Trotz Kritik Daimler bleibt bei Dividendenzahlung

Daimler schüttet 1,4 Milliarden Euro an seine Aktionäre aus. Die Dividende soll im Vergleich zum Vorjahr steigen – obwohl Daimler Kurzarbeitergeld bezogen hat. Das hatte schon im Vorfeld für Kritik gesorgt.
01.04.2021, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Daimler bleibt bei Dividendenzahlung
Von Wolfgang Mulke

Ein von rot-weißem Absperrband umhüllter Mercedes sollte den Protest der Organisation Finanzwende gegen die Dividendenzahlung vor der Berliner Konzernrepräsentanz des Autobauers zum Ausdruck bringen. „Daimler hat in der Corona-Krise von staatlichen Hilfen profitiert“, kritisiert Finanzwende, „deshalb soll der Konzern zuerst die Hilfen an den Staat zurückzahlen, bevor die Aktionäre bedient werden.“

Anlass des Ärgers ist der Beschluss der Hauptversammlung, je Aktie 1,35 Euro an die Eigentümer auszuschütten, insgesamt 1,4 Milliarden Euro. Dabei hat Daimler im vergangenen Jahr rund 700 Millionen Euro Kurzarbeitergeld beansprucht. Auch fördert der Staat den Kauf von E-Autos und emissionsarmen Lkw.

Daimler: Kurzarbeitergeld ist Versicherungsleistung

Gleich zu Beginn der Hauptversammlung wies der Aufsichtsratsvorsitzende Manfred Bischoff die Vorwürfe zurück. „Die Unterstellung, dass die Dividende ausbezahlt würde aus Steuergeldern, die wir als Subventionen in der Krise erhalten haben, ist schlicht und einfach falsch“, sagte er. Das Kurzarbeitergeld sei eine Versicherungsleistung. Daimler schütte stets 40 Prozent des Gewinns aus. Dabei bleibe es.

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Auch Finanzvorstand Harald Wilhelm verteidigt die Entscheidung. Für die internationalen Aktionäre sei die Ausschüttung wichtig, etwa für Pensionsfonds, die Rentenzahlungen sicherstellen müssen.

Ansonsten ist Vorstands-Chef Ola Källenius bester Dinge. Der positive Trend des letzten Jahres habe sich in den ersten Monaten dieses Jahres fortgesetzt. 2020 hat Daimler bei einem Umsatz von 154 Milliarden Euro ein Ergebnis von 6,6 Milliarden Euro erzielt. Vor allem hat Källenius Großes vor.

Nachfrage nach E-Autos steige

„Der Umbruch hin zu rein elektrischen Antrieben wird womöglich schneller gehen als bisher angenommen“, sagte er. Die technologische Entwicklung beschleunige sich und die Nachfrage steige.

Entsprechend intensiv arbeitet Daimler an der Entwicklung sauberer Fahrzeuge. Mitte April stellt das Unternehmen die erste vollelektrische Lu­xus­li­mou­si­ne vor, den Mercedes EQS. Mit einer Reichweite von 770 Kilometern kann diese S-Klasse locker mit den Tesla-Modellen mithalten. 15 Minuten Ladezeit reichen für rund 300 Kilometer Fahrt. Es folgen elektrische SUV, Lieferwagen und auchLkwW. In der weiten Hälfte des Jahrzehnts will Daimler Trucks mit Brennstoffzellenantrieb heraus bringen.

S-Klasse: „Quantensprung“ beim automatisierten Fahren

Auch bei der zweiten Zukunftstechnologie kommt der Konzern voran. Källenius versprach den Aktionären einen „Quantensprung“ beim automatisierten Fahren durch neue Systeme in der S-Klasse. Im zweiten Halbjahr sollen diese Modelle hochautomatisiert fahren dürfen. Zunächst auf Autobahnen in Deutschland und nur bis Tempo 60.

„Das Auto übernimmt das Fahren zeitweise komplett und die Person am Steuer darf sich währenddessen vom Verkehr abwenden“, erläuterte der Vorstandschef. Sobald die Rechtslage es zulässt, könnten sich die Fahrzeuge im Parkhaus auch alleine zum reservierten Stellplatz bewegen. „Das Auto darf ohne Insassen fahren“, sagt Källenius.

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