Auftragsvolumen von 297 Millionen Euro

OHB baut Raumsonde für Europäische Raumfahrtagentur ESA

Der Bremer Raumfahrtkonzern OHB hat am Dienstag einen Großauftrag der Europäischen Raumfahrtagentur ESA erhalten. Der Auftrag über den Bau von einer Raumsonde umfasst ein Volumen von 297 Millionen Euro.
25.04.2018, 16:19
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Von Tobias Denne

Neuer Großauftrag für die Bremer Raumfahrtindustrie: Die Europäische Raumfahrtagentur ESA hat die OHB System AG als Hauptauftragnehmerin für die Plato-Mission ausgewählt. „Für OHB ist das ein bedeutender Schritt“, sagte Konzernsprecher Günther Hörbst am Mittwoch. Das Auftragsvolumen liegt bei 297 Millionen Euro. Die Mission soll voraussichtlich 2026 beginnen.

Die Details des Auftrags sind noch zu klären, allerdings wird die Vertragsunterzeichnung bereits für Mitte Juni erwartet. „Noch befinden wir uns in einer sehr frühen Phase“, sagte Hörbst. Allerdings gehe er davon aus, dass die Gespräche positiv verlaufen werden. Für das Bremer Raumfahrtunternehmen sei es das erste Mal, dass es als Hauptauftragnehmer einer wissenschaftlichen Mission ausgewählt worden sei.

„Das hat eine immense Bedeutung für uns“, so Hörbst. Die OHB System AG, eine Tochterfirma von OHN, wird die Plato-Satelliten entwickeln und fertigen. Ziel der mittelgroßen ESA-Mission ist es, erdähnliche Planeten in der Umlaufbahn anderer Sonnensysteme zu finden und diese zu erforschen. Unter Einsatz von 34 eigenständigen kleinen Teleskopen und Kameras wird Plato unter etwa einer Million Sternen nach Planeten Ausschau halten.

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Mithilfe der von OHB gebauten Satelliten soll es künftig möglich sein, von diesen Planeten auch Bilder zu erstellen. Die Wissenschaftler erhoffen sich von der Mission, dass sie auch Rückschlüsse auf die Zusammensetzung der Himmelskörper ziehen können.

Dabei konzentriert sich das Projekt auf Planeten, die ungefähr die Größe der Erde besitzen und sich in einem Abstand zu ihrem Zentralgestirn befinden, der Leben ermöglichen könnte. Die Forscher wollen mit Plato die Sterne genauer bestimmen und mehr über Masse, Radius und Alter herausfinden.

Der Auftrag über fast 300 Millionen Euro ist bereits das zweite Großprojekt, das OHB in diesem Jahr für den Raumfahrt Bremen sichert. Erst Anfang März hatte das Unternehmen einen Vertrag über die Mitwirkung an der zweiten Exomars-Mission unterzeichnet. Wenn alles nach Plan verläuft, wird der Umsatz 2018 laut OHB-Chef Marco Fuchs erstmals die Marke von einer Milliarde Euro überschreiten.

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