Modellregion Hamburg setzt auf Drohnen

Hamburg will europäisches Zentrum für Drohnen-Forschung und -entwicklung werden. Die Voraussetzungen seien gerade an der Elbe ideal, befand Wirtschaftssenator Frank Horch.
08.06.2018, 21:26
Lesedauer: 2 Min
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Hamburg setzt auf Drohnen
Von Markus Lorenz

Fertig zum Abheben: Hamburg will europäisches Zentrum für Drohnen-Forschung und -entwicklung werden. Zu diesem Zweck ist die Hansestadt der Initiative Urban Air Mobility (UAM) der Smart Citys in der EU beigetreten und darf sich offiziell „Modellregion“ für die Erschließung ziviler Nutzungen von Drohnen und verwandter Luftverkehrstechnologien nennen.

Die Voraussetzungen seien gerade an der Elbe ideal, befand Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) bei der Unterzeichnung der Beitrittserklärung: „Mit seinen Kernbranchen Luftfahrt, maritime Logistik, Windenergie ist Hamburg geradezu prädestiniert, neue smarte Anwendungsfelder für Drohnen im zivilen Bereich zu entwickeln, von denen Wirtschaft und Bevölkerung gleichermaßen profitieren.“

Die Erklärung zur Zusammenarbeit in der UAM unterschrieb er im Rahmen des Hamburg Aviation Forums im Beisein von Henriette Van Eijl, Politische Koordinatorien für Smart Cities in der EU, Vassilis Agouridas, Projektchef bei Airbus, sowie UAM-Leiter Ovidiu Dumitrache.

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Airbus ist treibende Kraft der Initiative. Der Luftfahrtkonzern mit Deutschlandsitz in Hamburg-Finkenwerder arbeitet bereits an mehreren konkreten Drohnenprojekten, darunter der unbemannte Paketliefer-Copter „Skyways“ für Metropolen und die Mini-Passagier-Hubschrauber „City Airbus“ und „Vahana“, die ebenfalls ohne Piloten fliegen.

Hamburg will als Modellregion unmittelbar Teil der womöglich revolutionären Entwicklungen sein. Projektpartner sind die Europäische Organisation zur Sicherung der Luftfahrt, Eurocontrol, sowie die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA). Zu den Hamburger Beteiligten zählen außer der Wirtschaftsbehörde auch Lufthansa Technik, mehrere Hochschulen, sowie das Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung (ZAL).

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Das ZAL hatte mit seinem Projekt „Windrove“ im vorigen Jahr den Grundstein für die europäische Kooperation gelegt. Im Zentrum geht es außer der technischen Erforschung auch um die Frage, wie Drohnen wirtschaftlich eingesetzt werden können. Das Potenzial für eine kommerzielle Nutzung sei groß, heißt es in der Wirtschaftsbehörde. So könnten Drohnen bei der Wartung von Windrädern helfen oder auch auf Baustellen.

Die autonom fliegenden Copter könnten solche und andere Aufgaben deutlich schneller, kostengünstiger und vor allem sicherer ausführen als bisher, so das Fazit der ZAL-Verantwortlichen. Ziel von Horch und der anderen UAM-Macher ist es, die überlasteten konventionellen Verkehrssysteme gerade in den Metropolen zu entlasten und erweitern. Die Vision: „Wir bringen urbane Mobilität in die dritte Dimension – in die Luft.“

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