Umsatzeinbußen bei Unternehmen Bremer Handelskammer fordert Öffnungsperspektiven

Die in 2020 angeordneten Schließungen hätten viele Unternehmen in bedrohliche finanzielle Situation gebracht, so die Handelskammer. Sie drängt nun auf kurzfristige Öffnungsperspektiven für alle Branchen.
09.03.2021, 12:09
Lesedauer: 2 Min
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Bremer Handelskammer fordert Öffnungsperspektiven
Von Peter Hanuschke

Ein Großteil der Unternehmen habe in 2020 erhebliche Umsatzeinbußen verkraften müssen, zog Handelskammer-Präses Janina Marahrens-Hashagen an diesem Dienstag Bilanz für das zurückliegende Jahr. Viele Firmen in Bremen und Bremerhaven fühlten sich wirtschaftlich existenziell bedroht. Das geht es aus den regelmäßigen Konjunkturumfragen der Handelskammer Bremen – IHK für Bremen und Bremerhaven hervor. Grund dafür waren demnach die durch Corona bedingten teilweise unterbrochenen Lieferketten, die mehrmonatigen Lockdowns und behördlich angeordnete Schließungen.

Vor allem in den besonders vom Lockdown betroffenen Branchen wie dem Einzelhandel, der Hotellerie, Gastronomie sowie der Reise-, Kultur- und Veranstaltungswirtschaft seien die Auswirkungen dramatisch, heißt es im Jahresbericht 2020. „Staatliche Unterstützungsmaßnahmen reichten für viele Unternehmen nicht aus“, so Janina Marahrens-Hashagen. In den Umfragen hätten 41 Prozent der Unternehmen, deren Geschäft stillliege, mitgeteilt, dass sie von Insolvenz bedroht seien.

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Der Bericht bezieht sich auch auf die Zukunft und trägt dazu den Titel „Gemeinsam – Durchstarten“. Jetzt müsse alles darangesetzt werden, eine Insolvenzwelle mit hohen Beschäftigungsverlusten zu vermeiden, so Präses Janina Marahrens-Hashagen. Es sei ein richtiger Schritt, dass sich die Regierungschefs von Bund und Ländern in der zurückliegenden Woche für Lockerungen in der Wirtschaft ausgesprochen hätten und mit „Date & Collect“ – ein Vorschlag der Handelskammer Bremen – zumindest teilweise wieder Geschäft ermöglicht werde. Der Einzelhandel und die anderen vom Lockdown besonders betroffenen Branchen bräuchten aber ebenfalls zügig realistische und vor allem kurzfristige Öffnungsperspektiven. Diese dürften nicht allein an Inzidenzwerten festgemacht werden. In diesem Zusammenhang müssten beispielsweise die vorhandenen Hygienekonzepte der Gastronomie eine viel größere Berücksichtigung finden.

Wie die Corona-Krise Spuren im vergangenen Jahr hinterlassen habe, werde deutlich am Bruttoinlandsprodukt, so Matthias Fonger, Hauptgeschäftsführer der Handelskammer. „Es ist in Deutschland um 4,9 Prozent zurückgegangen.“ Die Daten fürs bremische Jahr gebe es noch nicht, aber man könne erkennen, dass allein der Rückgang der Wirtschaftsleistung um 8,7 Prozent im ersten Halbjahr deutlich über dem Bundesdurchschnitt gelegen habe. Es sei anzunehmen, dass man aufs Gesamtjahr bezogen darüber liegen werde.

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Dass die Wirtschaft nicht noch stärker in Bremen und Bremerhaven eingebrochen sei, „verdanken wir in den letzten Monaten einer Wiederbelebung des Außenhandels, die dazu beigetragen hat, dass im Bereich Industrie, Logistik und Häfen zum Ende des Jahres eine gewisse Stabilisierung erkennbar war“.

Damit die Schäden im laufenden Jahr möglichst geringer gehalten werden, „können wir nur darauf drängen, dass zügig Perspektiven geschaffen werden“, so Fonger. „Wir prognostizieren als IHK-Organisation bundesweit ein Wachstum von 2,8 Prozent.“ In Bremen hänge das stark von der Exportnachfrage ab. Entwickle die sich gut, werde Bremen über dem bundesweiten Wachstum liegen und schneller aus der Krise kommen.

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