände der ehemaligen Carl-Schurz-Kaserne nördlich des Zentrums als ein möglicher Standort. „Unser letzter Stand ist, dass sich Vertreter aus China Flächen in Bremen und Bremerhaven angeschaut haben“, sagt Volker Heigenmooser, Sprecher der Stadt Bremerhaven. Dabei sei der Eindruck entstanden, dass sich die Unternehmensvertreter noch nicht entschieden hätten.

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Ursprünglich plante Borgward, eine 10.000 Quadratmeter große Fertigungshalle zu errichten. Wann der Startschuss sein sollte, das hatte das Unternehmen im Oktober auch bereits konkret mitgeteilt: „Der Baubeginn für die neue Fertigung ist für Anfang 2017 geplant, Produktionsstart ist im darauffolgenden Jahr 2018.“ Premierenmodell werde das SUV Borgward BX7 mit vollelektrischem Antrieb sein. Weiter geplant sei die Fertigung der Elektro- und Plug-in-Hybrid-Modelle der Baureihe BX5.

Schon Anfang des Jahres hatte es aber geheißen, dass das Unternehmen einen größeren Standort suche. Damals war aber noch nicht bekannt, dass neben dem Werk auch ein eine Teststrecke und eine Art Erlebniswelt gebaut werden sollen. Wie letztere aussehen soll, ist noch nicht klar. Denkbar wäre ein Museum über die Geschichte der Firma Borgward, die in Bremen ihren Ursprung hat, und die Möglichkeit, dass Kunden ihre Autos direkt aus dem Werk abholen. Das ist derzeit schon im Bremer Mercedes-Werk möglich.

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Ganz viele Möglichkeiten ein Areal von 10.000 Quadratmeter plus Größe X zu finden, gibt es im Bremer Stadtgebiet derzeit allerdings nicht: Neben möglicher Flächen im GVZ-Gebiet käme dafür momentan noch der Bremer Industriepark an der Grenze zu Bremen-Nord infrage. Auszuschließen ist nach jetzigem Stand wohl eine Ansiedlung im Gewerbegebiet Hansalinie: Dort wird zwar das Areal um 55 Hektar erweitert – 43 Hektar davon sind bereits reserviert –, aber die Erschließung des sogenannten zweiten Abschnitts soll laut Wirtschaftsförderung Bremen erst Ende 2018 abgeschlossen sein, also dann, wenn Borgward nach eigener Aussage schon in der eigenen Halle Autos zusammensetzen lassen will.

Ob sich Borgward nun für Bremen und gegen Bremerhaven entschieden hat, dazu gab es aus dem Hause des Wirtschaftssenators keinen Kommentar. Man sei nach wie vor in einem intensiven Austausch mit dem Unternehmen, hieß es lediglich. Man befinde sich in einer Phase, die zeitnah eine Entscheidung erwarten lasse.

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Derweil wird in China – dem Herkunftsland des Eigners Foton – schon ordentlich produziert. Borgward ist mit seinem Debüt auf dem chinesischen Markt offenbar zufrieden. So hatte Kevin Chen, Borgwards Vize-Präsident, der chinesischen Zeitung „China Daily“ gesagt, dass man das Vertrauen der Kunden gewonnen habe. Demnach seien bis Ende 2016 40.000 Aufträge für das Modell BX7 eingegangen. Die chinesische Fabrik des Autobauers steht in Peking und hat eine jährliche Kapazität von etwa 100.000 Fahrzeugen. Ein Ausbau auf 360.000 Autos pro Jahr ist laut der Zeitung aber möglich.

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